Naturschutz und Landschaftspflege
Räumlicher Schwerpunkt: Länderübergreifend
1. Träger des Projektes:
RhönNatur e.V.
2. Ziel des Projektes:
Noch gibt es sie. Doch weil sie tagsüber meist schlafen und nachts jagen, bekommt sie kaum jemand zu Gesicht. Aber sie sind da: die Wildkatzen.
Nein, es sind keine davongelaufenen Hauskatzen. Wildkatzen wirken größer und sind auch viel wilder als unsere Stubentiger.
Einst haben die Menschen überall Jagd gemacht auf Wildkatzen und sie damit beinahe ausgerottet. Auch in der Rhön gab es früher viele Wildkatzen. Inzwischen gibt es auch wieder Anzeichen, dass möglicherweise wieder welche da sind bzw. zumindest durch die Rhön ziehen. Heute sind Wildkatzen zwar geschützt, dennoch ist ihr Überleben bedroht. Wie für viele Tier- und Pflanzenarten unserer Heimat ist die voranschreitende Zerschneidung der Landschaft durch Verkehrswege und Bauprojekte auch für Wildkatzen ein großes Problem. Ihre letzten Lebensräume liegen verstreut wie Inseln im Meer. Deshalb arbeitet der BUND seit Juli 2004 am Rettungsnetz Wildkatze.
Das Ziel: die länderübergreifende Vernetzung von Wildkatzenwäldern in Bayern, Hessen und Thüringen.
Auch im Biosphärenreservat Bayerische Rhön wird derzeit mit Unterstützung durch den Zoologen Thomas Mölich und gefördert durch die Zoologische Gesellschaft Frankfurt nach Wildkatzen gefahndet. Dazu wurden an sieben ausgewählten Standorten insgesamt 36 Duftstöcke aufgestellt (vgl. Projektbereich "Kontrolle" im Rettungsnetz Wildkatze, weiter unten). Diese werden seit November regelmäßig kontrolliert. Bis Ende Dezember 2006 konnten so 25 Haarproben gesammelt werden. Ob es sich dabei um Wildkatzenhaare handelt müssen die genetischen Analysen zeigen. Ein Untersuchungsergebnis wird allerdings nicht vor Herbst erwartet.+#
Partner: Allianz Umweltstiftung und ZGF
3. Vier Pflöcke sind das Netz:
K1 Korridor
Im Teilprojekt Korridor sollen grüne Korridore Waldinseln miteinander verbinden. In Thüringen ist der Nationalpark Hainich R4/5 * eines der letzen Rückzugsgebiete für die Wildkatze. Hier arbeitet der BUND gemeinsam mit Landesbehörden, Verbänden und Landnutzern an einem Brückenschlag, einem mindestens 50 Meter breiten Waldstreifen, vom Nationalpark Hainich R4/5* bis in den 20 km entfernten Thüringer Wald R5-S6*
Bis zum Projektende 2009 sollen solche Entscheidungen in allen drei Bundesländern umgesetz werden oder auf den Weg gebracht werden. Das Netz soll vom Harz R4/5* bis zum Spessart P/Q7* und vom Hainich R4/5* bis zum Kellerwald P4* reichen.
K2 Kartierung
Hier arbeiten Biologen und Planer an einem länderübergreifenden Biotopverbundkonzept - dem Wildkatzen-Wegeplan. Das geschieht in einheitlicher Kartendarstellung für das ganze Projektgebiet, denn die Kenntnisse und Vorarbeiten sind in den drei Ländern sehr verschieden. Der Wegeplan dient als Grundlage, um Vernetzungsprojekte in Abstimmung mit Behörden, Landnutzern und Verbänden sinnvoll zu nutzen.
K3 Kontrolle
An verschiedenen Stellen im Projektgebiet locken Holzpflöcke mit Ködern aus Baldrian und Katzenminze Wildkatzen an. Reiben sich die Katzen an den Stöcken, bleiben Haare am rauen Holz hängen. Diese wertvollen Proben wandern da in das Bayerische Landesamt für Umweltschutz, einem wichtigem Partner im Rettungsnetz Wildkatze. Aus den Haaren wird dort die Erbsubstanz DNS herausgelöst, vermehrt und analysiert.
K4 Kommunikation
An verschiedenen Stellen im Projektgebiet locken Holzpflöcke mit Ködern aus Baldrian und Katzenminze Wildkatzen an. Reiben sich die Katzen an den Stöcken, bleiben Haare am rauen Holz hängen. Diese wertvollen Proben wandern da in das Bayerische Landesamt für Umweltschutz, einem wichtigem Partner im Rettungsnetz Wildkatze. Aus den Haaren wird dort die Erbsubstanz DNS herausgelöst, vermehrt und analysiert.
Die Ergebnisse erlauben die sichere Unterscheidung zwischen Haus- und Wildkatze. So kann man mit diesem Gentest feststellen, wo Wildkatzen noch vorkommen. Außerdem lässt sich genau prüfen, ob Lebensraumvernetzungen wie der Koridor Hainich R4/5* - Thüringer Wald R5-S6* tasächlich von Wildkatzen genutzt werden.
4. Finanzierung des Projektes durch:
5. Gesamtkosten:
nicht bekannt
6. Zeitplan des Projektes:
2008 - 2012
7. Beteiligung der Biosphärenreservatsverwaltung:
Unterstützung bei der Vorbereitung des Projektes und Ausführung
Kratzpflockkontrolle und Haarprobenentnahme
8. (Mögliche) Vernetzung mit folgenden Vorhaben im Biosphärenreservat Rhön:
Vernetzung der umliegenden Mittelgebirge
9. (Mögliche) Auswirkungen auf die nachhaltige Entwicklung (ökolog./sozioökon.):
Auf der Internetseite www.wildkatze-rhoen.de finden Sie konkrete Angebote, wenn Sie sich selbst in das Projekt einbringen wollen. Oder werden Sie jetzt Pate!
Ansrechpartner:
RhönNatur e.V.
Oberwaldbehrunger Str. 4
97656 Oberelsbach
Tel.: (0 97 74) 91 02 23
e-Mail:schade@rhoennatur.de
www.rhoennatur.de
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