Die Kernzonen

im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön

In den 104 Kernzonen wird der Natur ermöglicht, sich unbeeinflusst vom Menschen zu entwickeln. Sie sind daher gesetzlich geschützt und von der Bewirtschaftung ausgenommen.

Dadurch werden auf insgesamt 7.369 Hektar (3,07 % der Gesamtfläche) natürliche, dynamische Abläufe ermöglicht, wie sie für intakte Ökosysteme kennzeichnend sind. Allein die Konkurrenzkraft der sich natürlich ansamenden Pflanzen entscheidet über die künftige Artenzusammensetzung.

Darüberhinaus wird das Altern und natürliche Absterben der Bäume zugelassen. Kernzonenwälder mit dem hohen Totholzanteil sind wichtige Rückzugsgebiete für bedrohte Tier- und Pflanzenarten.

Hinweise und Gebote zum Schutz dieser Rückzugsorte

Um die einzigartige Natur der Kernzonen zu schützen bedarf es einiger Hinweise und Gebote für Besucher:

  • Nehmen Sie bitte auch kleine Hunde an die Leine.
  • Bleiben Sie auf den gekennzeichneten Wegen.
  • Hinterlassen Sie bitte keinen Abfall.
  • Machen Sie kein Feuer oder Campingausflug in der Kernzone.
  • Entnehmen Sie bitte keine Pflanzen, Pilze und Tiere.

HINWEIS: Alle Kernzonen im UNESCO-Biosphärenreservat sind in unserer Karte unter dem Reiter "Schutzgebiete" für Sie gekennzeichnet und beschrieben.

 

Vorstellung einer Kernzone
am Beispiel des Rhönwalds bei Oberweid
in der thüringischen Rhön

Bezeichnung                       Kernzone Rhönwald
Größe                                      134,26 Hektar
Aktueller Schutzstatus     Kernzone

 

Beschreibung:

Die Kernzone „Rhönwald“ umfasst eine Gesamtfläche von 134,26 ha. Bereits 1960 wurde ein Teilbereich als Naturschutzgebiet (NSG) einstweilig sichergestellt mit einer Fläche von 53,17 ha und 1967 endgültig als NSG ausgewiesen. Mit der Ausweisung des Biosphärenreservates im Jahr 1991 wurde das NSG zur Kernzone und 2006 mit der überarbeiteten Biosphärenreservatsverordnung auf 134,26 ha erweitert.

Die hier auftretenden Waldgesellschaften sind der Waldgersten-Buchenwald, Zahnwurz-Buchenwald, Springkraut-Bergahorn-Mischwald, Sumpfpipau-Erlenwald und Waldmeister-Himbeer-Fichtenforst.

Im Waldgersten-Buchenwald kommen, neben der vorherrschenden Buche in der Baumschicht, Edellaubhölzer wie Bergulme und Bergahorn vor. An Sträuchern sind Rote Heckenkirsche, die Weißdornarten, Roter Hartriegel und Seidelbast zu nennen. Die Bodenvegetation setzt sich aus Arten der Bingelkraut- und der Goldnesselgruppe zusammen.

 

Schutzziele:

Ein zentrales Ziel der Ausweisung von Kernzonen ist es, die natürlichen Abläufe zu sichern und die typischen Pflanzen- und Tierwelt zu erhalten.

Das Schutzziel der Kernzone „Rhönwald“ ist einerseits die Sicherung und Erhaltung eines buchen- und edellaubholzreichen Bergwaldes im Übergang der mittleren zu den oberen Berglagen, andererseits die Sicherung eines geologischen Sonderstandortes (Basaltbruch) mit wichtiger Biotopfunktion für geschützte Tiergruppen (z.B. Laichgewässer für Bergmolch).

 

Kernzone Rhönwald (Foto: K. Marbach)

Um die natürliche Entwicklung der Tiere und Pflanzen in den Kernzonen zu ermöglichen und zur Vermeidung von Unfällen durch Windbruch beachten Sie bitte diese Hinweise.

Alter Riese (Foto: K. Marbach)

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