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Über 500 Biosphärenreservate gibt es derzeit auf der ganzen Welt. Die Rhön ist eines davon – wegen ihrer Einzigartigkeit von der UNESCO anerkannt, um etwas Bedeutendes zu leisten: Beispielhaft für andere Regionen dieser Erde Wege zu finden, wie wir in Zukunft verantwortungsvoll und gut leben können.
Die Rhön wurde am 19. April 1991 von der UNESCO zum länderübergreifenden (Bayern, Hessen, Thüringen) Biosphärenreservat geadelt. Seitdem wächst über Bundesländergrenzen zusammen, was naturräumlich zusammen gehört. Einheit in Vielfalt.
Der Deutsche Edelkrebs (Astacus astacus) oder auch
Europäischer Flusskrebs genannt, war früher in fast allen
Bächen, Flüssen und Seen Europas verbreitet. Die
„Ritter unserer Fließgewässer" wurden jedoch durch
Gewässerverunreinigungen, Gewässerausbau und
durch eingesetzte amerikanische Krebsarten nahezu
ausgerottet. Heute versucht man vielerorts in Mitteleuropa
den Deutschen Edelkrebs in Gewässern, in denen
ihm keine Gefahren durch amerikanische Krebsarten
und Gewässerverschmutzung drohen, wieder heimisch
zu machen.
Auch in der Rhön gibt es seit 2000 ein Projekt,
um diese Tierart, welche vor 100 Jahren noch als
„Arme-Leute-Essen" galt und heute fast verschwunden
ist, wieder anzusiedeln und vielleicht zukünftig auch als
kulinarische Köstlichkeit zu etablieren.
Es hat ein weißes Fell, weiße hohe Beine, einen schwarzen schmalen Kopf ohne Hörner, und es gehört in die Rhön so wie die offenen Fernen und die basaltenen Höhen: das Rhönschaf.
Kaum vorzustellen, dass sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch mehr Schafe als Pferde, Rinder, Schweine und Ziegen zusammen auf den heimischen Weiden der Rhön getummelt haben. Seitdem hat das Rhönschaf eine bewegte Geschichte hinter sich gebracht. Vor 40 Jahren war es fast gänzlich aus der Rhön verschwunden und galt als vom Aussterben bedroht. In jüngster Zeit konnte jedoch eine beeindruckende Renaissance des Rhönschafes eingeleitet werden. Über 3.000 Muttertiere weiden inzwischen wieder in der Rhön.
Im Jahr 1991 wurde die Rhön als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt. Damit hat die Region die Aufgabe über- nommen, sich als Modellregion für eine Nachhaltige Entwicklung zu profi lieren. 15 Jahre später ist es nun an der Zeit, über die Umweltsituation in der Rhön Bilanz zu ziehen: Ist die Region auf dem richtigen Weg? Wie hat sich die Umwelt in diesem Zeit- raum verändert? Was wurde im Umweltbereich erreicht, was gibt es noch zu tun?
Mit dem Umweltbericht Rhön leisten die Biosphärenreservatsverwaltungen und die an der Erstellung beteiligten Landesämter und Landesanstalten einen Beitrag zur Umsetzung der EU-Umweltinformations- richtlinie. Diese verpfl ichtet die Regierung und Stellen der öff entlichen Verwaltung auf nationaler, regionaler oder lokaler Ebene zur Herausgabe und Veröff entlichung von Daten.
In der Rhön sind 12 Arten als Überwinterungsgäste sicher nachgewiesen: Mopsfledermaus, Nordfledermaus, Breitflügelfledermaus, Wasserfledermaus, Kleine Bartfledermaus, Große Bartfledermaus, Fransenfledermaus, Bechsteinfledermaus, Großes Mausohr, Zwergfledermaus, Graues Langohr und Braunes Langohr. Es ist aber bekannt, dass weitere vier Arten wie z.B. der Große Abendsegler die Rhön im Sommer aufsuchen. Für diese Fledermäuse ist die Rhön als Überwinterungsgebiet klimatisch eher ungeeignet. Große Bedeutung für den Bestand der Fledermäuse haben vor allem die Winterquartiere wie beispielsweise der Milseburgtunnel und die zahlreichen alten Felsenkeller.
