Biosphärenreservat Rhön
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Infothek BR Allgemein

Ökobetriebe und ökologisch bewirtschaftete Fläche

Der ökologische Landbau verursacht im Allgemeinen geringere Umweltbeeinträchtigungen im Vergleich zu einer konventionellen Landwirtschaft insbesondere durch den Verzicht auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, geringere Nährstoffverluste und den besseren Schutz der Böden vor Erosion und Verdichtung. Mit den geringeren Stoffeinträgen sind geringere Beeinträchtigungen der wildlebenden Tier- und Pflanzenarten sowie von deren Lebensräumen verbunden. Häufig unterstützt die Haltung einheimischer Nutztierrassen und Nutzpflanzensorten die Rassen- und Sortenvielfalt. Darüber hinaus bestehen im ökologischen Landbau Regeln für eine artgerechte Tierhaltung, die in ihrem Anspruch über die der konventionellen Tierhaltung hinausgehen. Die Förderung des ökologischen Landbaus liegt daher im besonderen Interesse des Biosphärenreservats. Der ökologische Landbau entwickelte sich in den drei Landesteilen unterschiedlich. Außerdem sind innerhalb des bayerischen, hessischen bzw. thüringischen Teils des Biosphärenreservats die Ökobetriebe z.T. in Abhängigkeit der standörtlichen Voraussetzungen und der Betriebsgröße heterogen verteilt. Insgesamt entwickelt sich der Ökolandbau innerhalb wie außerhalb des Biosphärenreservats stark abhängig von der jeweiligen staatlichen Förderung.

Anteil der Ökobetriebe in Gemeinden mit hohem Grünlandanteil am höchsten

Heute ist im hessischen Teil des Biosphärenreservats der Anteil der Ökobetriebe in Gemeinden mit hohem Grünlandanteil am höchsten. Die fünf Gemeinden mit einem Grünlandanteil von über 80 % sind gleichzeitig die Gemeinden mit dem höchsten Flächenanteil unter ökologischer Bewirtschaftung (z. B. Gemeinde Tann mit 16,3 %, Gemeinde Ehrenberg mit 56 % Flächenanteil unter ökologischer Bewirtschaftung). Ökobetriebe gibt es aber mit Ausnahme von Schenklengsfeld in allen hessischen Gemeinden des Biosphärenreservats. Mindestens 12,9 % der landwirtschaftlichen Fläche wird ökologisch bewirtschaftet und damit deutlich mehr als im hessischen Landesdurchschnitt („mindestens" deshalb, weil über die Statistik nur die Flächen erfasst werden, für die auch Prämien gezahlt werden). Allein in den Jahren 2006 und 2007 haben 20 Betriebe auf das ökologische Anbauverfahren umgestellt. Etwa die gleiche Anzahl, meist kleinerer Nebenerwerbsbetriebe, gaben die Landbewirtschaftung auf. Das Land Hessen bietet mit dem HEKUL-Nachfolgeprogramm HIAP auch künftig eine Programmvariante „Ökolandbau" an. Die Förderbedingungen bleiben unverändert, allerdings sinkt der Flächenbeitrag von ehemals 190€ / ha auf 160€ / ha.

Die ökologische Wirtschaftsweise wird in Thüringen seit 1992 mittels einer Flächenprämie finanziell gefördert, zunächst im Rahmen des EU-Extensivierungsprogramms und ab 1994 als Maßnahme A1 des thüringischen KULAP. Mit der zunehmenden Inanspruchnahme des KULAP-Programmteils ist auch dessen Förderumfang in den letzten Jahren ständig gestiegen.

Im bayerischen und hessischen Teil des Biosphärenreservats leisten die Kulturlandschaftsprogramme und deren Nachfolgeprogramme einen entscheidenden Beitrag zur umweltverträglichen Landwirtschaft. Im thüringischen Teil waren 2004 / 2005 83 % des Ackerlands und 98,4 % des Grünlands im KULAP gebunden. Die starke Nutzung der Kulturlandschaftsprogramme ist einerseits positiv. Damit werden zielgerichtet Landesmittel in die Rhön geleitet, um die schützenswerten Biotope erhalten zu können. Andererseits birgt die starke Abhängigkeit von diesen Programmen auch erhebliche Risiken. Die Vertragsnaturschutzprogramme spielen mit Ausnahme des bayerischen Teils gegenüber den Kulturlandschaftsprogrammen flächenmäßig eine deutlich geringere Rolle. Eine umweltgerechte, insbesondere anerkannt ökologische Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Nutzflächen in der Rhön ist erklärtes Ziel des Biosphärenreservats.

 

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