Das ca. 340 ha große Naturschutzgebiet liegt zwischen Friedewald, Lautenhausen und Motzfeld im Kreis Hersfeld-Rotenburg und stellt den nördlichsten Ausläufer der Vorder- und Kuppenrhön des Osthessischen Berglandes dar.
Der Dreienberg (525 m über NN) hat die Form eines Tafelberges mit fast ebener Hochfläche und nach allen Himmelsrichtungen zum Teil abfallenden Hängen, die durch Mulden und Ausläufer gegliedert sind. Er ist umgeben von landwirtschaftlich genutzten Flächen und seit kurzer Zeit über einen schmalen Gehölzsaum mit dem Landecker Berg verbunden.
Bereits im Jahre 1986 wurde der markante Berg erstmals als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die Schutzgebietsverordnung wurde Ende des Jahres 1997 geändert. Danach gliedert sich das Gebiet in eine Kernzone mit 245 ha und eine Pflegezone von 98 ha. Ziel der Unterschutzstellung in der Kernzone ist es, den Kalktafelberg mit seinen typischen Waldgesellschaften aus Muschelkalk zu sichern und die unbeeinflusste natürliche Dynamik des Waldökosystems einschließlich der Zusammenbruchs- und Pionierphase zuzulassen. In der Kernzone, die sich ausschließlich auf den Staatswald beschränkt, wird zukünftig keine forstliche Nutzung mehr durchgeführt. Die vorherrschenden Waldgesellschaften des Perlgrasbuchenwaldes (Melico Fagtum) , des Platterbsen-Buchenwaldes (Melico Fagtum lathyreoosum) und Orchideenbuchenwaldes (Carici Fagtum) und ihren besonderen Bodenvegetationsformen wie Bärlauch, Aronstab, Türkenbundlilie, Epipactis- und sonstigen Orchideenarten sollen sich zukünftig ohne Eingriffe des Menschen entwickeln können.
In diesem größten zusammenhängenden Waldkernzonenkomplex des Biosphärenreservates Rhön wird sich der „Buchenurwald aus zweiter Hand" und der bedeutendste hessische „Urwald von Morgen" entwickeln können.
Die Lebensgemeinschaft „Wald" wird hier wieder „Natur pur" sein dürfn und sich als besondere „Kostbarkeit" den Besuchern des Dreienberges darstellen. Rotmilan, Waldschnepfe, Hohl- und Turteltaube, Waldehreule, Grau-, Schwarz- und Buntspecht werden wieder ein dauerhaftes „Zuhause" finden. Wissenschaftliche Untersuchungen werden Veränderungen in der Kernzone beobachten und dokumentieren.
Die Kernzone ist umgeben von einer einzigartigen Pflegezone, den Unterhängen des Dreienberges. Diese durch menschliche Bewirtschaftung, wie extensive Beweidung und Ackerbau entstandenen Kalkmagerrasen und Kalkäcker sind nach ihrer Freistellung zu einem „Naturschatz" geworden.
Die Kalkäcker, die in der Obhut der NABU-Gruppe Dreienberg stehen und in Form der historischen Dreifelderwirtschaft bearbeitet werden, weisen zwischenzeitlich 80 seltene Wildkrautarten auf, darunter einig Spezies, die im gesamten Bundesgebiet akut vom Aussterben bedroht sind. Hier wachsen wieder Kornblumen, Adonisröschen, Ackerrittersporn und Ackerkohl.
Die Kalktrockenrasen werden durch gezielte Beweidung mit Schafen offengehalten. Die wenigen Kalkquellsümpfe werden als Kleinbiotop durch Handmahd gepflegt.
Mehr als 50 Tagfalter wurden im Gebiet nachgewiesen.
Der Dreienberg mit seiner einzigartigen Artenvielfalt ist bereits heute ein besonderes „Juwel" im Biosphärenreservat Rhön.
Man darf gespannt sein auf seine weitere Entwicklung.
Stichworte:
analyse arbeitsplätze artenschutz bayerischer teil bayern biosphärenreservat biosphärenreservate buche buchenwälder deutschland dienstleistung energie fauna freizeit gastronomie geographisch geologisch gis grünland hessen hessische rhön kartierung kernzone klima klimawandel konsum konzept kulturlandschaft landnutzung landschaftspflege landschaftsplanung landwirten landwirtschaft landwirtschaftliche nutzung modellregion nachhaltige entwicklung nachhaltiger konsum natur naturschutz naturschutzgebiet nutzung pflanzen projekt quellen rahmenkonzept regional regionalentwicklung rhön rhönschaf schulen schulprojekt streuobst thüringen tierarten tiere tourimus tourismus umwelt umweltbildung untersuchungen vegetation vermarktung wald waldökosystem wandern wasser wildkatzen zoologisch ökologisch