Schafhaltung in der Rhön

Räumlicher Schwerpunkt: Hessen

1. Ziel des Projektes
Sicherung der Schafhaltung in der Rhön, sowohl im Haupterwerb, im Nebenerwerb wie auch im Hobbybereich als wichtiger Bestandteil der Kulturlandschaft Rhön. Insbesondere das Rhönschaf steht hier im Mittelpunkt.
Das Projekt will einen aktiven Beitrag zur Rhön-Schafhaltung leisten, versteht sich aber auch als Netzwerk insbesondere von Hobby-Schafhaltern, um Informationen und Erfahrungen auszutauschen.

2. Unser Weg
Seit 1994 wurde ein Netzwerk der Schafhalter in der Rhön aufgebaut. Für dieses Netzwerk werden regelmäßig (mindestens 1x jährlich) Veranstaltungen wie z.B. Schäfereiexkursionen aber auch Fachvorträge organisiert und angeboten. Dabei kooperiert die Hess. Verwaltungsstelle Biosphärenreservat Rhön eng mit der Schafhaltervereinigung Rhön e.V., einem Zusammenschluss von rund 100 Schafhaltern aus der Hessischen und Bayerischen Rhön. Darüber hinaus sind zahlreiche nichtorganisierte Schafhalter im Netzwerk verortet und erhalten regelmäßig Informationen.

3. Ökologie
Schafe sichern gemeinsam mit Rindern, Pferden und Ziegen die Offenhaltung der großen Grünlandflächen der Rhön. Die Rhön als „Land der offenen Fernen" ist unterdurchschnittlich bewaldet. Die großen Grünlandanteile beherbergen insbesondere in den Hochlagen eine außergewöhnliche Artenvielfalt. Diese gilt es durch ein Nutzungsmosaik aus Rinderhaltung, Schaf- und Ziegenbeweidung und Pferden zu sichern und das Land der offenen Fernen vor der Verbuschung zu schützen.

4. Wirtschaftlichkeit
Historisch gesehen war die Rhön „Schäferland". Hunderttausende von Schafen weideten im 17. und 18. Jahrhundert in der Rhön. Erst mit dem Aufkommen der Rinderhaltung im 19. Jahrhundert wurde die Schafhaltung auf die weniger ergiebigen Flächen verdrängt. Nach Jahrzehnte langem Niedergang konnte die Schafhaltung in der Rhön in den letzten Jahrzehnten stabilisiert werden. Dazu beigetragen haben unter anderem Marketingkampagnen des Biosphärenreservates Rhön. Dennoch sind die Haupterwerbsschäfer zu einem hohen Maße abhängig von Agrarsubventionen. Hobby-Schafhalter leiden in besonderem Maße unter immer schärfer werdenden EU-Vorgaben und deren länderspezifischen Umsetzungsrichtlinien. Gerade im Hobbybereich entwickelt sich die Tierhaltung im kleinen von der sinnvollen Selbstversorgung hin zu einem teuren Luxus. Das Biosphärenreservat Rhön versucht hier, zu sachlichen Diskussionen und Ausgewogenheit beizutragen.

5. Soziale und kulturelle Aspekte
Rhönschafe sind längst zum Maskottchen der Rhön für den Tourismus geworden und dienen der Identifikation mit dem Gebiet. In der Umweltbildung ist die Schaf- und Ziegenhaltung ideal geeignet, um insbesondere Kinder und Jugendliche an die Nutztierhaltung sowie Fragen der Landschaftspflege heranzuführen. Nicht zuletzt spielen der gute Hirte und das Lamm eine zentrale Rolle im christlichen Glauben. Es wäre Schade, wenn im 21. Jahrhundert der Hirte und das Lamm als „handfestes" Anschauungsobjekt aus unserer Landschaft verschwinden würde.

6. Zukünftige Aufgaben
Weiterhin Durchführung regelmäßiger Veranstaltungen sowie Netzwerkpflege; in Konfliktfällen Moderation durch das Biosphärenreservat Rhön.

Ansprechpartner:

Landkreis Fulda
Hessische Verwaltungsstelle Biosphärenreservat Rhön
Martin Kremer
Groenhoff-Haus, Wasserkuppe 8
36129 Gersfeld
Tel.: 06654-9612-0

Schafhaltervereinigung Rhön e.V.
1. Vorsitzender
Helmut Kremer
Philipp-Engel-Str. 9
36100 Petersberg
Tel.: 0661-61823

 


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