Biosphärenreservat Rhön
Schwarzkelchen im Biosphärenreservat Rhön

Infothek Wissenschaft

1995 - "Es bleibt wirklich an den Frauen hängen..."


Bibliothek 1098
Verfasser Kiunke, Gabriele; Wittmann, Sybille
Titel "Es bleibt wirklich an den Frauen hängen..." Rhöner Frauen im Gespräch über Direktvermarktung, Fremdenverkehr und Haushalt
Umfang 173 S.
Reihe Diplomarbeit / Schriftenreihe Biosphärenreservat Rhön, 5
Hochschule FH Fulda
Studiengang Haushalts- und Ernährungswirtschaft, Sozial- und Kulturwissenschaften
Lehrstuhl/Betreuer Prof. Dr. Hiltraud Schmidt-Waldherr, Prof. Dr. Erich Ott
Jahr 1995
Zielsetzung
  • Die rückläufigen Arbeitsplatzzahlen in der Landwirtschaft erfordern andere Einkommensquellen - wie steht es um Direktvermarktung und Fremdenverkehr? (Akzeptanz von Förderung in diesen Bereichen, Probleme, Chancen, entstehende Nachteile)
  • Inwieweit kann an bereits vorhandene Merkmale und Handlungsweisen in der Haushaltsführung der Frauen angeknüpft werden bei einem Konzeptentwurf für eine umweltverträgliche Gestaltung?
Inhalt
  • Über Frauen im Biosphärenreservat Rhön
    - Sozialökonomische Daten Rhöner Frauen
    - Frauenförderung und Frauenprojekte im Biosphärenreservat Rhön
    - Entwicklungskonzepte für das Biosphärenreservat Rhön (Direktvermarktung, Fremdenverkehr, privater Haushalt)
  • Rhöner Frauen im Gespräch
    - Aspekte der Lebens- und Arbeitssituation
    - Ausgewählte Handlungsweisen im Haushalt
    - Direktvermarktung
    - Fremdenverkehr
    - Einstellungen zum Biosphärenreservat Rhön
    - Lebenssituation von vier Rhöner Frauen
  • Schlussfolgerungen (Chancen und Schwierigkeiten Rhöner Frauen)
Ergebnisse
  • Besonders in Thüringen hat sich die Situation der Frauen nach der Wende sehr verschlechtert. Sie wurden aus den LPG´s als erste entlassen, sie werden in den privaten Bereich zurückgedrängt; außerdem: schlechte ÖPNV-Anbindungen und Rückgang von Kinderbetreuungsplätzen.
  • Der Fremdenverkehr ist in der thüringischen Rhön erst im Aufbau, es müssen Investitionen getätigt und die infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen werden (z.B. kulturelles Angebot)
  • Die Direktvermarktung wird zunehmen durch immer mehr private Höfe. Für die Frauen bedeutet diese Umstellung von einem bisher gesicherten Einkommen zu einem unregelmäßigen ohne soziale Absicherung eine Verschlechterung ihrer Erwerbssituation. Die Ansiedlung von `ökologischer` Industrie sollte deshalb in der thüringischen Rhön gefördert werden.
  • In Hessen unzureichende Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Frauen sehen sich mittlerweile als Hausfrau und Mutter. In der Regel keine außerhäusliche Beschäftigung. Besonders als Bäuerin ist Frau stark in Hof- und Familienarbeit eingebunden. Ausbau von Direktvermarktung und Fremdenverkehr nur möglich bei Teilabgabe ihrer bisherigen Arbeiten oder weiterer Ausbeutung ihrer Arbeitskraft.
  • Weniger Arbeitsaufwand wenn bei Direktvermarktung Spezialisierung auf wenige, rentable Produkte. Erleichterung durch Vermarktungsstrukturen inner- und außerhalb der Rhön. Förderung von Zusammenarbeit mit Gastronomie und Großmärkten. Verbesserung der Rahmenbedingungen für erwerbstätige Frauen.
  • In stattgefundenen und zukünftigen Lehrgängen Vorbereitung auf Selbständigkeit in Direktvermarktung und Fremdenverkehr (wenn auch wenige den Schritt wagen wegen finanziellem Risiko, wenig Nachfrage, keiner Erfahrung), Vermittlung von Berufsqualifikationen im Landtourismus und Umweltsektor, Vermittlung von Umweltwissen für umweltbewusstes Handeln
  • Umweltbewusstes Handeln im privaten Bereich wird nur umgesetzt, wenn Identifikation mit Maßnahmen und Konzepten des Biosphärenreservats Rhön, dies ist nicht der Fall. Entscheidungsprozesse müssen transparent sein, breites Mitspracherecht eingeräumt werden.


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