Empfehlungen für Außenbeleuchtung

Unsere Region bietet noch natürliche Nachtlandschaften und somit einen sternenreichen Nachthimmel. Dies ermöglicht außergewöhnliche Sternenbeobachtung und bietet zahlreichen seltenen Tieren einen ungestörten Lebensraum. Auch die menschliche Gesundheit profitiert von einem intakten Tag-Nacht-Rhythmus, der heutzutage häufig durch ein Übermaß künstlicher Beleuchtung gestört ist.

Durch die im August 2014 erfolgte Auszeichnung als Sternenparks sollen die natürlichen Nachtlandschaften besser bewahrt und geschützt werden. Jeder Bauherr kann bei seiner Baumaßnahme durch energiesparende und den Verhältnissen angepasste Beleuchtung einen Beitrag dazu leisten. Dafür wird empfohlen bei der Planung und Auswahl künstlicher Außenbeleuchtung folgende Fragen zu berücksichtigen:

  • Ist die künstliche Außenbeleuchtung wirklich notwendig?

Verzichten Sie auf überflüssige Beleuchtung wie z.B. Lichtkugeln oder Bodenstrahler, da diese Licht größtenteils ungenutzt verschwenden. Vermeiden Sie die Anstrahlung von Bäumen oder Büschen, denn dies zieht Insekten an und stört den Nachtrhythmus von Mensch und Tier. Setzen Sie keine „billigen“ Solarleuchten ein, da sie selten sinnvoll beleuchten, bereits nach kurzer Zeit defekt sind und die Akkus als Sondermüll entsorgt werden müssen. Denken Sie daran, dass Licht Energie verbraucht und damit zur Klimaerwärmung beiträgt! Zudem verursacht es vermeidbare Kosten.

  • Wie lange ist die Beleuchtung notwendig?

Licht sollte nur eingeschaltet werden, wenn es wirklich gebraucht wird. Hilfreich dafür sind Bewegungsmelder, Schalter oder Zeitschaltuhren. Bei Bewegungsmeldern ist es wichtig, auf eine exakte Ausrichtung zu achten, damit sie beispielsweise nicht von jedem Passanten ausgelöst werden! Nach Mitternacht wird kaum noch Licht benötigt, abschalten oder dimmen ist dann sinnvoll.

  • Wo wird das Licht benötigt?

Licht sollte dorthin gelenkt werden, wo es benötigt wird, beispielsweise auf Wegen, Treppen oder an Eingängen. Sehr viele marktübliche Leuchten strahlen zu viel Licht und damit Energie nach oben oder zur Seite ab. Achten Sie bei der Auswahl auf abgeschirmte und damit blendfreie Leuchten, die nur nach unten strahlen (auch als Downlights oder full cut off bezeichnet).
Wenn Sie Halogenstrahler nutzen, richten Sie sie so aus, dass sie weit nach unten strahlen. Dadurch ist eine geringere Anschlussleistung nötig und es lassen sich erhebliche Stromkosten einsparen.

  • Welches Leuchtmittel (Lampe) ist geeignet?

Es gibt Halogen-, Kompaktleuchtstoff- und LED-Lampen, wobei letztere am energieeffizientesten sind. Wählen Sie daher für LED-Lampen eine geringere Watt-Zahl als für die anderen Lampen. Eine 3 W LED-Lampe leuchtet z. B. so hell wie eine 8 W Kompaktleuchtstofflampe oder eine 25 W Halogenlampe. Wählen Sie Lampen mit geringen Blauanteilen und warmweißem Licht. Die Farbtemperatur steht auf der Verpackung und sollte nicht über 3000 K – besser noch weit darunter - liegen. Sie zieht weniger Insekten an, trägt weniger zur Lichtverschmutzung bei und beeinträchtigt weniger die menschliche Gesundheit!

  • Ergänzende Empfehlung für Handel und Gewerbe

Leuchtreklame sollte eine möglichst geringe Leuchtdichte haben, 10 cd/m² reichen meist aus, für Hintergründe sollen helle Farben vermieden werden. Anstrahlungen sollten nur von oben nach unten
erfolgen, eine genaue Ausrichtung der Strahler ist wichtig, damit kein Licht am Ziel vorbei geht und ggf. blendet. Es wird empfohlen die Werbebeleuchtung nach Geschäftsschluss oder spätestens in der späten Nacht (ab 23 oder 0 Uhr) abzuschalten. Auch Parkplatz und Zuwegung sollten nur bedarfsorientiert und mit abgeschirmter Beleuchtung (z.B. durch horizontale Montierung von asymmetrischen Planflächenstrahlern) erhellt werden.

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