Der Hirschkäfer

Der Hirschkäfer (Lucanus cervus) gehört zu den bekanntesten heimischen Käfern. Männliche Hirschkäfer sind durch ihre großen, geweihartigen Mundwerkzeuge unverkennbar. Interessieren sich zwei Käfermännchen für ein und dasselbe Weibchen, wird das imposante Geweih zum Kampf benutzt und versucht, den Widersacher damit zu Boden zu werfen. Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen Hirschkäfer jedoch als Larve unter der Erde. In abgestorbenen Stümpfen und Wurzeln alter Laubbäume zersetzen sie Totholz und sorgen so für die Anreicherung von Humus im Boden. Bis zu acht Jahre kann diese Entwicklung dauern, woraufhin das Insekt die Erde verlässt und als ausgewachsener Käfer einen Partner sucht. Vor allem an warmen Abenden im Juni und Juli können Hirschkäfer unter lautem Brummen bei Suchflügen beobachtet werden.

Sie lieben alte Eichen, sind aber auch an anderen Bäumen, auf Totholz und in Sträuchern zu finden, da sich die erwachsenen Käfer von Baumsäften an Wundstellen eines Baumes, die durch Frostrisse, Windbruch oder Blitzschlag entstehen, und die Larven (Larventyp der Engerlinge, vgl. Maikäfer) von totem, moderndem Holz ernähren (Brutstätten), das sie in Humus verwandeln.

 

Die Rhön als Lebensraum

Im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön können die Käfer im Wald , an Waldrändern, auf Lichtungen, auf Obstwiesen , aber auch in Ortschaften und Städten in Parks und Gärten vorkommen.

Leider werden Hirschkäfer bundesweit immer seltener: Aufgrund ihrer langen Entwicklungsphase sind die Tiere darauf angewiesen, dass tote Laubbäume und besonnte Baumstümpfe über Jahre hinweg ihren natürlichen Zerfallsprozessen überlassen werden. In unserer heutigen, aufgeräumten Landschaft mit Intensivierter Forstwirtschaft finden die Hirschkäfer daher immer weniger Lebensraum. Deshalb gelten Hirschkäfer laut der bundesweiten Roten Liste als „stark gefährdet“ und sind europaweit geschützt.

Maßnahmen wie die Kernzonen im Biosphärenreservat Rhön, in denen der Wald sich selbst überlassen wird und Totholz im Wald verbleibt, tragen auch dazu bei, den Lebensraum des Hirschkäfers zu erhalten bzw. zurückzugewinnen.

männlicher Hirschkäfer (Foto: Richard Dorn, piclease.com)

Hirschkäferweibchen werden oft mit dem weitaus häufigeren Balkenschröter (Dorcus parallelipipedus) verwechselt, der jedoch meist kleiner als 3 cm bleibt.(Foto: Richard Dorn/piclease.com)

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