Von der Anerkennung 1991 bis zur Erweiterung 2014

Glückliche Fügung:

Ein Kind der Einheit

Jahrzehnte lang war die Rhön durch den Eisernen Vorhang getrennt. Ende der 80er-Jahre nutzten in der DDR Naturschützer die Gunst der Stunde und gaben den Anstoß zu einer weitsichtigen Weichenstellung. Zahlreiche wertvolle Naturräume wurden unter Schutz gestellt und damit gesichert, darunter die thüringische Rhön. Dieses „Tafelsilber“ brachte die DDR 1990 bei der Wiedervereinigung als Mitgift ein.

Bereits im Winter 1990/91, also unmittelbar nach der Wende, stellten die drei Bundesländer Bayern, Hessen und Thüringen separate Anträge auf Anerkennung als UNESCO-Biosphärenreservat. Der damalige Umweltminister Klaus Töpfer machte daraus einen gemeinsamen Antrag. Mit Erfolg: Am 6. März 1991 wurde die Drei-Länder-Rhön von der UNESCO zum Biosphärenreservat geadelt.


Kontinuierliche Entwicklung:

Viele kleine Schritte

In Bayern, Hessen und Thüringen entstanden Verwaltungsstellen, die auf Basis eines Verwaltungsabkommens der drei Länder vom November 2002 zusammenarbeiten. Parallel begannen Experten mit der Ausarbeitung eines Rahmenkonzepts. Sein Ziel war und ist der Schutz, die Pflege und die Entwicklung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön.

Dieses im April 1995 übergebene Rahmenkonzept ist bis heute die Grundlage aller Planungen und Maßnahmen. Im Geiste des Grundsatzes „Der Mensch und die Biosphäre“ wurden in den Folgejahren zahllose Projekte umgesetzt, was dem UNESCO-Biosphärenreservat Rhön wachsende Anerkennung einbrachte – bei der heimischen Bevölkerung sowie ebenso auf nationaler und internationaler Ebene.


Erhebliche Ausweitung:

22 neue bayerische Gemeinden

Das Jahr 2014 erwies sich als Meilenstein. Im Juni unterzog sich das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön erfolgreich einer Überprüfung seiner bisherigen Arbeit (Evaluierung) durch den Internationalen Koordinierungsrat. Daraufhin wurde der UNESCO-Status für weitere 10 Jahre bestätigt. Ein klarer Vertrauensbeweis.

Gleichzeitig gab das Gremium grünes Licht für eine erhebliche Erweiterung: Im bayerischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats wurden weitere 58.000 Hektar Fläche eingebracht. Damit gehören nun in den unterfränkischen Landkreisen Bad Kissingen und Rhön Grabfeld weitere 22 Gemeinden dazu. Das wird sich als Entwicklungsschub erweisen.

1991 Übergabe der UNESCO-Urkunde: Thüringer Umweltminister Sieckmann (vorne links), Bundesumweltminister Töpfer (mitte), Verwaltungsstellenleiter Karl-Friedrich Abe (rechts)

v.l.n.r.: UNESCO-Division Director Han Qunli; Abteilungsleiter im Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Andreas Koch; stellv. Referatsleiterin im Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz Britta Krämer; Bayerische Staatministerin für Umwelt und Verbraucherschutz Ulrike Scharf; Vorsitzende des MAB-Nationalkomittees Dr. Christiane Paulus, mit den Erweiterungsurkunden

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