Sechstklässler der Hauptschule erforschen nachhaltiges Einkaufsverhalten
Auf der Suche nach den Biosiegeln
Die Vorgabe war vermeintlich einfach. In den Geschäften rund um den Marktplatz sollten die Schüler nach biologisch oder fair produzierten Gütern suchen. Und deren Preise mit dem der konventioneller Ware vergleichen. Doch wo anfangen, bei all dem Angebot.
In vier Gruppen teilten Jiska Troppenz und Eva Kalla vom Biosphärenreservat die Schüler ein: Lebensmittel, Kleidung, Papier und Spielzeug. Innerhalb dieser Themen sollten die Schüler in Grüppchen auf die Suche gehen. Und Preise vergleichen. Die etwas andere Schulstunde gehörte rund um den völlig verregneten Marktplatz zum Projekt „Biosphärenreservat an Schulen", das die beiden Projektleiterinnen betreuen. Gemeinsam mit Sozialbetreuerin Anke Marstaller gingen die Sechstklässler der Ganztagsklasse engagiert zu Werke. Und das nicht zum ersten Mal.
Schon seit Wochen beschäftigt sich die Klasse mit dem Thema
nachhaltiger Konsum. Bälle wurden gefilzt, die Herkunft von T-Shirts
und Jeans genauer unter die Lupe genommen. Was es so alles zu kaufen
gibt, entweder in Bioqualität, fair gehandelt oder wenigstens
recyclebar, das erkundeten die Schüler nun also in der Stadt. Und
stellten fest, dass konventionell produzierte Milch schon ab 49 Cent je
Liter zu bekommen ist. Biomilch kostet das Doppelte. Bioeier kosten
sogar mehr als das doppelte, wohingegen der Unterschied bei Reis nicht
so gravierend ist. Aha! Kleidungsstücke in Bioqualität zu bekommen ist
allerdings noch nicht so einfach. Das Angebot ist gering, die
Bekleidungsindustrie hinkt gehörig hinterher. Und beim Spielzeug ist
fast alles aus Plastik. Zwar kann das bisweilen auch wiederverwertet
werden, doch Holzspielzeug ist definitiv in der Minderheit. Beim Papier
gibt es ebenfalls große Unterschiede. Holzreiches oder holzarmes
Papier, Recyclingpapier und das alles in den unterschiedlichsten
Versionen. Der Verbraucher entscheidet, welches Papier er am liebsten
beschreibt.
Die Ergebnisse der Sechstklässler machen eines klar.
Nur wer bewusst konsumiert kann dies auch nachhaltig tun. Wer einfach
ohne nachzudenken einkauft, der nimmt das Billigste und nicht das
Beste. Umgekehrt wäre es allerdings häufig besser, weil nachhaltiger.
Bad Neustadt
Text: Stefan Kritzer
Foto: Anand Anders
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