Neuntöter – Insektenjäger der Rhöner Hecken

Neuntöter ernähren sich von Insekten und kleinen Wirbeltieren, die sie manchmal als Nahrungsvorrat auf Dornen spießen. Die Vögel benötigen reich strukturiertes Offenland mit zahlreichen Hecken. Im Biosphärenreservat Rhön ist der Neuntöter den Sommer über häufig zu beobachten.


Der Neuntöter (Lanius collurio) bewohnt heckenreiche Offenlandschaften und ist daher im „Land der offenen Fernen“ weit verbreitet. Er ernährt sich von verschiedenen Insekten, verschmäht aber auch nicht gelegentlich erbeutete Eidechsen und kleine Mäuse. Neuntöter haben ihren Namen von ihrer vorrausschauenden Speiseplanung: zur Zeit der Jungenaufzucht erbeuten Neuntöter bei gutem Wetter teilweise genug Beutetiere, um diese in Nestnähe zwischenzulagern. Die Vögel spießen erbeutete Mäuse und Wirbeltiere auf Stacheln von Rosenbüschen und Schlehenhecken als Vorrat auf, um diese bei schlechtem Wetter an ihre Jungen zu verfüttern. Die Annahme, der Neuntöter würde erst neun Beutetiere töten und aufspießen, bevor er eines selbst verzehre, brachte ihm seinen Namen ein.

 

Der Neuntöter in der Rhön

Wie die meisten Insektenjäger verbringt der Neuntöter den Winter im südlichen Afrika. Als Langstreckenzieher kommt er erst Anfang Mai wieder aus seinem Winterquartier zurück in unsere Breiten. Im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön gilt der Neuntöter als Zielart für den Artenschutz; er ist in den ausgedehnten Heckenlandschaften der Rhön noch weit verbreitet. Besonders auf den Wacholdertriften der Thüringer Rhön sowie auf der „Langen Rhön“ tritt er in sehr hohen Dichten auf. Besonders gut zu beobachten ist der Neuntöter im Juli, wenn die flüggen und teils wenig scheuen Jungvögel auffällig laut um Nahrung betteln.

Männlicher Neuntöter (Bild: T.Gerlach)

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