Gymnasium - Nudeln selbst gemacht

Eine besonders delikate Schulstunde
Gesund kochen und satt essen: Projekt des Biosphärenreservats mit Sportleistungskurslern

Nachhaltiger Konsum und richtige Ernährung stehen in engem Zusammenhang. Wie man gesund isst und dabei ganz nebenbei auch aufs Klima achten kann, lernten Sportleistungskursschüler am Rhön-Gymnasium in einer delikaten Extraschulstunde.

Ein Smoothie aus Obst der Saison, selbst gemachte Nudeln mit Champignon-, oder doch lieber Teigtaschen mit Tomatensoße? Der Sportleistungskurs der 13. Jahrgangsstufe am Rhön-Gymnasium hat in der hauseigenen Küche gekocht. Ganz gesund und nachhaltig. Und sich richtig satt gegessen.


Normalerweise steht das aber gar nicht auf dem Lehrplan. Ernährung ist wichtig. Für Nichtsportler, und für Sportler umso mehr. Wer nicht richtig isst bei höherer körperlicher Leistung, der wird ganz schnell an seine Grenzen kommen. Grenzen, die der Körper setzt, wenn die Energiezufuhr nicht ausreicht. Im Lehrplan der Sportleistungskurse am Rhön-Gymnasium steht das Thema Ernährung zwar irgendwann einmal ausgiebig mit drin, doch gekocht wird dabei eigentlich nicht.

Kochlöffel schwingen

Einen ganzen Nachmittag mit den Schülern mal den Kochlöffel zu schwingen, dazu war Lehrer Matthias Baumbach mit seinem Leistungskurs gerne bereit. „Ernährung ist zwar ein großes Thema bei uns", sagt der Sportlehrer. „Aber einen ganzen Nachmittag lang kochen, das machen wir normalerweise nicht." Die nachmittägliche Kochveranstaltung in Zusammenarbeit mit Eva Kalla vom Biosphärenreservat Rhön ging aus einem Projekt zum bewussten und nachhaltigen Konsum hervor, das vom Biosphärenreservat an acht Neustädter Schulen in diesem Herbst umgesetzt wird.

Der Kochnachmittag bot zudem reichlich Gelegenheit, das Thema Ernährung abseits von Schnellimbissketten mal ausgiebig zu diskutieren. Nicht nur die erhöhten körperlichen Anforderungen von Sportlern fordern auch ein Mehr an nährstoffhaltigem Input, auch die Gesundheitsvorsorge hängst ganz eng mit den richtigen Essgewohnheiten zusammen. Wer will schon lange krank oder außer Form sein, bloß weil er sich nicht richtig ernährt?

Überlegt einkaufen

Also schnippelten die Schüler Gemüse, leierten Teig durch die Nudelmaschine, rührten Soßen und pressten Obst aus. „Das sollten wir viel öfters machen", sagt eine Schülerin. Richtig essen wird schließlich erst gemeinsam zur reinen Freude.
Und am Rande des Kochnachmittags wurden die Zusammenhänge zwischen Klima und Ernährung diskutiert. Die sind zwar hinlänglich bekannt, doch beachtet werden sie kaum. Spritfressende Autos, alte Heizungen oder undichte Fenster sind als Hauptverdächtige für die Erderwärmung tagtäglich in aller Munde. Aber auch durch die weltweiten Ess- und Trinkgewohnheiten wird der Globus gefährlich aufgeheizt.
Rund 20 Prozent der klimaschädlichen Emissionen hängen mit der Ernährung zusammen, weiß Eva Kalla den Schülern zu erklären. Genauer gesagt mit der Nahrungsmittelproduktion. Da lohnt der genauere Blick ins Regal, bevor irgendein Sattmacher gedankenlos gekauft wird. Mit irgendwas sollten sich ja gerade Sportler nicht abfinden. Die Sportler im schulischen Leistungskurs wissen schließlich genau: Wer erfolgreich im Sport sein will, der muss auch richtig essen.
Und kann dabei ganz nebenbei auch was gegen die Klimaerwärmung tun.

Text: Stefan Kritzer

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Foto: Anand Anders

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