1. Träger des Projektes:
Landschaftspflegeverband
Biosphärenreservat
Thüringische Rhön e. V.
Pförtchen 15
98634 Kaltensundheim
Tel.: (036946) 20 656
Fax: (036946) 20 123
E-Mail: lpv.rhoen@t-online.de
2. Ziel des Projektes:
Ziel des Vorkommens ist es, durch geeignete Pflegemaßnahmen, den Lebensraum einer der größten Vorkommen der Berghexe (Chazara briseis) in Deutschland zu erhalten.
3. Zeitplan des Projektes:
Über eine Laufzeit von 4 Jahren sind dazu im Bereich der "Hohen Geba" in der Thüringer Rhön Entbuschungs- und Folgepflegemaßnahmen auf 7 ha Kalkmagerrasen geplant. Gleichzeitig werden die Flächen mit Schafen in Hütehaltung bewirtschaftet, um die dauerhafte Sicherstellung des erreichten Pflegezustandes zu gewährleisten. Begleitende Dauerbeobachtungen sollen eine Bestandskontrolle der Berghexe (Chazara briseis) ermöglichen.
4. Die "Berghexe" (Chazara briseis)
auch als "Steintrift-Samtfalter" oder "Felsenfalter" bezeichnet, ist ein sehr anspruchsvoller Tagfalter, der heute seinen Verbreitungsschwerpunkt innerhalb Deutschlands nur noch in Thüringen hat. Die Population dieses Schmetterlings am Südhang der Hohen Geba in der Thüringischen Rhön zählt zu den größten und stabilsten in ganz Deutschland. Zur Hauptflugzeit - Ende Juli bis Anfang September - erkennt man diesen eher unscheinbaren Tagfalter mit der cremefarbenen Binde auf der dunkelbraunen Oberseite auch an seiner schnell segelnden und bodennahen Flugweise. Oft setzt er sich dann plötzlich auf Steinplatten und Geröll und klappt die Flügel zusammen. Dabei ist die Flügelunterseite so perfekt an die steinige Umgebung angepasst, dass ein ungeübter Beobachter den Falter nicht mehr vom Untergrund unterscheiden kann.
5. Ansprüche an den Lebensraum
Zur Familie der Grasfalter (Satyridae) gehörend ist die Berghexe nicht über spezielle Raupenfutterpflanzen an den Standort gebunden. Vielmehr entscheidend ist das bodennahe Kleinklima, eine lückige, steindurchsetzte Vegetationsstruktur und vor allem die zeitliche Übereinstimmung ihrer Raupenentwicklung mit dem Wachstum der Gräser. Der Lebensraum von Chazara briseis sind sonnige, südexponierte flachgründige Trockenrasen mit einem hohen Anteil an Steinen, Schottern und Geröll, die so genannten Steintriften. Selten geworden ist dieser Biotoptyp deshalb, weil er auf eine intensive Bewirtschaftung in Form der Hütehaltung angewiesen ist. Schon eine Reduzierung der Beweidungsintensität bewirkt nach kurzer Zeit eine Veränderung des Flächencharakters - Kräuter und Gräser nehmen zu. Durch die Vermehrung von Schmetterlingsblütlern wird Stickstoff im Boden angereichert und aus der lückigen Steintrift entwickelt sich ein flächendeckender Rasen. Bereits in dieser Phase ist der Lebensraum durch die Berghexe nicht mehr besiedelbar. Bei ausbleibender Beweidung dauert es ca. 8 bis 10 Jahre bis aus einstigen Magerweiden vorwaldähnliche Bereiche entstehen. Damit ist der einstige Lebensraum der Berghexe zerstört.
6. Allgemeine Information:
Danken möchten wir der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt - Hilfe für die bedrohte Tierwelt - für die Bereitstellung der finanziellen Mittel sowie der Verwaltung des Biosphärenreservates Rhön/Thüringen, der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Schmalkalden-Meiningen und Herrn Göran Röder für die fachliche Unterstützung.
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