1999 - Die Rhöner Auswanderung, speziell der Walddörfer, nach Amerika


Bibliothek 1082
Verfasser Köth, Sebastian
Titel Die Rhöner Auswanderung, speziell der Walddörfer, nach Amerika
Umfang 36 S.
Reihe Facharbeit
Schule Rhön-Gymnasium, Bad Neustadt
Unterrichtsfach LK Englisch
Betreuer OSTR R. Schleiffer
Jahr 1999
Zielsetzung
  • Darstellung der massiven Abwanderung aus den Walddörfern in der Rhön
Inhalt
  • Gründe für die Abwanderung (Situation in der Rhön, wirtschaftliche und soziale Ursachen)
  • Die Auswanderung nach Amerika (warum Amerika, das Auswanderungsverfahren, staatliche und private Unterstützung für die Auswanderer, Überfahrt und Ankunft)
  • Die Situation der Ausgewanderten in Amerika (wirtschaftlich, sozial, traditionell)
  • Kontakterhalt zwischen Ausgewanderten und der Rhön (indirekt, direkt)
  • Lebensläufe von zwei Beteiligten
Ergebnisse
  • in der Rhön gab es fünf zyklische Auswanderungswellen, zu Beginn und in der Mitte des 19 Jh., um 1900, nach dem 1. und nach dem 2. Weltkrieg
  • aus den Walddörfern wanderte jeder dritte aus
  • Gründe: Armut, Umgehung der Militärpflicht im 19 Jh. und während der Weimarer Republik, soziale Probleme (handfester Streit), politische Unzufriedenheit (gescheiterte Revolution 1848: keine Gewerbefreiheit, keine Bauernbefreiung, Weltkriege)
  • Entscheidung für Amerika durch Briefe von bereits Ausgewanderten, die Presse (z.B. Rhön- und Saalepost) mit z.T. gefälschten Artikeln, Werbeagenturen in Verbindung mit Reedereien (vom 1. Weltkrieg bis Mitte 20. Jh. gab es sogar ein Hapag-Lloyd-Büro in Sandberg)
  • bis 1900 Abwanderungsabsicht nur für wenige Jahre zum Geld verdienen, danach Amerika als langfristige Alternative
  • in 1. Hälfte des 19. Jh. Ziel Louisville, wo der Bay. König Ludwig I. ein Kloster gestiftet hatte mit Franziskaner-Patres u.a. aus dem Kloster Kreuzberg
  • ab 1880 Ziel: Cleveland. Entstehung einer Rhöner Kolonie von einigen Hunderten im Ostteil der Stadt von der 30. bis zur 55. Straße; außerdem New York und Philadelphia
  • vor dem 24.10.1929, dem schwarzen Freitag, 12-14-Stunden Arbeitstag mit 30 Cent pro Stunde, wie bei der Tayler-Company in Cleveland, danach noch weniger Verdienst: Hypotheken für Häuser konnten nicht beglichen, Lebensmittel mussten auf Pump gekauft werden; Situation auf dem Arbeitsmarkt äußerst gespannt, Unternehmergeist aus Angst vor erneuter Krise fehlte
  • die Ausgewanderten während und nach dem 2. Weltkrieg hatten wieder ausreichend Geld: sie sparten viel und die Lebenshaltungskosten waren viel geringer als in der Rhön. Man konnte sich schon jetzt einen hohen Lebensstandard leisten mit Auto (Unterhaltung billig) und Fernseher, was in der Rhön erst in den 60er Jahren aufkam.



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