Artenschutz in der Landwirtschaft: Die Arche-Höfe

Im Jahr 1995 wurde von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) das so genannte Arche-Projekt ins Leben gerufen. Sein Ziel ist es, vom Aussterben bedrohten Nutztierrassen das Überleben zu sichern, indem diese in die landwirtschaftliche Produktion integriert und deren besondere Eigenschaften und Potenziale gezielt genutzt werden. Eine nachhaltige Züchtung der Tiere soll zugleich den Fortbestand der Rassen sichern. Arche-Höfe bieten interessierten Besuchern nicht nur die Möglichkeit seltene Nutztierrassen unmittelbar zu erleben, sondern meist auch in der Direktvermarktung außergewöhnliche Produkt-Spezialitäten zu entdecken. Zur Zeit gibt es in Deutschland ca. 90 Arche-Höfe.

Der Arche-Hof der Familie Weber in Wülfershausen

Die Vielfalt der Tierrassen auf dem „Schwabenhof “ in Wülfershausen, der seit 1990 biologisch wirtschaftet, ist beeindruckend. Nicht alle von ihnen sind seltene Nutztierrassen, doch die Coburger Fuchsschafe, die Kaninchenrasse Meißner Widder, das Gelbe Frankenvieh und die Bayerischen Landgänse stehen allesamt auf der Roten Liste und sind vom Aussterben bedroht. Eigentlich wollten sich die Webers bei der GEH allgemein nur über Grünlandbewirtschaftung informieren. Nebenbei erfuhren sie dort vom „Archeprojekt“ und dass sie neben ihren Flugenten, Hühnern, Gänsen und den zwei Schweinen sowieso schon seltene Tiere hielten. Das war vor 15 Jahren. Seitdem sind sie offiziell ein „Arche-Hof“. Besucher können sich hier über Haltung und Zucht der seltenen Nutztierrassen informieren und im Hofladen selbst hergestellte Spezialitäten erwerben, wie z.B. Rind- und Kaninchenfleisch, Geflügel, Biobrot, Wolle sowie Milch, Käse und Joghurt. Das Besondere: Milch und Milchprodukte kommen von der 50köpfigen Herde des gelben Frankenviehs, die täglich gemolken werden. Gäste sind hier nach Voranmeldung willkommen, auch zum „Tierwohl- Tag“, den die Webers zusammen mit Bioland jährlich veranstalten.

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