Die Rhöner sind heimatverbunden

Die Rhön ist relativ dünn besiedelt. Doch das allein sagt noch nicht viel über die Menschen aus, die hier Leben. Wer also sind „die Rhöner“? Und wovon leben sie?

Fakten, Zahlen und Trends

Mit der Erweiterung des UNESCO-Biosphärenreservats auf bayerischer Seite im Sommer 2014 ist auch die Bevölkerung deutlich gewachsen. Rund 226.000 Menschen haben ihren festen Wohnsitz in den Rhön-Kommunen. Hinzuzurechnen sind die Urlauber und Tagesgäste, denn auch sie beanspruchen Ressourcen.

Die Religionszugehörigkeit ist vor allem durch die traditionellen örtlichen Konfessionsgrenzen geprägt. Es gibt insgesamt mehr Katholiken als Protestanten, inzwischen aber auch zunehmend Angehörige anderer Religionen und Menschen ohne Konfession.

Wie die meisten ländlichen Regionen ist auch die Rhön mit Überalterung der Bevölkerung und Abwanderung jüngerer Menschen konfrontiert. Diesen demografischen Wandel müssen wir mit einer guten Regionalplanung in unserem Rahmenkonzept des UNESCO-Biosphärenreservats berücksichtigen und entgegen wirken.

Vielseitig:

Die Erwerbsgrundlagen der Rhöner

Land- und Forstwirtschaft:
Die einzigartige Kulturlandschaft der Rhön ist durch bäuerliche und forstliche Nutzung entstanden. Bei der Bewahrung dieses Landschaftscharakters sind die Landwirte für uns wichtige Partner. Der überwiegende Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche besteht aus Grünland (28,6 Prozent). Wie anderswo ist auch in der Rhön die Bedeutung der Landwirtschaft stark rückläufig.

42,1 Prozent der Fläche des UNESCO-Biosphärenreservats sind mit Wald bedeckt. Im Zuge der Erweiterung kamen in Franken große Waldgebiete hinzu. Gleichwohl sind nur etwa 400 Rhöner sozialversicherungspflichtig in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt, auch deshalb, weil immer effektivere Maschinen eingesetzt werden.

Gewerbliche Unternehmen:
Seit der Erweiterung ist der Sektor „Sonstige Dienstleistungen“ Spitzenreiter unter den Arbeitgebern. 23.845 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer finden hier Lohn und Brot. Ein Grund für die gestiegene Bedeutung sind die vielen Arbeitsplätze im Gesundheitssektor.

An zweiter Stelle steht das produzierende Gewerbe mit 22.782 Beschäftigten. Das Spektrum der mittelständischen Firmen – darunter viele Handwerksbetriebe – reicht von der Metallverarbeitung über den Maschinenbau bis zur Holzverarbeitung.

Den dritten Platz in der Beschäftigungsstatistik belegt der Sektor Handel und Verkehr einschließlich Gastgewerbe mit 10.650 Arbeitsplätzen.

Zukunftsorientiert:

Tourismus und Gesundheitssektor

Dieser Beschäftigungsbereich hat in jüngster Zeit stark an Bedeutung gewonnen und verdient eine nähere Betrachtung.

Die Rhön ist ein beliebtes Ziel für Tagesgäste und Urlauber, insbesondere Kurzurlauber. Die Zahl der Gästeankünfte hat sich in den vergangenen Jahren annähernd verdoppelt, wobei die Zahlen von Ort zu Ort stark schwanken. Für das gesamte UNESCO-Biosphärenreservat wurden über den Zeitraum August 2010 bis Juli 2011  im Rahmen einer Studie 4,3 Mio. Tagesgäste und rund 2,0 Mio. Übernachtungsgäste ermittelt. Das ist für Gastronomie und Beherbergungsbetriebe eine erhebliche Wertschöpfung und schafft oder stützt viele Tausend Arbeitsplätze.

Gleichzeitig tragen die Besucher dazu bei, die Destination UNESCO-Biosphärenreservat zu einer immer bekannteren Marke zu machen. Seit der Erweiterung nach Süden gehören nun auch mehrere gut frequentierte unterfränkische Kurorte zum Biosphärenreservat, allen voran Bad Kissingen. Diese Orte bringen neben dem klassischen Gastgewerbe eine vitale Gesundheitsbranche (Bäder, Wellness, Kur und Pflege) ein. Viele Rhöner finden hier Arbeit.

Beweglich:

Mobilität als Notwendigkeit

Das Land der offenen Fernen ist für viele Einheimische auch eine Region der weiten Wege. Mit Ausnahme derer, die in den größeren fränkischen Kurorten leben und arbeiten, sind die weitaus meisten Rhöner es gewohnt, zur Arbeit, Schule oder Ausbildung, zum Einkaufen und in der Freizeit teilweise regelmäßig weite Wege zurücklegen zu müssen.

Tausende von Rhönern sind Pendler und arbeiten außerhalb der Rhön. Wichtige externe Arbeitsmärkte sind Fulda, Meiningen, Schweinfurt sowie das Rhein-Main-Gebiet. Mit der Erweiterung ist das Pendlersaldo positiv: Es gibt nun im UNESCO-Biosphärenreservat mehr Einpendler als Auspendler.

Dass dies so bleibt - mit Blick auf die demografische Entwicklung - müssen die Verantwortlichen in der Rhön dafür Sorge tragen, dass auch eine tendenziell immer älter werdende Bevölkerung mobil bleiben kann. Öffentlicher Nah- und Regionalverkehr, Mitfahr-Zentralen und eine Grundversorgung mit den Notwendigkeiten des Alltags im ländlichen Raum werden in Zukunft immer wichtiger.

Poppenhausen im Frühling

Holz - ein wichtiger Rohstoff der Region

Tourismus - Wertschöpfung für die Region

Unsere Sponsoren

Weitere Sponsoren