Bei der Entwicklung der Kulturlandschaft Rhön war die landwirtschaftliche Nutzung von herausragender Bedeutung. Die heutige Landschaft der Rhön ist maßgeblich durch die landwirtschaftliche Nutzung geprägt.
Landwirtschaftliche Nutzung und Betriebe
Landwirtschaft ist Gestalter der Kulturlandschaft der Rhön. Extensive Wirtschaftsweisen und naturschutzorientierte Bewirtschaftung sind entscheidend für Aufrechterhaltung der flächendeckenden Landnutzung. Für die Entwicklung der Kulturlandschaft in der Rhön spielte die Landwirtschaft eine bedeutende Rolle. Aufgrund der ungünstigen klimatischen Verhältnisse und der geringen Bodengüte ist die Rhön heute – in ihrem zentralen Bereich – überwiegend Grünlandgebiet. Dessen Bewirtschaftung sichert die Offenhaltung der Landschaft und damit die Erhaltung des für die Rhön typischen Landschaftscharakters. Große Probleme für den Fortbestand der Kulturlandschaft in der heutigen Form bereitet die Aufgabe landwirtschaftlicher Betriebe, besonders von Nebenerwerbsbetrieben sowie deren Rückzug aus den ertragsungünstigen Bereichen, in denen unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen und agrarpolitischen Bedingungen nicht rentabel gewirtschaftet werden kann. Extensive Wirtschaftsweisen und naturschutzorientierte Bewirtschaftung tragen entscheidend zur flächendeckenden Landnutzung und damit zur Erhaltung dieser einmaligen Kulturlandschaft bei. Die deutliche Ausdehnung dieser Landnutzungsformen steht in direkter Beziehung zu den Agrarumweltprogrammen der Länder.
Die Erhaltung vieler schutzwürdiger und seltener Lebensräume für wildlebende Tier- und Pflanzenarten in der Rhön ist darauf angewiesen, dass extensive Formen der Landbewirtschaftung aufrecht erhalten werden. Ziel des Biosphärenreservats ist es, den Schutz und die Pflege der besonders hochwertigen Kulturlandschaften dauerhaft sicherzustellen und in ertragsgünstigen Gebieten das natürliche Ertragspotenzial zu erhalten. Im Interesse des Biosphärenreservats liegt es, sowohl Haupt- als auch die Nebenerwerbsbetriebe in ihrem Bestand zu sichern, so dass die landwirtschaftliche Bewirtschaftung der Flächen aufrecht erhalten kann.
Arbeitskräfte in der Landwirtschaft
Die landwirtschaftlichen Betriebe in Hessen und Bayern sind traditionell Familienbetriebe mit Größen von meist unter 50 ha. In den 35 Gemeinden des bayerischen und hessischen Biosphärenreservats wirtschafteten im Jahre 1999 insgesamt 3.154 Betriebe. Davon wurden 3.127 als Einzelunternehmen selbständig geführt. Bei der großen Mehrzahl der 27 Betriebe, die in einer anderen Rechtsform (GbR, GmbH oder dergleichen) geführt wurden, handelt es sich um Zusammenschlüsse zwischen Familienmitgliedern.
In Thüringen ist die Landwirtschaft geschichtlich bedingt ganz anders strukturiert. Im thüringischen Teil der Rhön bewirtschafteten 2003 insgesamt 338 landwirtschaftliche Betriebe 39.341 ha landwirtschaftlich genutzte Fläche. In den Betrieben waren 1.345 Personen beschäftigt.
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