Forschung ist der ursprüngliche Kern des Programms „Der Mensch und die Biosphäre" („Man and the Biosphere", MAB), welches 1970 von der UNESCO gegründet wurde mit dem Ziel, die komplexen Beziehungen zwischen dem Menschen und seiner Umwelt länderübergreifend und interdisziplinär zu erforschen.
Als Modellgebiete für diesen damals wie heute sehr anspruchsvollen Ansatz angewandter Forschung wurde 1974 das weltweite Netz der Biosphärenreservate initiiert und Gebiete ausgewiesen, die neben dem Schutz von Lebensräumen und der umweltverträglichen Nutzung der Naturgüter auch als Orte für die Durchführung dieser Forschung dienen sollen.
In der Rhön haben sich Frauen von landwirtschaftlichen und gastronomischen Betrieben zum „Verein Rhöner Durchblick“ zusammengeschlossen.
Ziel dieses Zusammenschlusses ist ein erfolgreiches Miteinander bei der Regionalvermarktung hochwertiger Produkte aus heimischer Erzeugung in eigenen Hofläden.
Angefangen hat das Ganze im Jahre 1995 mit einem Förderprojekt des Landes Hessen zur Verbesserung der Situation der Frauen im ländlichen Raum. Der Titel des Pilotprojektes: „Landtourismus im Biosphärenreservat Rhön – eine Chance für Frauen in einer strukturschwachen Region“.
Der größte Wert der Nationalen Naturlandschaften sind – neben ihren Natur und Kulturschätzen – Menschen, die sich für sie begeistern; Menschen, die sich mit Freude für sie einsetzen und die in ihrem Engagement persönliche Erfüllung finden. Um diesen Wert dauerhaft zu erhalten, zu pflegen und wachsen zu lassen, ist ein professioneller Rahmen notwendig. Den Rahmen bietet das Freiwilligenprogramm der Nationalen Naturlandschaften „Freiwillige in Parks“.
In dieser Broschüre werden Freizeitangebote im Biosphärenreservat angeboten. Zu finden sind sowohl Angebote für Gruppen, darunter "Zu Gast bei Landwirten" und "Wandern, Reisen und Vorträge", als auch Museen und nachhaltiger Tourismus. Ebenso werden die Informationseinrichtungen des Biosphärenreservates vorgestellt.
Angeboten werden die Vorträge und Führungen von den Rangern des Biosphärenreservates und von Mitgleidern des Vereins Natur- und Lebensraum Rhön.
Natur und Landschaft der Rhön sollen - trotz geringer werdender staatlicher Fördermittel - in hoher Qualität erhalten und weiterentwickelt werden. Das Grünlandprojekt soll Landwirten ermöglichen naturfördernd und dennoch (oder gerade deshalb) wirtschaftlicher zu arbeiten. Darüber wird eine langfristige Sicherung der Arbeitsplätze in der Landwirtschaft angestrebt. Ökologisch intakte Natur soll auch als wichtige Grundlage des Tourismus nachhaltig gefördert werden, denn der naturbezogene Fremdenverkehr ist eine dauerhafte Einkommens- quelle der Rhöner. Daher soll über Flächennutzung auch der einmalige Landschaftscharakter des "Landes der offenen Fernen" erhalten bleiben. Erreicht werden diese Ziele durch großflächige extensive Beweidung.
Die Herkulesstaude, auch Riesenbärenklau genannt, stammt aus dem Kaukasus. Im 19. Jahrhundert wurde das Riesen-Doldengewächs als botanische Attraktion in die heimischen Gärten und Parkanlagen eingeführt und verwilderte von dort aus. Wegen ihres Blütenreichtums wurde sie durch Imker ausgesät. Auch Jäger brachten sie als Deckungspflanze für das Wild aus.
Die Herkulesstaude ist ein sogenannter Neophyt. Dies sind Pflanzen, die ursprünglich nicht in Europa vorkamen und erst durch den Menschen zu uns gelangt sind. Durch ihre aggressive Ausbreitung stellt diese gebietsfremde Art zunehmend ein Problem für die Erhaltung der Artenvielfalt, auch im Biosphärenreservat Rhön, dar.
Die Bewahrung der biologischen Vielfalt und der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen zählen zu den Hauptaufgaben unserer Gesellschaft. Maßnahmen zum Schutz gefährdeter Arten und Biotope werden dabei in Zeiten knapper Kassen oft kritisiert, weil Erfolge nicht sofort sichtbar werden. Biosphärenreservate nehmen auch hier eine Modell- und Vorbildfunktion ein, weil dort lenkende Konzepte für langfristig erfolgreichen Naturschutz entwickelt und umgesetzt werden.
