Manchmal zickig, aber meistens auf Zack: die Frankenziege

Schon schade, dass die Frankenziege seit 1930 als eigene Rasse unter ihrem Namen gar nicht mehr geführt wird, sondern seitdem zur Population der Bunten Deutschen Edelziege zählt. Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass sie zwischen Fichtelgebirge, Frankenwald, Spessart und Rhön auf eine lange Tradition zurück blickt und früher vor allem in kleinen Landwirtschaften fester Bestandteil der Tierschar war.

Aussehen, Gestalt und ihre besonderen Eigenschaften verdankt sie gezielten Züchtungen, bei denen es Anfang des 20. Jahrhunderts in verschiedenen Regionen Frankens vor allem darum ging, ihre Widerstandsfähigkeit, Futterverwertung und Milchleistung zu verbessern. Heute erkennt man sie als rehfarbige, hornlose und kurzhaarige Ziege, wobei Aalstrich, Unterbauch und Beine schwarz sind. Ihre Genügsamkeit beim Futter machte sie für Halter besonders attraktiv, da sie mit Kräutern, Blättern und wenig Gras gut auskommt und so keine Futterkonkurrenz für Kühe oder Schafe darstellte. Nicht umsonst bezeichnete man sie auch als „Kuh des kleinen Mannes“.

Die Frankenziege war und ist also wie geschaffen für die Gefilde der Rhön, zumal sie auch als erstklassiger Kletterer ohne Probleme steilere Berghänge bezwingt. Nach dem 2. Weltkrieg galt die Ziegenhaltung in der Landwirtschaft nicht mehr als populär und es begann ihr Niedergang. Es gab schließlich so wenig reinrassige Frankenziegen, so dass die Rasse in der "Bunten Deutschen Edelziege" aufging. Aus Ziegenmilch lassen sich gesunde Joghurts oder verschiedene Arten an leckeren Frisch- und Schnittkäsen herstellen. Das fettarme Ziegenfleisch ist bei Kennern begehrt, insbesondere auch wenn es zu einfallsreichen Wurstspezialitäten verarbeitet wird.

Die Rhöner Frankenziegen von Martin Baumbach

Martin Baumbach ist studierter Landwirt und schon in seiner Diplomarbeit beschäftigte er sich mit der Ziegenhaltung. Da war es nur konsequent, dass er 1985 seinen Betrieb von Kühen auf Ziegen umstellte. War es zu Beginn auch schwierig, Lämmer der Frankenziege zu bekommen, so hat er heute eine Herde von 120 Tieren auf seinem Hof am Ortsrand von Schönau. „Es sind sehr vitale, aktive Tiere“, so Martin Baumbach, „die auch schon mal in Nachbars Garten stöbern, wenn man nicht aufpasst.“ Aber dafür, so der Landwirt, bauen sie eine gute Bindung zu Menschen auf. Ziegen sind Herdentiere und zugleich Individualisten. So beschreibt Martin Baumbach weiter: „Sie kommen zwar gemeinsam aus dem Stall, aber dann läuft jede in eine andere Richtung.“ Zweimal am Tag werden die Ziegen gemolken und jedes Tier gibt im Durchschnitt 2-3 Liter Milch pro Tag, die dann an eine Käserei in Bayreuth und zur Herbertsmühle nach Hünfeld geliefert wird. Wer leckere Ziegenprodukte ausprobieren möchte, der kann bei Martin Baumbach Ziegenfleisch und Käse bestellen.

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