Naturschutzgebiet „Klosterwald“ – Kernzone im Biosphärenreservat Rhön

Der Klosterwald ist ein Ausschnitt aus dem Gebiet Gotteskopf bei Hümpfershausen. Es handelt sich um Basaltblockdecken mit Plateaus. Der Klosterwald liegt 575 m ü.N.N.

Der Klosterwald ist ein reich strukturiertes natürliches Bergwaldmosaik. Der Vorrat an liegendem und stehendem Totholz (Äste und Stämme) ist beträchtlich. In seinem Nordost und Osthängen wird er von Blockhalden überzogen. Eingestreut findet man zahlreiche Block-Standorte mit edellaubbaumreichen Beständen. Die Bodentypen sind Braunerden. Das Ausgangsmaterial für die Bodenbildung ist das verwitterte Basaltmaterial, wodurch die Böden nährstoffreich sind.

Pflanzen- und Tierwelt:

Der Klosterwald ist ein typischer Vertreter des edellaubholzreichen Hang- und Blockschuttwaldes.

Aufgrund der geographischen Gegebenheiten hat sich ein vielfältiges Mosaik an Waldgesellschaften am Klosterwald gebildet. Beispielhaft zu nennen wären der Eschen-Ahorn-Steinschuttwald und Waldhaargersten-Buchenwald. Die natürliche Waldgesellschaft für den Klosterwald ist der Waldmeister-Bingelkraut-Edellaubholz-Buchenwald. Sie zeichnen sich durch den hohen Anteil von Bergahorn (Acer pseudoplatanus), Bergulme (Ulmus glabra) und Esche (Fraxinus excelsior) aus.
Zur üppig entwickelten Bodenvegetation gehören u.a. Waldmeister, Bärlauch, Frühlingsschabockskraut, Zwiebelzahnwurz, Sauerklee, WurmfarnHain-Sternmiere , Rasen-Schmiele, Frauenfarn, Knoblauchs-Rauke.
Neben vielen Vogelarten wie beispielsweise Waldschnepfe (Scolopax rusticola), Waldlaubsänger (Phylloscopus sibilatrix) und verschiedenen Spechtarten findet man in diesem totholzreichen Naturwald selten gewordene Insekten- und Kleintierarten sowie Säugetiere wie Muffel (Ovis musimon), Fledermäuse, Haselmaus (Muscardinus avellanarius) und Siebenschläfer (Glis glis).

Schutzverlauf:

• Durch starke Blocküberlagerung kaum nennenswerte forstliche Nutzung
• 2004 als Naturwaldparzelle ausgewiesen
• 2006 als Totalreservat (83,74 ha)

Primäres Schutzziel für den Klosterwald ist die Erhaltung und Sicherung eines edellaubholzreichen Buchenmischwaldes auf Basaltblockstandorten.
Der Klosterwald ist ein typischer Vertreter des edellaubholzreichen Hang- oder Blockschuttwalder. Dieser Waldtyp ist eine Laubwaldgesellschaft höchster Naturnähe.

Durch die extremen Standordbedingungen wie Überlagerungen der Bestandesflächen durch Basaltblöcke wurde in den vergangenen Jahrzehnten die Holznutzung im Klosterwald extensiv durchgeführt. Somit konnte sich einer der naturnähesten Laubwaldbestände der Region entwickeln. Der hohe Totholzanteil ist ein typisches Charakteristikum von unbewirtschafteten Wäldern.


Besonderheiten:

Im Klosterwald befinden sich kulturhistorische Fundstellen. Der „Gotteskopf", an dessen Fuß sich das ehemalige Kloster Rosenthal befindet, gilt als vorgeschichtliche Kult- und Opferstätte. Noch heute lassen sich hier Reste der ehemaligen Wallanlagen finden.

 


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