Seite 2 - Partnerschaft mit dem Biosphärenreservat Kruger to Canyons, Südafrika
Das Biosphärenreservat Kruger to Canyons liegt im
Südosten von Südafrika an der Grenze zu Mosambik (siehe Karte). Es ist dreizehn
Mal größer als die Rhön und hat zehn Mal mehr Einwohner! Trotz großer
geographischer und kultureller Unterschiede haben die beiden Gebiete folgendes
gemeinsam:
- Fokussierung
auf nachhaltige Entwicklung im ländlichen
Raum, einschließlich Schutz der Biodiversität, auf der Basis enger
Beziehungen zwischen Naturschutz, Landwirtschaft, Tourismus und
Forstwirtschaft
- Ökologische und ökonomische Bedeutung
abiotischer Ressourcen und der Biodiversität (inkl. Agro-Biodiversität)
- Wirtschaftliche
Bedeutung der Vermarktung lokaler
landwirtschaftlicher Erzeugnisse (einschließlich des Ökolandbaus als Segment mit stetig wachsender wirtschaftlicher
Bedeutung)
- Hohe
wirtschaftliche Bedeutung des naturbezogenen Tourismus (Übernachtungs- wie Tagestourismus) sowie des
naturbezogenen Freizeitsports
- Hohe
wirtschaftliche Bedeutung des Handwerks (Lebensmittelverarbeitung und non-food Branchen)
- Landreformen aufgrund
früherer politischer Systeme (Rhön: Reprivatisierung der ehemals zwangskollektivierten
Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) in der ehemaligen
DDR nach 1989/1990; in K2C: Landinanspruchnahme durch die ursprünglichen
Eigentümer nach Zusammenbruch des früheren Apartheidregimes; zahlreiche
private Farmen und große Teile des Krüger Nationalparks sind "under
claim")
- Landschaftswandel
durch Landnutzungswandel (inkl.
Auswirkungen des Klimawandels)
- Periphäre Lage der
beiden Gebiete; abseits von wirtschaftlichen und politischen Zentren
- Unterschiede
innerhalb des Biosphärenreservates bzgl. der ökonomischen Verhältnisse und
Beschäftigungsstrukturen; in
Südafrika v.a. zwischen der weißen und Nicht-weißen Bevölkerung, in der
Rhön (wenngleich deutlich schwächer ausgeprägt) zwischen den alten und
neuen Bundesländern
- Suche nach
(neuen) Einkommensmöglichkeiten für ehemals benachteiligte Gruppen, u.a.
für Frauen im ländlichen Raum
- Hohe
Bedeutung der Partizipation der
lokalen Bevölkerung bei Zielsetzung des Biosphärenreservates und ihrer
Umsetzung (vor dem Hintergrund historisch bedingter mangelnder
Partizipationsmöglichkeiten u.a. aufgrund der früheren politischen Systeme
DDR/Apartheid;)
- Notwendigkeit
einer Koordination des
Biosphärenreservates über Verwaltungsgrenzen hinweg (im BR Rhön: drei
Bundesländer Bayern, Hessen, Thüringen, im Kruger to Canyons BR: zwei Provinzen
Limpopo, Mpumalanga (früher Transvaal))
Regionale
Akteure (aus Privatwirtschaft, Vereinen und Verbänden, Verwaltung, Hochschulen,
Kommunen etc.) sollen voneinander lernen, profitieren und mögliche Kooperationsfelder
herausarbeiten. Projektkoordinatior/innen seitens der Biosphärenreservatsverwaltungen unterstützen logistisch die
Zusammenarbeit.
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