2000 - Einflußfaktoren und Entwicklungstendenzen des Kulturlandschaftswandels im Biosphärenreservat


Bibliothek 1117
Verfasser Treuheit , Dagmar
Titel Einflußfaktoren und Entwicklungstendenzen des Kulturlandschaftswandels im Biosphärenreservat Rhön - ein modellhafter Zugang unter besonderer Berücksichtigung der Verbuschungsproblematik (N. 1117)
Umfang 121 S. zzgl. Karten
Reihe Diplomarbeit
Hochschule Universität Würzburg, Geographisches Institut
Studiengang Geographie
Lehrstuhl/Betreuer Prof. Dr. Ante
Jahr 2000
Zielsetzung Beschreibung der Verbuschungsproblematik und ihrer Entwicklung
Inhalt Der Kulturlandschaftswandel wurde im Biosphärenreservat Rhön anhand von drei Gemarkungen der Pflegezone (Ginolfs, Melperts und Birx) untersucht, die aufgrund ihrer soziostrukturellen Gegebenheiten spezifisch für das politische und wirtschaftliche Umfeld des jeweiligen Bundeslandes sind. In einer theoretischen Einführung wurden zunächst die funktionalen Aspekte historischer Kulturlandschaften dargestelllt. Außerdem erfolgte eine modellhafte Darstellung der Landschaft als "Kulturökosystem" mit dem Landwirt als zentralen dynamischen Element. Die Bedeutung der speziellen abiotischen, biotischen und anthropogenen Voraussetzungen wurden daraufhin auch in ihrer historischen Dimension für den Kulturlandschaftswandel in den Untersuchungsgemarkungen dargelegt.
Ausgehend von den Funktionen, die das Grünland für Fauna, Flora und Menschen der Rhön einnimmt, wurde der Wert dieser insbesondere durch den Agrarstrukturwandel bedrohten Flächen aufgezeigt. Bei der Situationsanalyse der Untersuchungsgemarkungen, wurde versucht, die Landwirte als Gestalter der Kulturlandschaft Rhön im Kräftefeld der wirtschaftlichen, politischen, kulturellen und soziostrukurellen Gegebenheiten der Untersuchungsgemarkungen darzustellen, um sich ein Bild über die zukünftigen Entwicklungen im Bereich der landwirtschaftlichen Nutzung machen zu können. Im letzten Kapitel wird auf die Zukunftsperspektiven der Kulturlandschaft Rhön eingegangen. Die Leitbilder einer nachhaltigen Entwicklung, die im Rahmenkonzept des Biosphärenreservats Rhön aufgenommen wurden, werden dargestellt und in Bezug auf die vorhandenen politischen Rahmenbedingung auf ihre Umsetzbarkeit hin untersucht.
Ergebnisse Die unbewaldeten Wiesen und Weiden sind nicht nur landschaftsästhetisch und -ökologisch wichtig, sondern tragen auch vielfältige wirtschaftliche und kulturelle Aspekte in sich. Besonders in den bayerischen und hessischen Hochrhöngemarkungen können Betriebsaufgaben im Zuge des Generationswechsels zu einer starken Freisetzung von Grünland führen. Verbuschungssukzessionen mit einem Bedeckungsgrad von mehr als 25 % kommen fast ausschließlich in peripheren oder mit Blockschutt bedeckten Gebieten des Extensivgrünlands vor.
Es muss davon ausgegangen werden, dass die Ursprünge dieser Sukzessionen in vielen Bereichen mindestens drei Jahrzehnte zurückgehen (großes Höhenwachstum)2m; zahlreiche Hutebuchen; Laubbäume, im Zentrum von Gebüschen). Der Gehölzaufbau wird im Wesentlichen von den Pionierarten Weißdorn, Schlehe und Hundsdorn bestimmt.
Weder mit der bisherigen EU-Politik noch mit ihrer Reform durch die AGENDA 2000 eine für den Fortbestand bzw. die Entwicklung auch ökologisch nachhaltig wirtschaftender Agrarbetriebe im Moment die geeigneten Voraussetzungen gegeben sind. Unter anderem fehlt es hierbei v.a. an einer adäquaten Honorierung ökologischer und landschaftspflegerischer Leistungen in der Landwirtschaft.
Eine ökonomisch und ökologisch tragfähige Entwicklung der Betriebe muß heute v.a. in einer Einkommensergänzung aus Landschaftspflege, Tourismus sowie neuen Vermarktungs- und Verarbeitungswegen gesehen werden.



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