Unter der Leitung des Biologen Uwe Barth hat eine Arbeitsgruppe ein Artenschutzkonzept für die Pflanzenwelt des Biosphärenreservats Rhön zusammengestellt, auf dessen Grundlage seitdem gefährdete Pflanzen erfolgreich geschützt werden.
Die UNESCO schreibt für die mittlerweile über 450 weltweit verteilt liegenden Biosphärenreservate eine Zonierung in Kern-, Pflege- und Entwicklungszonen vor. Im länderübergreifenden Biosphärenreservat Rhön wurden inzwischen 29 Kernzonen mit einer Fläche von etwa 2.700 Hektar ausgewiesen.
In den Kernzonen soll sich die Natur vom Menschen unbeeinflußt entwickeln. Sie sind daher von der Bewirtschaftung ausgenommen. Dadurch werden natürliche, dynamische Abläufe möglich, wie sie für intakte Ökosysteme kennzeichnend sind. Kernzonen im Biosphärenreservat Rhön sind sowohl naturnahe Laubwälder (Buchen- und Edellaubholzwälder) als auch Hochmoore und einige wenige Offenland- bereiche, in denen die natürliche Wiederbewaldung (Sukzession) beobachtet werden soll.
Dieses Heft enthält eine Sammlung verschiedener Artikel der thüringischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön. Themen sind unter anderem:
Das Jahr 2009 - Das Jahr der Biosphärenreservate in Deutschland
Belauscht und erforscht in der Heimat (Kupferschiefer in der Rhön, Die Kutte von Bernshausen, Heilpflanzen im Biosphärenreservat Rhön, Entwicklung der Hausgärten in der Rhön, Die Arten-Verarmung der Dörfer, Kernzonenforschung im Biosphärenreservat Rhön)
Pflanzen und Tiere, Biotope und Landschaften im Blickpunkt des öffentlichen Interesses (Pflanzen und Tiere des Jahres 2009 - Auswahl)
Wir stellen uns vor (Schule im Grünen Fischbach, Die Kräuterfrau Brigitte Ansorg, Natur-Aktiv-Museum)
2008 - Jahr der Biodiversität
Dieses Heft beinhaltet unter anderem:
I. Paläontologische Fundstelle im Biosphärenreservat Rhön:
(Teil III) Das Dietrichsberg-Maar
II. In eigener Sache: Erster Naturerlebnistag; Der Jahresrückblick 2007; Partnerschaft zwischen kanadischen Biosphärenreservaten und dem Biosphärenreservat Rhön/Thüringen; Der europäischen Erfahrungsaustausch der Biosphärenreservate; Erstes länderübergreifendes Ornithologen-Treffen;
III. Belauscht und erforscht in der Heimat: Das Sturmtief „Kyrill"; Bundesweit größtes Vorkommen des Hasenohrs; Heilpflanzen im Biosphärenreservat Rhön: Der Augentrost; Kernzonenforschung; Bestandsaufnahme Gärten im Biosphärenreservat Rhön/Thüringen;
IV. Pflanzen und Tiere des Jahres 2008 (Auswahl)
V. Wir stellen uns vor:
- Der Fremdenverkehrsverein Geba e.V.
- Das Rhön-Energiehaus
u.v.m.
Erscheinungsjahr 2005
Dieses Heft ist dem Rhöner Natur- und Heimatfreund Walter Uloth zum 70. Geburtstag gewidmet.
