Das Biosphärenreservat ist Lebens- und Wirtschaftsraum für die Menschen. Neben einem lebenswerten Umfeld ist die Verfügbarkeit attraktiver Arbeitsplätze eine der Grundvoraussetzungen, dass die Menschen dauerhaft in der Rhön bleiben und nicht in benachbarte Zentren abwandern. Die Rhön ist Teil des ländlichen Raums und wie andere ländliche Räume Deutschlands mit Strukturproblemen wie Abwanderung und Verlust qualifizierter Arbeitsplätze konfrontiert. Das Biosphärenreservat soll und will hier wirtschaftliche Impulse für die Entwicklung der Region geben.
Branchenstruktur im bayerischen Teil
Die Branchenstruktur im bayerischen Teil des Biosphärenreservats ist von zahlreichen kleinen und mittelständischen Betrieben geprägt. Einzige Ausnahme sind ein großer Papierverarbeitungsbetrieb in Oberwildflecken, der mit seiner Spezialisierung auf die Herstellung von Hartpapierhülsen europäischer Marktführer ist, und ein Fertighausbauer in Oberleichtersbach, der zu den zehn größten der Branche in Deutschland gehört.
Im produzierenden Gewerbe liegt das Schwergewicht in der Metallverarbeitung und im Maschinenbau. Die Betriebe konzentrieren sich im Wesentlichen in Bischofsheim und Bad Brückenau. Darunter sind auch mehrere kleinere und mittelständische Betriebe mit Spezialprodukten auf Weltmarktniveau. Für das gesamte Arbeitsplatzangebot spielt das produzierende Gewerbe im Biosphärenreservat noch immer eine wichtige Rolle. Rund die Hälfte aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort ist im produzierenden Gewerbe tätig.
Auch die Holzverarbeitung spielt im Biosphärenreservat noch immer eine große Rolle. Hierzu gehören Sägewerke, Zimmereien und Fertighausbau-Betriebe sowie Schreinereien inkl. Innenausbau, die Holzschnitzerei und der Orgelbau.
Das Lebensmittel-Handwerk inkl. der Brauereien ist im Biosphärenreservat immer noch gut vertreten, auch wenn nur in wenigen Gemeinden wie z. B. Hausen und Ostheim einzelne Arbeitgeber den örtlichen Arbeitsmarkt wirklich bestimmen. Umso bedeutender ist die Lebensmittelbranche als Partner des Biosphärenreservats bei der Herstellung regionaler Produkte und als Imageträger für die gesamte Region.
Der Tourismus ist nach dem Gesundheitssektor die zweite starke Säule innerhalb des Dienstleitungssektors. Die größten Betriebe sind in Fladungen, Hausen, Ostheim, Bischofsheim, Bad Brückenau, Motten und Oberleichtersbach angesiedelt. Die Landwirtschaft ist noch immer wichtiger Erwerbszweig im bayerischen Teil des Biosphärenreservats. Die Zahl der Erwerbstätigen ist zwar leicht rückläufig, zugleich nimmt aber der Anteil der Vollbeschäftigten in der Landwirtschaft zu.
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