Das Fenster zum Universum

Die UNESCO hatte 2015 zum Internationalen Jahr des Lichts erklärt. Es soll "an die Bedeutung von Licht als elementare Lebensvoraussetzung für Menschen, Tiere und Pflanzen und daher auch als zentraler Bestandteil von Wissenschaft und Kultur erinnern."

Unser Lebensrhythmus ist an die Erdrotation gebunden und zu viel künstliches Licht stört diesen Tag-Nacht-Rhythmus von Mensch, Tier und auch Pflanzen. Guter Schlaf braucht die Dunkelheit, damit das Schlafhormon Melatonin ausreichend gebildet werden kann. Und auch das Naturerlebnis Sternenhimmel ist auf das schwache kosmische Licht angewiesen, das über teils Millionen Jahre durch das Universum unterwegs war.

Die Rhön bietet in vielen Teilen noch natürliche Nachtlandschaften mit einem sternenreichen Himmel. Diese Gebiete sind für Mensch und Natur von großer Bedeutung.

Hier sind noch Blicke in die Tiefen des Weltalls möglich, wie in nur wenigen Regionen Deutschlands. Das Zodiakallicht und der Gegenschein, der Schimmer des Staubs in unserem Sonnensystem, können hier beobachtet werden, genauso wie der schwache Schein des Nachthimmelsleuchtens, Kometen oder kosmische Gaswolken und ferne Galaxien wie die Andromeda-Galaxie, die trotz 2,5 Mio. Lichtjahre Entfernung in der Rhön mit bloßen Auge sichtbar ist . Darüber hinaus ist der „gestirnte Himmel“ ein Ort der Sehnsucht und Ruhe.
Die aus seiner Beobachtung abgeleiteten Erkenntnisse, wichtig für Navigation und die Erstellung von Kalendern, ist ein kollektives Gut und das Verstehen der astronomischen Zusammenhänge eines der ältesten Kulturleistungen der Menschheit. Gleichwohl ist die nächtliche Himmelsbühne eine Projektionsfläche für Mythen und Legenden und Inspirationsquelle vieler Künstler und Philosophen.

Der Blick auf solche Naturphänomene sowie der Erhalt der natürlichen Nachtlandschaften mit all ihren Bewohnern sollen durch eine maß- und verantwortungsvolle Beleuchtung im Sternenpark Rhön erhalten bleiben.

Ermöglicht wird dies, da zahlreiche Rhöner Kommunen Beleuchtungsrichtlinien für den Schutz der Nacht, die gemeinsam mit den Anbietern und Betreibern der öffentlichen Beleuchtung erarbeitet wurden, angenommen haben. Die Anwendung der Beleuchtungsrichtlinien soll eine sukzessive Reduzierung von unnötigen Lichteinträgen zur Folge haben – zum Schutz der Nacht.

Für diese Bemühungen wurde die Rhön im August 2014 als internationaler Sternenpark ausgezeichnet.

Der Sternenpark im Biosphärenreservat Rhön soll den Menschen den Himmel wieder näher bringen und dabei auf die Nacht als schutzbedürftigen Lebensraum aufmerksam machen.
Denn wir überlagern nicht nur das Licht der Sterne durch künstliches Licht und entfremden uns damit vom Nachthimmel, sondern die Forschung konnte in den letzten Jahren viele Erkenntnisse über die negativen Auswirkungen von künstlichem Licht bei Nacht auf Flora, Fauna und Mensch gewinnen.

Vor diesem Hintergrund sollen zukünftig auch Privat- und Gewerbebeleuchter auf die Belange der Nacht aufmerksam gemacht werden. Hierzu hat sich der gemeinnützige Verein Sternenpark Rhön e.V. gegründet.

Das Thema Sternenpark – Schutz und Nutz der Nacht besetzt also viele aktuelle Handlungsfelder der Rhön. Daher ist in den nächsten Jahren eine enge Zusammenarbeit zwischen den Kommunen, den örtlichen Bildungsträgern, dem Naturschutz, den Energieversorgern, dem Tourismus und dem Biosphärenreservat Rhön von großer Bedeutung. Dies u.a. im Hinblick auf Veranstaltungen mit dem Fokus auf die Belange der Nacht als Lebensraum als auch mit Blick auf Handlungsmöglichkeiten für umweltgerechte Außenbeleuchtung sowie im (ent-)spannenden Bereich der Himmelskunde.

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