Erster Erfahrungsbericht Südafrika von Lisa-Marie Zimmer aus Vacha

Hintergrund

Lisa-Marie Zimmer aus Vacha befindet sich aktuell in Hoedspruit, Südafrika und absolviert in der Kruger to Canyons Biosphere Region ihren internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD). Die Einsatzstellen sind beim Hoedspruit Trianing Trust, der die agrosoziale Organisation "Hlokomela" betreut.

Hlokomela – eine Kultur in der man sich umeinander kümmert und die die Teilnahme eines jeden einzelnen ermutigt. Dieser Leitspruch ist in vielen Gebäuden der Organisation zu lesen. Er zeigt Hoffnungen und Ziele. Doch um diese in der südafrikanischen Gesellschaft umzusetzen sind viele Hände erforderlich. Glücklicherweise gibt es in jedem Jahr die Möglichkeit für Jugendliche aus der Rhön ein Teil dieser Vorstellung zu werden.


Meine Erfahrungen

Mein Name ist Lisa-Marie Zimmer und ich komme aus Vacha in der Thüringer Rhön. Ich bin vor etwa drei Monaten in Hoedspruit in der Nähe des Kruger Nationalparks in Südafrika gelandet, um ein Jahr als Freiwillige mitzuarbeiten. Zunächst kam mir die Kleinstadt mit ihrem regen Verkehr und riesigen Touristengruppen ziemlich hektisch vor. Doch schon nach wenigen Tagen war ich der ländlichen Idylle, die die Stadt umgibt, sowie den alles überragenden Drakensbergen verfallen. Nicht nur die Kleinstadt und die sie umgebende malerische Landschaft haben mich in ihren Bann gezogen, auch die Arbeit für die gemeinnützige Organisation Hlokomela ist sowohl anspruchsvoll als auch lehrreich. Als eine HIV Hilfsorganisation gegründet, wendet sich das Projekt besonders den Bedürfnissen vor Farmarbeitern zu. Sie brauchen besondere Unterstützung, da sie oft von Betrieb zu Betrieb reisen und so selten die Chance haben, einen Arzt aufzusuchen. Durch viele Kliniken in meist abgeschotteten Gebieten versucht Hlokomela daher so viele Farmarbeiter wie möglich zu erreichen, sie für gesundheitliche Probleme zu sensibilisieren und ihnen Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Die Freiwilligen sind jedoch in einem anderen Sektor der Organisation tätig: Um Hlokomela finanziell unterstützen zu können, wurden drei Projekte ins Leben gerufen:

  • ein Kräutergraten,
  • ein Second Hand Shop und
  • ein Nähprojekt.

In diesen Bereichen gibt es viel zu tun und so lässt sich für jeden eine passende Tätigkeit finden. Dabei übernimmt man oft administrative Aufgaben, die der Verbesserung der Struktur des Second Hand Shops und des Nähprojekts dienen. Dabei kommt natürlich auch der Spaß nie zu kurz, wie beispielsweise beim Auspacken und Auspreisen der Kleiderspenden, „wilden“ Renovierungsaktionen oder einfach bei einem Kaffeeklatsch in einer lockeren Atmosphäre mit den Kollegen. Besonders stolz sind wir jedoch auf unseren schön gestalteten Kräutergarten, dessen Produkte an umliegende Restaurants und Lodges verkauft werden.

Die Arbeit dort ist vielseitig und beinhaltet weitaus mehr als nur Unkrautzupfen. Momentan bin ich damit beschäftigt, ein begehbares Labyrinth aus sogenannten Speckbäumen anzupflanzen. Nach den Plänen von Simon Dohrmann, der bis August ebenfalls ein Freiwilliger aus der Rhön war, wird dieses 61 x 51 m große Projekt hoffentlich bis zum Ende des Jahres fertig bepflanzt sein. In einem weiteren Schritt soll es zu einer Touristenattraktion entwickelt werden.

Doch was wäre Hlokomela  ohne seine liebevollen und fürsorglichen Arbeiter. Ich fühle mich oft nicht als ein „Mitarbeiter“ der Organisation, sondern sie wird zu einer Familie. Und genau wie unter Verwandten geht kaum ein Mittagessen ungeteilt durch den Pausenraum.

Ich hoffe, dass sich auch in den kommenden Jahren junge Menschen finden, die Freude an solchen Herausforderungen haben und stets neue Blickwinkel in unsere Projekte eröffnen.

Projekt Kräutergarten zur Unterstützung von Hlokomela (Foto: Lisa-Marie Zimmer)

Zusammenarbeit wie in einer Familie (Foto: Lisa-Marie Zimmer)

Schlagabtausch - Lisa-Marie Zimmer kommt und Simon Dohrmann und Isabell Roßmann verlassen nach einem intensiven Jahr Südafrika (v.l.n.r.)

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