Biosphärenreservat Rhön
Kaskadenschlucht bei Gersfeld
1
2
3

Infothek BR Allgemein

Branchenstruktur im thüringischen Teil

Wie das gesamte Biosphärenreservat ist auch der thüringische Teil stark ländlich geprägt. Lediglich im Kalisalzrevier und im Feldatal gab es eine frühe Industrialisierung. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde im Vachaer Raum der Kalibergbau zum größten Arbeitgeber. Der Bau der Feldabahn sorgte für den wirtschaftlichen Aufschwung im so genannten „Eisenacher Oberland". Wirtschaftsstruktur in der thüringischen Rhön von 40 Jahren Planwirtschaft geprägt Die Wirtschaftsstruktur in der thüringischen Rhön wurde 40 Jahre lang von Planwirtschaft und den damit verbundenen strukturellen Problemen geprägt. Nach der Wende waren die Umstrukturierung und Überführung der Betriebe in die Marktwirtschaft mit erheblichem Kraftaufwand verbunden. Dabei gingen auch viele Arbeitsplätze verloren, insbesondere im Kalibergbau. Viele Betriebe konnten nicht mehr weiter geführt werden. Die Feldabahn musste zum Jahresfahrplan 1997 / 1998 ihren regulären Betrieb einstellen. Teilweise sind aus den ehemaligen Volkseigenen Betrieben auch Neugründungen hervorgegangen (Kali+Salz AG, Vacha Kabel GmbH, BAF Fischbach, Porzellanmanufaktur Stadtlengsfeld, Rhönbrauerei Kaltennordheim).

Aus den großen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG), zu denen die einzelbäuerlichen Betriebe bis 1960 umgewandelt worden waren, entstanden nach 1990 überwiegend Agrargenossenschaften bürgerlichen Rechts. Auf Grund günstiger Förderungsbedingungen in den neuen Bundesländern kam es auch zu einer Reihe von Gewerbeneuansiedlungen. Kleine und mittlere Unternehmen bilden wirtschaftliches Rückgrat. Heute bilden die kleinen und mittleren Unternehmen das wirtschaftliche Rückgrat in der Thüringer Rhön. Die meisten Betriebe sind dem Bereich des verarbeitenden Gewerbes zuzuordnen und verzeichnen inzwischen eine positive Entwicklungstendenz. Bedeutung hat hier auch das holzverarbeitende Gewerbe wie Holzbildhauer und Tischler.

Im Vergleich zu Thüringen und zum bundesdeutschen Durchschnitt spielen die Land- und Forstwirtschaft in der Thüringer Rhön noch eine bedeutende Rolle als Flächennutzer, Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber. In nahezu allen Gemeinden der thüringischen Rhön ist der Anteil an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in dieser Branche mit ca. 7 % (in 2000) höher als im Bundesdurchschnitt. Auf Grund der anderen landwirtschaftlichen Betriebsstrukturen in Hessen und Bayern werden dort die in der Landwirtschaft Arbeitenden, inkl. der mitarbeitenden Familienmitglieder, größtenteils nicht als Sozialversicherungspflichtige in der Statistik erfasst. In Thüringen hat die Region des Biosphärenreservats in den letzten Jahren eine große Attraktivität für Gewerbeansiedlung entwickelt. Nach Angaben der Industrie und Handelskammer (IHK) Bad Salzungen sind von 16 Gewerbegebieten des Altkreises Bad Salzungen allein acht im Bereich der Rhön (mit einer Auslastung von ca. 80 %) realisiert worden. 34 % aller geschaffenen Arbeitsplätze in den Gewerbegebieten im Altkreis Bad Salzungen liegen in der Rhön. 21 % aller IHK-zugehörigen Unternehmen des Wartburgkreises befinden sich in der Rhön. Mit 1.337 Unternehmen (34 %) ist die Rhön damit ein wichtiger Wirtschaftsstandort geworden. Außerdem hat die thüringische Rhön mit der Fachhochschule Schmalkalden sowie dem Technologie- und Gründerzentrum Schmalkalden/Dermbach gute Voraussetzungen für die Entwicklung technologieorientierter innovativer Wirtschaftszweige. Am Standort Dermbach ist ein Kompetenznetzwerk für Firmen mit hohem Innovationsgrad entwickelt worden (Energieoptimierung, Umweltverbesserung und nachwachsende Rohstoffe). Wie im bayerischen und hessischen Teil des Biosphärenreservats spielt auch in der thüringischen Rhön der Tourismus auf Grund der hohen Erholungsqualität und Schönheit der Landschaft eine bedeutende wirtschaftliche Rolle

 

1
2
3
Zurück zur Übersicht