Das Schaf mit dem "goldenen Vlies": das Coburger Fuchsschaf

Das rötlich-braune, fuchsfarbene, manchmal gold melierte Farbspiel seines Fells (deshalb „Goldene Vlies“ genannt) gab dieser Landschafrasse ihren Namen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch weit verbreitet, starb diese Rasse durch die sich veränderten Ansprüche in der Landwirtschaft nahezu aus. Dem besonderen Colorit seines Fells verdankt es sein Überleben, denn es war ein Tuchfabrikant in den 1950er Jahren, der die Wolle dieser Schafe zur Textilherstellung entdeckte. Die Zucht wurde wieder aufgenommen und schließlich wurde das „Coburger Fuchsschaf “ von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) als eigene Rasse anerkannt.

Die widerstandsfähigen, sehr genügsamen und zugleich robusten Tiere zeichnen sich durch eine gute Marsch- und Pferchfähigkeit aus, sind sowohl in Koppeln gut zu halten als auch für die Hütehaltung bestens geeignet. Insbesondere in rauhen Mittelgebirgslagen wie die Rhön leisten sie bis heute wertvolle Dienste in der Landschaftspflege. Nicht nur die Wolle des Coburger Fuchsschafes eignet sich bestens zum Handspinnen, Weben und Filzen, auch das Fleisch der Lämmer und der älteren Tiere ist bei Feinschmeckern hoch geschätzt.

Die Coburger Fuchsschafe von Oliver Kirchner

Es ist ein sehr exklusiver Ort an dem die 55 Coburger Fuchsschafe von Oliver Kirchner, in Weidegemeinschaft mit Thüringer Wald Ziegen und weißen Edelziegen in der Rhön grasen: die Weide liegt auf der Dalherdaer Kuppe im Truppenübungsplatz Wildflecken mit einem spektakulären 360 Grad-Panorama ins „Land der offenen Fernen“. Dass hier die Rhöner Fernen offen bleiben, dabei helfen die Coburger Fuchschafe kräftig mit. „Als wir hier anfingen, war alles noch von Himbeeren und Waldweideröschen überwuchert“, sagt Oliver Kirchner, „schon nach einigen Wochen war davon nichts mehr zu sehen, alles abgefuttert.“

Auch Oliver Kirchner, der in Rommers einen Lern- und Erlebnisbauernhof mit vielen seltenen Tierrassen betreibt, war von dem fuchsfarbenen Fell der Coburger von Anfang an fasziniert. Seit dem Jahr 2000 hält und züchtet er diese Landschafrasse. Während er die weiblichen Tiere in der Herde behält, verkauft er die Bocklämmer an andere Fuchsschaf-Freunde zur Pflege der heimischen Obstgärten. Und wenn Schulklassen und Gäste seinen Hof besuchen, können sie nicht nur ganz viel über selte heimische Nutztierrassen erfahren, sondern auch lernen, wie aus der Wolle der Coburger Füchse Filz gemacht wird.

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