Naturschutzgebiet „Langenstüttig“ – eine Kernzone im Biosphärenreservat Rhön

Das in der Gemarkung Batten am Fuße des Rhönwaldes gelegene Schutzgebiet gilt als botanisch besonders wertvoll und wurde daher 1985 mit 47,45 ha als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Ende 1997 wurde der ca. 35 ha große Staatswaldbereich in das Kernzonenprogramm des Biosphärenreservates Rhön und in das hessische Naturwaldreservateprogramm aufgenommen.
In der Kernzone soll sich zukünftig der einzigartige Waldkomplex auf Basaltschutt mit einem kleinräumigen Mosaik auf naturnahen Feuchtwäldern ohne Beeinflussung durch den Menschen entwickeln können.

Das Land Hessen, Hessisches Forstamt Hilders, das diese Flächen seither behutsam bewirtschaftet hat, wird zukünftig auf jede forstliche Nutzung verzichten. Somit werden die naturnahen feuchten Bergahorn - Eschenwälder, Sommerlinden - Bergahornwälder und Hainsimsen - Erlenwälder zu den „Urwäldern von Morgen" heranwachsen können.

Dr. Udo Bohn von der Bundesforschungsanstalt für Naturschutz und Landschaftsökologie hat bereits Anfang der 70er Jahre die Rhön und insbesondere das Naturschutzgebiet „Langenstüttig" vegetationskundlich bearbeitet und wie folgt beschrieben:
Bezeichnendes, kleingemustertes Gesellschaftsmosaik für basaltüberrollte Hänge mit Quellaustritten in der Kontaktzone Muschelkalk/Röt.

Das Gebiet ist bestockt mit gut wasserversorgten Laubmischwäldern jüngeren Alters im Übergangsbereich zwischen Hoch- und Tieflagenvegetation.
An Quellstellen, zum Teil auf schwach gewölbten Quellmooren wachsen Eschen- und Erlenwälder in der Ausprägung des Heinmieren-Erlenwaldes und des Sumpf-Pippau-Erlenwaldes oder bärlauchreiche Eschenwälder, In enger Verzahnung findet man verschiedene Formen von Bitterschaumkrautfluren.

Großflächige feuchte Bergahorn-Eschenwälder mit viel Bergulme, einzelnen Hainbuchen und Feldahornen reich an Bärlauch wechseln sich mit krautreichem Zahnwurz-Buchenwald ab.

Auf insel- und zungenförmig ausgebildeten Blockansammlungen zeigen sich Fregmente des Linden-Ulmen-Blockschuttwaldes.

An den sommerseitigen Waldmänteln treten gehäuft Tieflagengehölze wie Hainbuche, Stiel- und Traubeneiche und Feldahorn auf.

Noch in diesem Jahr werden die ersten Vorbereitungen für ein breit angelegtes Wald-Forschungsprogramm getroffen. Über die Fläche wird ein Gitternetz mit 100 x 100 Meter Kantenlänge gelegt und die Knotenpunkte fest vermarkt. Ab 1999 wird dann unter Federführung der Hessischen Landesanstalt für Forsteinrichtung, Waldforschung und Waldökologie die aktuelle Waldbestandssituation aufgenommen und dokumentiert.

Neben einer flächendeckenden Standorterkundung wird eine waldkundliche Grundaufnahme nach einer bundeseinheitlichen Methode durchgeführt. Die Aufnahme beinhaltet die örtliche Einmessung der Baumvegetation in den Dauerbeobachtungsflächen mit den in der Waldwachstumskunde üblichen Genauigkeit.

Die Fauna soll nach einem standardisierten Konzept von der renommierten Naturforschenden Gesellschaft Senckenberg in Frankfurt/Main untersucht werden. Die Bearbeit der ca. 40.000 einheimischen Tierarten erfordert große Fachkenntnisse. Die Waldforschung soll uns eine Vorstellung sowie bessere Kenntnisse von Aussehen, Aufbau und von den vom Menschen unbeeinflussten Lebensvorgänge in natürlichen Waldökosystemen unserer Breiten vermitteln. Das gewonnene Wissen soll letztendlich zum Nutzen der Menschen in die moderne Forstwirtschaft einfließen.

 

 


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