Kreuzottern – heimliche Lauerjäger

Unsere heimische Viper lebt zurückgezogen und scheu. Als Lauerjäger setzt sie ihr Gift zur Jagd auf Mäuse und Frösche ein. Intakte Moore und lichte Wälder sind die Voraussetzung für den Erhalt dieser Schlangenart.

Die Kreuzotter (Vipera berus) gehört zu den wenigen giftigen Vipern Mitteleuropas. Mit nur gut 60 cm Körperlänge ist die Kreuzotter eine relativ kleine Schlange, die ihren Namen dem charakteristischen Kreuz- bzw. Zickzackmuster ihres Rückens verdankt. Dennoch werden häufig Schlingnattern oder Blindschleichen mit Kreuzottern verwechselt, denn das eindeutigste Erkennungsmerkmal unserer heimischen Viper – die senkrechte Pupille – ist nur aus nächster Nähe erkennbar. Kreuzottern sind jedoch äußerst scheu und gehen Menschen aus dem Weg. Spürt eine Kreuzotter die Erschütterung der Schritte eines sich nähernden Wanderers, so zieht sie sich lautlos ins Unterholz zurück und bleibt somit meist unbemerkt.

 

Geduldiger Lauerjäger

Kreuzottern bewohnen relativ kühle Lebensräume, wie bewaldete Mittelgebirge, feuchte Heide- und Moorlandschaften sowie Bergwiesen. Wie alle wechselwarmen Reptilen sind die Schlangen darauf angewiesen, ihren Körper vor der Jagd aufzuwärmen. Daher sonnen sich Kreuzottern an trockenen Moorrändern, auf Totholz und Steinen, bevor sie auf Nahrungssuche gehen. Als typischer Lauerjäger kann die Kreuzotter lange Zeit regungslos auf Beutetiere warten. Mäuse, Eidechsen und vor allem Frösche stellen ihre Hauptnahrungsquelle dar: dabei lähmt die Schlange durch einen schnellen Giftbiss ihre Beute, um diese dann in Ruhe zu verschlingen. Menschen werden von Kreuzottern nur äußerst selten gebissen. Meist hat sich die Schlange lange bevor sie vom Menschen entdeckt wird ins Unterholz zurückgezogen. Auch plötzlich überraschte Kreuzottern suchen schnell ein Versteck. Nur wer der Viper aktiv nachstellt und sie zu ergreifen versucht (was bundesweit verboten ist), riskiert einen Biss.

 

Kreuzottern in der Rhön

Durch Trockenfallen von Mooren, Verbuschung von Heideflächen und dem Rückgang lichter, sonnendurchfluteter Wälder verliert die Kreuzotter zunehmend an Lebensraum. Sie gilt daher in Deutschland als stark gefährdet und ist streng geschützt. Im Biosphärenreservat Rhön kommt die Kreuzotter vor allem noch an den Rändern der Moore vor, wo sie beim morgendlichen Sonnenbaden entdeckt werden kann.

Kreuzotter mit markanter Rückenzeichnung (Bild: T. Gerlach)

Die schlitzförmige Pupille - das Markenzeichen der Vipern - ist nur von Nahem erkennbar (Bild: T. Gerlach).

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