In der Ruhe liegt die Kraft: das Rote Höhenvieh

Ebenso wie das Gelbvieh gehört auch das Rote Höhenvieh zu den ältesten bekannten Rinderrassen der heimischen Breitengrade. Schon unsere Vorfahren wussten seine Eigenschaften wie Umgänglichkeit und Widerstandsfähigkeit zu schätzen. Gab es in der Geschichte auch viele Versuche, es mit anderen zum Teil leistungsfähigeren Rassen zu kreuzen, stellte sich zuguterletzt heraus, dass das Rote Höhenvieh für sich genommen doch die idealen Voraussetzungen für die kargen Lebensbedingungen von Mittelgebirgslandschaften erfüllt. Als respektabler Milchgeber, Fleischlieferant und als Arbeitstier hatte es seinen festen Platz auf den Höfen.

Die Intensivierung der Landwirtschaft sorgte auch bei dieser Rasse für ein allmähliches, fast vollständiges Verschwinden. Wie dramatisch diese Entwicklung wirklich war, entdeckten Landwirte und Züchter erst in den 1980er Jahren. Gerade mal 20 weibliche Tiere konnten in der hiesigen Region noch gefunden werden. Im Vogelsberg gründete sich der „Verein zur Erhaltung und Förderung des Roten Höhenviehs e.V.“ Mit Erfolg. Heute finden sich immer mehr Halter, die das Rote Höhenvieh wieder zu schätzen wissen, vor allem in der extensiven Landwirtschaft, wo es auch beim Erhalt der Kulturlandschaft wertvolle Dienste leistet.

Das Rote Höhenvieh von Ludwig Weber

Auf den Weiden rund um Unterleichtersbach, in Sichtweite des Dreistelz, steht die Herde von Ludwig Weber: ein Zuchtbulle, 18 Kühe und ihre Kälber. Ganz bewusst hat er sich, nachdem er auch schottische Highlander und französische Limousin-Rinder „ausprobierte“, schließlich für diese traditionell einheimische Rinderrasse entschieden. Hatte sein Vater noch einen konventionellen, modernen Bullenmastbetrieb, so stellte er den Betrieb vor 25 Jahren auf biologische Bewirtschaftung um. Einige Jahre später holte er dann das Rote Höhenvieh auf den Hof. Den Großteil seiner Zuchttiere bekam er von hessischen Demeter-Betrieben, wo die Tiere selbstverständlich alle artgerecht gehalten werden und auch noch ihre Hörner tragen. Ludwig Weber, der neben anderen Produkten auch sein hoch qualitatives Bio-Rindfleisch auf Vorbestellung im eigenen Hofladen vermarktet, hat eine ganze klare ethische Grundhaltung gegenüber seinen Tieren und ihrer Nutzung: „Wenn ich ein Tier töte, dann habe ich auch die Verantwortung, dass es ein gutes Leben hatte und die Sonne gesehen hat.“

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