Es gibt Zuzugs- und Abwanderungsgemeinden.
Als ländlicher Raum in der Mitte Deutschlands gehört das Biosphärenreservat Rhön zu den Gebieten, deren Entwicklung durch Überalterung und Abwanderung insbesondere der jungen und erwerbsfähigen Bevölkerung gefährdet ist. Durch die Anerkennung als Biosphärenreservat werden Ziele gesteckt und Rahmenbedingungen geschaffen, die dieser Entwicklung entgegen wirken können. Gemeinsam mit den hier lebenden und wirtschaftenden Menschen sollen beispielhafte Konzepte zu Schutz, Pflege und Entwicklung erarbeitet und umgesetzt werden. Es besteht die Chance, einen attraktiven Lebens- und Kulturraum zu entwickeln, in dem die Nutzungsansprüche des Menschen und der Schutz der Biosphäre gleichermaßen verwirklicht sind. Die Bevölkerungsentwicklung verläuft in den Gemeinden des Biosphärenreservats stark unterschiedlich. Es gibt Zuzugs- und Abwanderungsgemeinden. Die üblichen Charakteristika ländlicher Räume wie höhere Geburtenraten bei gleichzeitig stärkerer Abwanderung der jüngeren Bevölkerung sind auch im Biosphärenreservat zu beobachten.
Rhön überwiegend dünn besiedelt
Das Biosphärenreservat Rhön hatte Ende 2004 rund 162.000 Einwohner. Hiervon leben ca. 48.000 im bayerischen, ca. 75.000 im hessischen und ca. 39.000 im thüringischen Teil. Das bayerische Bad Brückenau ist mit ca. 300 Einwohnern / km² die am dichtesten besiedelte, das ebenfalls bayerische Hausen mit etwas mehr als 30 Einwohnern / km² die am dünnsten besiedelte Gemeinde. Am einwohnerstärksten ist mit gut 16.000 Einwohnern die Stadt Hünfeld in Hessen. Die dichter besiedelten Gemeinden liegen jeweils an der südlichen, westlichen und nördlichen Grenze des Biosphärenreservats. Die Gemeinden im zentralen Bereich des Biosphärenreservats sind mit weniger als 100 Einwohnern / km², teilweise sogar weniger als 50 Einwohnern / km² dünn besiedelt.
Aktivitäten und Handlungsbedarf
Im Biosphärenreservat Rhön muss es darum gehen, die demographische Entwicklung dahingehend zu beeinflussen, dass möglichst wenige Menschen abwandern. Dies gilt umso mehr, als es vor allem junge, z. T. gut ausgebildete Menschen sind, welche die Region auf der Suche nach Arbeitsplätzen verlassen. Über eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung müssen daher in den gesamten Rhönlandkreisen bzw. in Pendelentfernung jungen Menschen Zukunftschancen in Form qualifizierter Arbeitsplätze, über Existenzgründungen oder sonstige Erwerbsmöglichkeiten eröffnet werden. Allerdings sollten die sich aus dem demographischen Wandel ergebenden Veränderungen auch als Chancen für neue Service- und Dienstleistungen genutzt werden. Dies gilt in besonderer Weise für den Gesundheitsbereich und das Wohnen im Alter etc.. Als generelle Strategien zur Anpassung an den demographischen Wandel und zur Minimierung von Wanderungsverlusten bieten sich an:
Detailierte Aussagen zum demographischen Wandel der hessischen Rhön enthält das Regionale Entwicklungskonzept Hessische Rhön 2007- 2013.
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