Schwerspat/Baryt-Schaustollen Grube Marie bei Wildflecken-Oberbach

Am Großen Auersberg, einem 809 m hohen Basaltberg zwischen Wildflecken und Oberbach, dessen größter Teil im heute nicht zugänglichen Truppenübungsplatz liegt, wurde über 100 Jahre lang bis 1970 Schwerspat (Baryt) abgebaut. Der hiesige Baryt galt als besonders rein und wies keine oder nur geringe Verunreinigungen, beispielsweise durch Eisenerze oder Mangan, auf. Der Abbau des Minerals aus den Ganglagerstätten des Buntsandsteins war deshalb trotz hoher Transportkosten über lange Zeit rentabel und ein wichtiger Wirtschaftszweig im Oberen Sinntal.

Heute ist davon kaum noch etwas zu erkennen. Die Eingänge der Stollen wurden gesprengt. Damit dieser Teil unserer Geschichte jedoch nicht komplett in Vergessenheit gerät, wurde außerhalb des Sperrgebietes des Truppenübungsplatzes ein Stollen originalgetreu hergerichtet: der sogenannte Anschauungsstollen „Grube Marie“. Der Schlüssel zum Stollen, der in der Regel verschlossen ist, kann im Informationszentrum Haus der Schwarzen Berge in Wildflecken-Oberbach entliehen werden.

Im Stollen bekommen Sie einen Eindruck von der harten Arbeit der Grubenarbeiter. Bis zu 60 Personen arbeiteten in 3 Schichten in den Gruben am Großen Auersberg. Dazu gehörten neben den Männern, die unter Tage das wertvolle Mineral schürften, u. a. auch Frauen, die für die Reinigung und Säuberung des Schwerspats zuständig waren. Die Grube war ein wichtiger Arbeitgeber in der ansonsten landwirtschaftlich geprägten Region.

Eingang Grube Marie am Großen Auersberg Foto: Claus Schenk

Im Anschauungsstollen erzählen mehrere Infotafeln die Geschichte des Schwerspatabbaus, der Grube Marie und ihrer Arbeiter und Arbeiterinnen vom ersten, noch oberflächlichen Abbau in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zur Schließung am 30. Oktober 1970. Über die Jahrzehnte hat die Grube eine wechselvolle Geschichte erlebt, in der es sowohl Blütezeiten als auch (während der Weltkriege) Stillstände gab.

Hauptabnehmer für den oftmals in schönen Kristallen vorzufindenden Baryt aus dem Oberen Sinntal war die Erdölindustrie, die Schwerspat als Beimischung für Schmiermittel benötigte. Für das Mineral mit der chemischen Formel BaSO4 (Bariumsulfat) gibt es zahlreiche weitere Einsatzmöglichkeiten. Wegen seiner hohen Dichte (daher der Name Schwerspat) wird es strahlungssicherem Beton zugesetzt.

Eine Zeit lang wurden in Oberbach Fertigteile für den Strahlenschutz hergestellt. Baryt wird außerdem als Kontrastmittel in der Röntgenmedizin, als Beimischung zu Bohrschlamm und bei der Glasherstellung verwendet. Weil es mit grüner Flamme verbrennt, ist es auch in Signalraketen und Feuerwerkskörpern wiederzufinden.

Kontakt
Informationszentrum Haus der Schwarzen Berge
Rhönstr. 97
97772 Wildflecken-Oberbach
Tel. 09749 / 91220

Öffnungszeiten:
Nov. - März: 10.00 - 16.00 Uhr
April - Okt.: 10.00 - 17.00 Uhr
Montag Ruhetag (Die Touristinformation ist auch an Montagen besetzt.)
Eintritt frei!

Schwerspatkristall vom Großen Auersberg Foto: Claus Schenk


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