Biosphärenreservat Rhön
Winter Atmosphäre

Ökosystemare Umweltbeobachtung im Biosphärenreservat Rhön

Warum Umweltbeobachtung?

Umweltbeobachtung ist die Grundlage zur Erkennung und Lösung von Umweltproblemen. Sie muß ein zusammenhängendes und möglichst vollständiges Bild unserer Umwelt erfassen.
Schon seit langem haben wir unsere Umwelt und ihre Veränderungen im Blick: Wetterbeobachtungen sind seit jeher wichtig für die Landwirtschaft, die Wasserstandsmessungen an den Flüssen dienen der Schiffahrt und lassen uns Hochwassergefahren rechtzeitig erkennen. Als ab Mitte des 20. Jahrhunderts einzelne Umweltprobleme immer deutlicher zu Tage traten, reagierten darauf Politik und Gesetzgebung. Insbesondere wurden für nahezu jedes Umweltproblem spezifische Beobachtungsprogramme eingerichtet: z.B. folgten der Anfang der 60er-Jahre offensichtlich gewordenen Verschmutzung der Flüsse und Seen das Waschmittelgesetz 1975 und die regelmäßige Erfassung des Zustandes der Gewässer in Form von Gewässergütekarten. Das Seehundsterben an der Nordsee 1985 machte die Verschmutzung der Weltmeere auch in Deutschland sichtbar. Fortan galt der Nährstoffbelastung der Nordsee verstärkte Aufmerksamkeit und mündete in ein Wattenmeer-Monitoring. Der Reaktorunfall in Tschernobyl 1986 forcierte die Qualifizierung der entsprechenden Überwachungsprogramme der Radioaktivität in der Umwelt.

Der globale Klimawandel, der Verlust der Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten und ihrer Lebensräume (Biodiversität) sowie die Versauerung und Nährstoffanreicherung der Böden gehören zu den vorrangigen Umweltproblemen unserer Zeit.

Veränderungen wie diese geschehen oft schleichend und lange Zeit unbemerkt. Um so größer sind die damit verbundenen Risiken, da diese Prozesse nicht oder allenfalls über einen langen Zeitraum hinweg rückgängig gemacht werden können.

Entsprechend den als immer komplexer erkannten Umweltproblemen, steigen auch die Anforderungen an den Gesetzgeber, sei es auf nationaler Ebene (z.B. Baugesetzbuch) oder auf der Ebene der Europäischen Union (Wasserrahmenrichtlinie). Wir brauchen daher eine verläßliche Informationsbasis, um fachlich gebotene und adäquate Maßnahmen im Umweltbereich abzuleiten und diese auf ihren Erfolg hin überprüfen zu können. Umweltbeobachtung soll in diesem Sinne Veränderungen der Umwelt dokumentieren und Umweltrisiken aufzeigen.

 

 

 

Was ist Ökosystemare Umweltbeobachtung?

Die bestehenden Umweltbeobachtungsprogramme betrachten in der Regel isoliert jeweils nur einen Umweltsektor (Boden oder Wasser, Tier-/ oder Pflanzenwelt etc.) und können somit den Zustand des Naturhaushaltes nur unvollständig beschreiben. Dagegen hat die "Ökosystemare Umweltbeobachtung" den gesamten Naturhaushalt mit seinen wichtigsten Komponenten und Prozessen im Blick. Sie betrachtet Ursachen und Wirkungen, bündelt die vorhandenen Informationen, ergänzt diese, wo notwendig, und wertet diese Informationen gemeinsam aus. Damit ergibt sozusagen aus zahlreichen Puzzle-Teilen ein vollständiges Bild unserer Umwelt.
Die "Ökosystemare Umweltbeobachtung" ist somit ein neuer Ansatz und unterscheidet sich von der gängigen Praxis.

 

F+E-Projekt: "Modellhafte Umsetzung und Konkretisierung der Konzeption für eine ökosystemare Umweltbeobachtung- am Beispiel des länderübergreifenden Biosphärenreservates Rhön"

Bereits im Jahr 1990 forderte der Rat von Sachverständigen für Umweltfragen die Politik auf, diesem Anspruch Rechnung zu tragen. Da dies mit hohen wissenschaftlichen und organisatorischen Anforderungen verbunden ist, wurde vom Umweltbundesamt gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt mit dem Titel "Modellhafte Umsetzung und Konkretisierung der Konzeption für eine ökosystemare Umweltbeobachtung am Beispiel des länderübergreifenden Biosphärenreservates Rhön" in Auftrag gegeben. Von 1997 bis 2001 wurden folgende Fragen bearbeitet:

  • Was muß im Einzelnen beobachtet werden, damit die Umwelt als Ökosystem erfaßt werden kann?
  • Wie werden Beobachtungsstandorte ausgewählt?
  • Nach welcher Methodik sollen die Daten erhoben werden?
  • Welche bestehenden Umweltbeobachtungsprogramme leisten bereits einen Beitrag?
  • Welche Auswertungsmethoden sind geeignet, komplexe Umweltprobleme und deren Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge darzustellen?
  • Wie könnte in diesem Sinne ein integrierter Umweltbericht aussehen?

Stand der Ökosystemaren Umweltbeobachtung im Biosphärenreservat Rhön

Der 2008 erschienene "Erste integrierte Umweltbericht" ist der Beitrag des Biosphärenreservates Rhön zur Umsetzung einer ökosystemaren Umweltbeobachtung. Die drei Verwaltungsstellen nehmen auch hier eine Koordinationsfunktion wahr.

In der Rhön werden in den drei Ländern z.B. seit vielen Jahren Umweltdaten im Rahmen von etwa 50 Programmen an mehr als 800 Standorten erhoben. Die Programme sind organisatorisch an die verschiedenen Fach-Ressorts der einzelnen Bundesländer gebunden. Die verschiedenen Landes-Institutionen sind voneinander unabhängig und entwickeln ihre eigenen Beobachtungsprogramme. Die Daten wurden erstmals  in einem länderübergreifenden integrierten Umweltbericht 2008 zusammengeführt und ausgewertet.

Die Verwaltungsstellen des Biosphärenreservates Rhön führen mit Ausnahme kleinerer sektoraler Programme (z.B. Birkhuhn-Monitoring der Bayerischen Verwaltungsstelle BR Rhön, Kernzonenforschung der Hessischen und Thüringer Verwaltungsstelle BR Rhön) keine Umweltbeobachtung durch.

Aktuelle Termine

01.02.2012 bis 27.02.2012 - 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Ausstellung im Groenhoff-Haus auf der Wasserkuppe

11.02.2012 bis 12.02.2012 - 09:30 Uhr bis 12:30 Uhr

Einführungsseminar Klangmassage nach Peter Hess

12.02.2012 - 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Krenzers Apfelweinverführung

17.02.2012 - 17:00 Uhr

"Fasten – Wandern – Entspannen"

Besonderes