Fast eine Legende: das Rhönschaf

Mittlerweile kennt fast jedes Kind in der Rhön das Rhönschaf. Seine Geschichte ist schon fast legendär in der Region. Große Herden bevölkerten die Mittelgebirge zwischen Werra und Fulda; zu Zeiten Napoleons wurde ihr Fleisch als Delikatesse nach Frankreich und England exportiert. Einfuhrbeschränkungen und Verdrängung durch die Rinderhaltung sorgten beinahe für ein jähes Ende. Es gibt fleischigere Schafsrassen, deren Wolle sich besser industriell verarbeiten lässt. Und so wurde die Zucht eingestellt; Ende der 1950er  Jahre waren nur noch 300 Tiere in den Herdbüchern verzeichnet.

Dem Engagement privater Halter, ab 1990 auch staatlichen Förderprogrammen sowie dem BUND Naturschutz Bayern ist es zu verdanken, dass das Rhönschaf heute wieder viele Landstriche der Rhön bevölkert. Es wurde zu einem Sympathieträger des Biosphärenreservats Rhön und einem lebendigen Beispiel, wie Naturschutz durch Nutzung gelingen kann. Mittlerweile findet man in der ganzen Rhön wieder aktive Schäfer und fantasievolle Rhönschaf-Projekte.

„Jedem Kind sein Rhönschaf “ in Nüsttal-Silges

Im Jahre 1996 wurde in Silges, dem Heimatdorf des Naturschutzwarts Arnold Will, von der Gemeinde eine Streuobstwiese angelegt als Ausgleichsfläche für ein Neubaugebiet. Und 2011 kam ihm eine „apfelschafe“ Idee! Wusste er doch, dass Streuobstwiesen Pflege brauchen, dass Rhönschafe erstklassige Landschaftpfleger sind und dass Kinder Schafe einfach lieben. Ein soziales Dorfprojekt war geboren, bei dem es um Gemeinschaft, Toleranz, Verantwortung, Nachhaltigkeit, Naturerfahrung und Umweltbildung geht: das Projekt „Jedem Kind sein Rhönschaf“. Mit viel Engagement fand er Helfer für den Koppelbau, einen Trägerverein, den Heimat- und Geschichtsverein Silges, und bis jetzt 37 Kinder, die Freude daran haben, sich unter Anleitung von Arnold Will um die Tiere zu kümmern. Natürlich wird auch Apfelsaft gemeinsam hergestellt und mit den Schafen allerhand Naturabenteuer erlebt. 2013 gewann das Pilotprojekt den Bürgerpreis des Deutschen Naturschutzpreises. Und wer es mal hautnah kennenlernen möchte, der kann eine Nacht im dortigen Schäferwagen buchen.

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