Unter anderem sind Beiträge über:
- Unsere Naturschutzgebiete - Geschützte Geotope im Biosphärenreservat Rhön
Teil IV: Muschelkalksteilstufen in der thüringischen Rhön
- In eigener Sache (Unser Biosphärenreservat auf dem Prüfstand der UNESCO;
Jahresrückblick 2004; Der Außenbereich der Mahn- und Gedenkstätte Point Alpha;
Wald im Wandel der Zeit; Rhöner Streuobst verbindet drei Bundesländer)
- Belauscht und erforscht in der Heimat
- Heilpflanzen im Biosphärenreservat Rhön: der Frauenmantel,
- Krabbelnde Rhöner Juwelen - Thüringer Entomologentagung
- Ungewöhnliche Volkszählung im Biosphärenreservat Rhön
- Eine Auswahl der Pflanzen, Tiere und Biotope des Jahres 2005
- Wir stellen uns vor:
Die Arbeitsgemeinschaft „Naturschutz" Bermbach
und der Berggasthof „Eisenacher Haus"
Erscheinungsjahr 2004
Dieses Heft enthält einen Rückblick auf das vergangene Jahr der thüringer Verwaltungsstelle
Unter anderem sind Berichte enthalten:
- Unsere Naturschutzgebiete - geschützte Geotope im Biosphärenreservat Rhön,Teil III: Blockhalden und Blockmeere
- In eigener Sache (unser Biosphärenreservat auf dem Prüfstand der UNESCO; die Rolle der biologischen Vielfalt bei der Bewirtschaftung des Biosphärenreservats Rhön; Identitätszeichen Dachmarke; neues länderübergreifendes Naturschutzgroßprojekt "Rhön im Fluss"; Eröffnung des Hauses auf der Grenze und der Infostelle "Propstei Zella")
- Belauscht und erforscht in der Heimat (Heilpflanzen im Biosphärenreservat Rhön - Echtes Johanniskraut; Auf der Suche nach Schnecken und Muscheln; 11. Ornithologischer Jahresbericht erschienen)
- Pflanzen, Tiere, Biotope und Landschaften des Jahres 2004
- Wir stellen uns vor: Jugendbildungsstätte „Thüringische Rhön" Schafhausen, Holzbildhauermeisterin Kerstin Genschow
2004.
„Aus diesem Sumpfe steigen fast täglich Nebel empor, und in schwülen Sommernächten sind Entzündungen brennbarer Materie, die auf des Moores Oberfläche gleich schönen brennenden Lichtern herumirren, gar nicht selten. “
Dies schrieb im Jahre 1803 der in Simmershausen lebende Heimatforscher Franz Anton Jäger über das Rote Moor. Unland, Stätte der Einöde und des Schreckens, geheimnisvoll und schaurig: So stellen sich die meisten von uns auch heute noch die Moore vor. Dabei sind sie vor allem Flächen der rar gewordenen „unberührten“ und noch weitgehend intakten Natur. Moore gehören zu den seltensten und gleichzeitig am meisten gefährdeten Lebensräumen unserer Heimat. Sie verdienen daher in besonderem Maße unsere Aufmerksamkeit und strengen Schutz vor Störungen.
Orchideen - die Edelsteine unter den Blumen
Wir Menschen schützen nur, was wir kennen und lieben. Hier will die Broschüre ansetzen und Basisinformationen liefern. Sie will auch einen Beitrag zum besseren Schutz der fragilen und bedrohten Schönheiten leisten, will uns sensibilisieren.
So unterschiedlich unsere Orchideen in ihren biologischen Eigenschaften und in ihrem Aussehen sind, do vielfältig sind auch ihre Ansprüche an den Lebensraum in dem sie vorkommen. Nur ein Teil unsere heute heimischen Orchideen würden auch dann bei uns vorkommen, wenn die Landschaft ihrem potentiell-natürlichen Zustand wäre, also bedeckt von Laufwäldern mit hohem Buchenanteil.
Für den nun, leider wieder mit einiger zeitlicher Verzögerung fertig gestellten 15. Ornithologischen Jahresbericht des Biosphärenreservats Rhön für 2006, wurden 4.167 Datensätze ausgewertet und liegen der Verwaltung in Thüringen vor. Auch in diesem Jahr sind wieder systematische Untersuchungen von verschiedenen Personen in den Schutzgebieten des Biosphärenreservats Rhön durchgeführt worden. Die durchgeführten Kartierungen in den EG-Vogelschutzgebieten wurden im Jahresbericht nochmals gesondert dargestellt.
Nach Auswertung des uns vorliegenden Datenmaterials für das Jahr 2006 konnten von den 212 Vogelarten, die bisher im Biosphärenreservat Rhön nachgewiesen wurden, in der thüringischen Rhön 149 Arten (2005: 143 Arten) bestätigt werden.
25.02.2010 (bis 11.04.2010)
01.03.2010 (bis 12.03.2010)
13.03.2010 - 10:00 (bis 14.03.2010)
13.03.2010 - 10:00
13.03.2010 - 10:00