Naturschutzgebiet „Umpfen“ – Kernzone im Biosphärenreservat Rhön

Der Umpfen ist eine Basaltkuppe bei Fischbach und liegt ca. 610 - 700 m ü. NN. Die Basaltschicht überdeckt hier einen Sockel aus Muschelkalk. Früher wurde der Basalt in einem Steinbruch abgetragen. Noch heute prägen die ehemaligen Bergbauarbeiten das Landschaftsbild. Das ehemalige Steinbruchgelände wird heute durch steile Bruchwände, Abraum- und Schotterhalden sowie botanisch bedeutsame Ruderal- und Pionierfluren geprägt.

Tier- und Pflanzenwelt:

Im Bereich des ehemaligen Basaltsteinbruchs siedeln vor allem Pionier- und Ruderalgesellschaften. Charakteristisch für die Fläche ist der Frühlingsplatterbsen-Buchenwald. Zudem findet man auf den ehemaligen Abraumhalden Salweiden-Aspen-Pioniergehölze.
Unter den hier heimischen Tieren und Pflanzen finden sich einige besonders geschützte Arten der Roten Liste. So nutzt beispielsweise der Uhu (Bubo bubo) neben unzähligen anderen Vogelarten dieses Gebiet als Brutstätte. Auch die Alpen- und Sumpfspitzmaus (Sorex alpinus, Neomys anomalus), die beide hier einen Lebensraum gefunden haben, gelten als sehr gefährdet.
Das Stattliche Knabenkraut (Orchis mascula) weist in diesem Gebiet Massenbestände auf und auch der Ästige Rautenfarn (Bothrychium matricariifolium), von dem in ganz Thüringen nur vier Standorte bekannt sind, ist hier zu finden.


Schutzverlauf:

• Gründung des Steinbruchs 1914
• Steinbruch am Umpfen bereits 1971 offen gelassen
• Bis 1989 teilweiser Rückbau der Einrichtungen
• Ausweisung des Biosphärenreservates Rhön 1991 als Teil des NSG „Sommertal"
• Seit 2003 zur Schutzzone I im BR Rhön
• Seit 2006 per Verordnung zur Kernzone (61,07 ha).

Primäres Schutzziel für den Umpfen ist die Erhaltung und Sicherung eines charakteristischen Landschaftsausschnittes der Muschelkalkgebiete mit Basaltkuppenbereich der Vorderrhön mit einem komplexen Lebensraumgefüge aus naturnahen Wäldern, Basaltblockhalden und Sukzessionen als Lebensraum einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt.

Besonderheiten & Naturschutz:

Auf dem Umpfen befinden sich Reste von keltischen Wallanlagen.
In den vergangenen Jahrhunderten wurden die Nordhänge als Hutungen für Schafe und andere Tiere genutzt.
Seit 2003 gilt das Gebiet als Schutzzone I, laut BR Verordnung von April 2006 wurde es als Kernzone ausgewiesen.

 


Zurück zur Übersicht

Unsere Sponsoren

Weitere Sponsoren