Gegen die morgendliche "Zur-Schule-Fahrerei"

Grundschüler wollen für den Schulweg das elterliche Auto in der Garage lassen

Nach den Sommerferien startet das Projekt „Nachhaltiger Konsum - Was konsumierst du" neu durch. Wieder sind acht Neustädter Schulen mit dabei, wenn die beiden Umweltbildnerinnen des Biosphärenreservats Rhön, Eva Kalla und Jiska Troppenz, auf viele Einsparmöglichkeiten von schädlichen Treibhausgasen aufmerksam machen. Im vergangenen Schuljahr hatten die beiden damit sehr viel Erfolg bei Grundschülern wie bei Abiturienten.

Jeden Morgen das gleiche Szenario. Verkehrschaos an den Schulen. Eltern bringen ihren Nachwuchs mit dem Auto. Ob die Sonne scheint, oder ob es regnet. Ob der Wohnort 100 Meter von der Schule entfernt liegt oder einen Kilometer, egal, gefahren wird extrem klimaschädlich mit dem Auto. Anhalten, Töchterchen oder Sohnemann aussteigen lassen, und weiter fahren. Vielleicht liegt ja auf dem Weg noch der Bäcker, dann kann man auch schnell noch das Schulbrot einkaufen.

An der Grundschule in Brendlorenzen ist das nicht anders. Morgens wie mittags. Eltern bringen ihre Kinder viel zu häufig mit dem Auto zur Schule. Und das, obwohl viele Kinder nur wenige hundert Meter von ihrer Schule entfernt wohnen. Da ist die Fahrt mit dem Auto doppelt schlimm. Erstens fürs Klima und zweitens für die Gesundheit. Zur Schule laufen hält ja schließlich fit.

Die Grundschüler in Brend haben sich jetzt in der Aktionswoche „Zu Fuß zur Schule" mit der elterlichen Zur-Schule-Fahrerei auseinander gesetzt. Und festgestellt, dass es nun wirklich nicht sein muss, jedes mal mit dem Auto gefahren zu werden. Nicht nur in Brend, in ganz Deutschland hat der Verkehrsclub Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk zu der Aktionswoche aufgerufen. Auf dem Schulhof haben sich die Schüler der Grundschule getroffen und gemeinsam mit ihren Lehrern und mit Umweltbildnerin Eva Kalla Schülerbusse gebildet und sind so über den Schulhof gelaufen. Die Bedeutung der Schülerbusse ist klar: Es macht morgens viel mehr Spaß, sich mit Freunden auf dem Weg zur Schule zu treffen, hier und da etwas neues zu entdecken, das aktuelle Wetter zu erleben, munter zu werden und sich dann im Unterricht besser zu konzentrieren, das Verhalten im Straßenverkehr zu erlernen und letztlich noch etwas Gutes für die Umwelt zu tun. „Der Schulweg ist ein Erlebnis für die Schüler und macht riesigen Spaß", sagte Eva Kalla. Die Schüler haben das verstanden. Jetzt müssen sie nur noch ihre Eltern überzeugen, dass man auch ohne vier Räder und Klimaanlage in die Schule kommen kann. Und nicht zu vergessen: Auch wieder nach Hause! Dass die Eltern gerade der Brender Grundschüler ein offenes Ohr für den Klimaschutz haben, dass hatten sie ja im letzten Schuljahr schon unter Beweis gestellt. Eine ganze Aktionswoche lang wurde gemeinsam mit den Schülern für die Vermeidung von schädlichem CO2 gearbeitet. Da sollte es doch ein Klacks sein, die morgendlichen Fahrten wenigstens um einen guten Teil zu verringern.

Bad Neustadt

Text: Stefan Kritzner
Foto: Anand Anders

 

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