Biosphärenreservat Rhön
Waldkauz

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Fest für und um das Gelbe Frankenvieh

ZEITLOFS-ECKARTS. Als eine gelungene Kooperation zwischen Landwirtschaft und Naturschutz hat Unterfrankens Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer das Weideprojekt in dem 284 Einwohner zählenden Dorf Eckarts gewürdigt. Auf 73 Hektar, aufgeteilt auf drei Teilflächen, weidet in der Sinntalaue unterhalb des Staatsbades Brückenau wieder Gelbes Frankenvieh, die regional typische alte Rinderrasse.

Schätzungsweise mehr als 2 000 Besucher kamen nach Eckarts, um das Projekt kennenzulernen, Produkte vom Gelben Frankenvieh zu verkosten und ein vielfältiges Rahmenprogramm zu genießen. Neben dem Regierungspräsidenten als Schirmherren der Veranstaltung waren darunter das Mitglied des Bayerischen Landtags Robert Kiesel, Bad Kissingens Landrat Thomas Bold, der Bereichsleiter Landwirtschaft am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bad Neustadt/Saale, Johann Giglhuber, der Bad Kissinger Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands, Karl-Heinz Vogler, und der Bürgermeister der Gemeinde Zeitlofs, Wilhelm Friedrich.
Der Regierungspräsident schilderte die Entstehung des Weideprojekts Eckarts: Durch eine Zusammenlegung der durch Realerbteilung zersplitterten Kleinflächen durch Freiwilligen Nutzungstausch wurde es erst möglich, dass im Rahmen des länderübergreifenden Grünlandprojekts Rhön großflächig-extensive Beweidung eingeführt wurde. Dieses Projekt habe gute ökologische und ökonomische Beratung geleistet. Daraufhin schlossen sich Hans-Richard Ullrich, Karl-Heinz Kress und Peter Limpert zu einer Weidegemeinschaft zusammen, die nun seit einem Jahr zwei der drei Teilflächen mit zwei gemeinsamen Herden bewirtschaften. Eine dritte Teilfläche nutzt Volker Roth, Inhaber des Gasthauses „Zum Schwarzen Ross" in Eckarts.
Aus Sicht des Naturschutzes, so Regierungspräsident Beinhofer, liefere das Projekt im Sinntal ein gutes Beispiel des Miteinanders von Biber und Landwirtschaft: Der Biber verursache eine natürliche Auendynamik mit Überflutungen und gestalte damit einen hochwertigen Lebensraum für eine artenreiche Flora und Fauna. Rinder hielten durch Fraß und Tritt die Aue offen und verhinderten, dass sich Gehölze stark ausbreiten. Beides ergebe eine Dynamik, die aus Sicht des Naturschutzes hoch spannend sei. Bewusst seien die Ufer der Sinn nicht ausgezäunt. Ebenso sei das Gelbe Frankenvieh und die ganzjährig auch über Winter realisierte Beweidung etwas Besonderes. Beinhofer dankte den Landwirten als „Pionieren" für ihren Mut, Projektleiter Prof. Dr. Eckhard Jedicke und Projektmanager Karl-Heinz Kolb für ihre Beratung und zahlreichen weiteren Akteuren für ihre Unterstützung. Zum Abschluss enthüllte er eine von vier Informationstafeln, die Einheimischen und Besuchern künftig rund um Eckarts das Weideprojekt näher bringen sollen.
Jedicke würdigte das Engagement der Vereine, zahlreicher Einzelpersonen und nicht zuletzt der gesamten Dorfgemeinschaft bei der Ausrichtung des Weidefestes. Er sieht die Beweidung in der Sinntalaue als „Musterbeispiel für gute Kooperation und wegweisend für weitere Vorhaben von Landwirtschaft und Naturschutz im Biosphärenreservat und den angrenzenden Gebieten". In einem Festgottesdienst schilderte Pfarrer Gerhard Kirchner eindrucksvoll die Angst als Bremse bei Problemlösungen - die beteiligten Landwirte dagegen zeigten Mut, auch neue Wege der Bewirtschaftung zu gehen. Und dafür verkündete der Regierungspräsident neue Möglichkeiten: Er gab mit Freude bekannt, dass die Regierung von Unterfranken ein neues, breiter angelegtes Projekt aus Mitteln der bayerischen Biodiversitätsinitiative fördern werde. In Fortsetzung des DBU-Grünlandprojekts Rhön stünden „bis Ende 2010 rund 200 000 Euro zur Verfügung, um modellhafte Naturschutzmaßnahmen mit der Landwirtschaft in der bayerischen Rhön zu entwickeln und umzusetzen - im Grünland ebenso wie im Ackerland."
Das Gelbe Frankenvieh war das beherrschende Thema der Veranstaltung - sowohl die Tiere auf den Weiden, zu denen stündliche Exkursionen führten, als auch Produkte ihres Fleisches. Das Gasthaus „Zum schwarzen Ross" bot u.a. gekochtes Ochsenfleisch und Gulasch von eigenen Tieren an. Seine Premiere hatte der „Rhön-Filou", eine Rindsbratwurst vom Gelben Frankenvieh am gemeinsamen Stand der Sandberger Metzgerei Werner Söder und des Dorint Resort und Spa Hotels Bad Brückenau. Diese ist ebenso wie der „Rhön Schdegge" (eine Rindersalami in Form eines Wanderstocks) als auch Rinderschinken vom Frankenvieh ein Produkt, welches im Rahmen des Grünlandprojekts Rhön entwickelt wurde. Weiter sorgten der Fischereiverein Bad Brückenau mit Steckerlfisch, der Obst- und Gartenbauverein Wernarz mit Kaffee und Kuchen und die Freiwillige Feuerwehr Eckarts mit Getränken für das leibliche Wohl und die Schlosshof-Musikanten Weißenbach und der Musikverein Zeitlofs für die musikalische Umrahmung. Robert Hildmann zeigte alte Haustierrassen, ein Korbflechter gab Einblicke in seine Arbeit, ein Imker präsentierte Honig, die Linedancer aus Burgsinn demonstrierten ihr tänzerisches Können sowie Steffi und Bernd Bienmüller mit den BSM Quarter Horses zeigten, wie sich Rinderherden mit Hilfe von Pferden einfangen lassen.

Aktuelle Termine

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"Hessentag"

15.06.2013 bis 22.06.2013 ganztägig

"Flechtkurs"

20.06.2013 - 20:30 Uhr bis 21:50 Uhr

Poesie mit Rudolf H. Herget

20.06.2013 - 20:30 Uhr

Nacht der Poesie

20.06.2013 - 19:30 Uhr bis 21:30 Uhr

"Das Biosphärenreservat Rhön"

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