Elftklässler des Rhön-Gymnasiums erkennen Zusammenhänge des nachhaltigen Konsums
Die Stoffkreisläufe der Natur schließen sich immer und immer wieder. Würde der Mensch nicht mit seinem Tun und Wirtschaften stetig in diese Kreisläufe einbrechen und sie stören, die Erde könnte sich noch bis in alle Ewigkeit weiterentwickeln. Tut sie aber nicht, wie eine Projektarbeit im Rhön-Gymnasium deutlich aufzeigt.
Drei Wochen lang haben sich Schüler der 11. Klasse des Rhön-Gymnasiums in ihrem Biologieunterricht bei Frank Oliver Fuchs mit dem Thema Nachhaltiger Konsum beschäftigt. Und sich dabei auf das globale Wirtschaften der Menschen im Einklang mit oder im Gegensatz zur Natur konzentriert. Heraus gekommen ist eine große Ausstellung, die mehrere Wochen lang im Foyer des Gymnasiums zu sehen war. Darauf haben die Schüler eine Menge an Informationen zusammen getragen. Weniger Gütereinsatz, steht auf einem der Stellwände zu lesen, führt zu einem geringeren Verbrauch. Was so logisch klingt und einfach erscheint, das ist doch dem Streben der Menschen heutzutage fremd und widerspricht den Wirtschaftskreisläufen der Welt, die nur auf Wachstum setzen. Doch wo einerseits monetäre Gewinne gemacht werden, da leiden auf der anderen Seite der Medaille Menschen in großer Zahl Hunger.
Wie ungerecht dies zugehen kann, zeigen Fotos von Menschen, die auf Müllkippen nach Essbarem oder nach Nützlichem suchen, die in von Müll verschmutzten Wasser ihre Wäsche waschen oder Trinkwasser schöpfen, weil sie kein anderes zur Verfügung haben. Wir alle kennen diese Bilder, doch muss man sie sich immer wieder vor Augen führen. Auch wenn in unseren Landen niemand hungern muss und das Sozialgefüge jedem einzelnen ein Zuhause geben kann, so ist andererseits längst erwiesen, dass Deutschland seinen ökologischen Rucksack anders packen muss. Den haben die Schüler bildlich auf einer Stellwand dargestellt. Doch noch verbrauchen die Europäer im Schnitt achtmal so viele Rohstoffe, die sie eigentlich, nachhaltig, verbrauchen dürften. Nirgends wird dieses ökologische Ungleichgewicht so deutlich, wie bei den Berechnungen des so genannten Virtuellen Wassers, also der zusammen addierten Wassermenge, die für die Entstehung, Produktion, Verarbeitung, Verbrauch an Wasser für jedes einzelne Gut berechnet werden kann. Ein einziges Ei benötigt so runde 200 Liter Wasser! Ein Liter Bier sogar 300! Und ein Kilogramm Rindfleisch benötigt unvorstellbare 15.000 Liter Virtuelles Wasser. Da ist es doch kein Wunder, dass die Menschen in den westlichen Ländern klimatechnisch über ihre Verhältnisse leben.
Der Stoffkreislauf der Natur will eben mit so viel gewinnorientiertem Streben und Wirtschaften der Menschen nichts zu tun haben. Oder in dieser Art und Weise nichts zu tun haben. Wie steht es so schön auf einer der Stellwände der Elftklässler: „Im Stoffkreislauf der Natur ist der Mensch ein Schädling".
Bad Neustadt.
Text: Stefan Kritzer
Foto: Anand Anders
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