Im Jahr 2011 feiert das UNESCO-Biosphärenreservat sein 20jähriges Bestehen. Grund genug, den geologischen Voraussetzungen des Biosphärenreservats detailliert nachzuspüren, schließlich bildet die Rhöner Geologie die Basis für sämtliche kultur- und naturräumlichen Gegebenheiten, wie sie heute von den Bewohnern und Gästen der Region allseits geschätzt werden.
2010 wurde daher gemeinsam von der Arbeitsgemeinschaft der Rhöner Landkreise, dem Verein Natur und Lebensraum Rhön und den Naturparken der Hessischen und Bayerischen Rhön das Projekt „Rhöner Geologie erleben" auf den Weg gebracht. In einem ersten Schritt wurde eine Konzeption erarbeitet, um die geologischen Schätz in Wert zu setzen und Einheimischen und Besuchern der Rhön bekannt zu machen.
Hierfür war es nötig, tief in die erdgeschichtlichen Vorgänge vor millionen Jahren einzusteigen und in der Landschaft nach Relikten der Ereignisse in der Trias und im Tertiärvulkanismus zu suchen. Mehr als 40 geologische Sehenswürdigkeiten konnten dabei in der bayerischen und hessischen Rhön gefunden werden, von denen manche bereits einen besonderen Schutzstatus besitzen. Allen gemeinsam ist jedoch ihre intensive geologische Aussagekraft, die mancherorts den interessierten Besuchern über Tafeln zusätzlich erläutert wird. Auch in über einem Dutzend Ausstellungen und Museen sowie fast 30 Lehrpfaden kann der geologischen Vielfalt der Rhön nachgespürt werden: Vom Dinosaurier über reiche Grabfunde, die von der Besiedlungsgeschichte der Rhön zeugen, bis hin zum Hausbau unter Verwendung lokaler Baumaterialien spannt sich hier der natur- und kulturhistorische Erlebnisbogen, während der Wanderer auf Lehrpfaden zum Moor, zum Wein, zum Muschelkalk und vielem anderen mehr viel Interessantes erfahren kann. Immer wieder betont dabei das von einem geologischen und kulturwissenschaftlichen Projektteam (Geomedia, Krautworst Naturstein, amh-Geo und Frankonzept im Auftrag des Vereins Natur- und Lebensraum Rhön e.V.) gemeinsam erstellte Konzept die untrennbare Synthese zwischen erdgeschichtlich-geologischen Grundlagen und darauf aufbauenden kultur- und wirtschaftsgeschichtlichen Entwicklungen: So folgt nicht nur die Siedlungsgeschichte seit der Steinzeit den geologischen und landschaftsräumlichen günstigsten Bedingungen in der Rhön, vielmehr ist auch die Geschichte der Landnutzung unmittelbar mit der Geologie verwoben, indem sie über die Landschaftsform mit entscheidet. Hinzu kommen dann noch weitere landschaftsbildende Faktoren - Klima, Erosion, Fauna und Flora. Dieses komplexe geo-biologische System, in das der Mensch im Rahmen der Pflege des Biosphärenreservats überlegt eingreift, bildet daher auch die Leitlinie des Konzeptes.
Dem Projekt „Rhöner Geologie erleben" gelang es im Ergebnis, die vielfältigen Fäden der geologischen Erlebbarkeit in der Natur, in Ausstellungen, Museen und auf Lehrpfaden und Angeboten der Umweltbildung zusammenzuführen. Ziel ist, die geologische Vielfalt den interessierten Besuchern künftig handlich und übersichtlich darzustellen und viele Anregungen zum aktiven Erlebnis zu bieten. Das Konzept bietet spannende Ansätze, zahlreiche Ideen und Vorschläge vom Fossilienklopfplatz über Mineraliensammeln und geologische Schatzsuchen (Geo-Caching) bis hin zu einem handlichen GEOAktiv-Führer für die Hosentasche. Nun gilt es im nächsten Projektschritt, die Ideen aufzugreifen, umzusetzen und die Rhöner Geologie in ein komplexes, regionales Umweltbildungsprogramm zu integrieren, um damit dem gewählten ganzheitlichen Ansatz, in dem Geo-Bio-Sphäre als untrennbare Einheit zu sehen sind, auch Rechnung zu tragen.
Martin Kremer, Geschäftsführer des Vereins Natur- und Lebensraum Rhön, zeigte sich mit der vorgelegten Konzeption sehr zufrieden. Kremer: „Damit wurde die Basis geschaffen, um in weiteren Länder übergreifenden Arbeitsschritten zielorientiert das Trendthema „Geologie" in den Fokus zu rücken. Wir wissen nun nicht nur um unsere Defizite sondern auch um die Chancen und Möglichkeiten". Ähnlich beurteilt Klaus Spitzl, Geschäftsführer des Vereins Naturpark und Biosphärenreservat Bayerische Rhön die vorgelegte Arbeit. Spitzl: Es ist nun Aufgabe der Fränkischen Rhön, mit einem weiteren Länder übergreifenden Projektbaustein konkrete Umsetzungen einzuleiten.
01.05.2012 bis 31.05.2012 - 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr
22.05.2012 - 09:00 Uhr bis 11:00 Uhr
23.05.2012 - 15:30 Uhr bis 17:30 Uhr
24.05.2012 - 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr
26.05.2012 - 20:00 Uhr bis 23:00 Uhr