Naturschutzgebiet „Haderwald“ - Kernzone im Biosphärenreservat Rhön

Im Biosphärenreservat Rhön liegt der Truppenübungsplatz Wildflecken. Er umfasst ca. 7300 Hektar, wovon 1757 Hektar in Hessen liegen. Der größte Teil des Geländes zählt zum Naturraum der Hohen Rhön, Untereinheit „Dammersfeldrücken".

Der hessische Teil des Truppenübungsplatzes ist FFH-Gebiet und gehört zum großflächigen Vogelschutzgebiet „Hessische Rhön".
Mit dem Abschluss der „Vereinbarung über den Schutz von Naturlandschaft auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken" zwischen dem Land Hessen und der Bundesrepublik Deutschland vom 9. Juni 2004 wurde der Schutz des Gebietes verträglich sichergestellt (§8 BNatSchG i. V mit § 32 Abs. 2 HeNatG). Hierbei wurde für einen ca. 575 ha großen Bereich vereinbart, dass die forstliche Nutzung in diesem Gebiet nur noch äußerst extensiv erfolgt und diese Flächen als Kernzone des Biosphärenreservats anzusehen ist. Militärische notwendige Pflegemaßnahmen (z. B. forstlicher Brandschutz, Optimierung von Waldfunktionen, etc.) sind hier jedoch weiterhin genauso möglich, wie erforderliche Verkehrssicherungsarbeiten. Auch die Bewirtschaftung des Freigeländes ist in diesem Bereich ohne Einschränkungen zulässig. Im Gegenzug für diese vertragliche Vereinbarung einer Kernzone auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken wird das Land Hessen die bestehende Naturschutzgebietsverordnung aus dem Jahre 1997 für das NSG Haderwald aufheben.

Insgesamt sind etwa 77 % des Gebietes bewaldet. 23 % sind Offenland.
Charakteristische Kennzeichen vieler Biotoptypen sind, bedingt durch die Höhenlage, ihre montane Prägung. Die außergewöhnliche Vielfalt der Landschaft bildet einen großflächig zusammenhängenden Lebensraumkomplex aus naturnahen Wäldern, extensiv genutzten Grünlandgebieten, naturnahen Fließgewässern und Sonderstandorten wie z. B. Silikatfelsen.

Herausragende Lebensraumtypen sind die Berg-Mähwiesen mit 35,8 Hektar, die Hainsimsen-Buchenwälder (Luzulo Fagetum). die Waldmeister-Buchenwälder (Asperulo Fagetum), die Schlucht- und Hangmischwälder (Tilio Aceron) und die Auenwälder mit Alnus glutinosa und Faxinus excelsior mit 12,6 Hektar.
Weiter sind sehr seltene Arten der Anhänge der FFH/Vogelschutzrichtlinie nachgewiesen.

Das Schutzgebiet ist Truppenübungsplatz und somit militärisches Sperrgebiet und darf nur mit Genehmigung des Standortkommandanten betreten werden. Große Gebiete sind mit Blindgängern verseucht.

 


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