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C9.1 Streuobst in der Rhön

Hintergrund

Streuobstgürtel waren einst charakteristische Landschaftselemente in der Rhön.
 
Foto C9 02
Foto: Jürgen Holzhausen, © bayerische Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats
Streuobstbestände sind in vielerlei Hinsicht schützenswerte Elemente der Landschaft.


Foto: Karl-Friedrich Abe (thüringische Biosphärenreservatsverwaltung)
Alte Obstsorten sind ein schützenswertes Kulturgut.

Datenlage und Informationen

Daten aus den Förderprogrammen aufgrund von Programmänderungen und nur unvollständiger Erfassung nicht nutzbar
Datenhalter:
Biosphärenreservats-
verwaltung
Datenquelle:
CIR-Daten,
räumlich: flächendeckend,
Maßstab 1:10.000
zeitlich: 1993 / 1994
Datenlücken:
auf der Basis der CIR-Daten bisher keine Zeitreihen möglich
Querverweis auf Kap. C7.1 Kap. C7.1
Datenhalter:
LfU
Datenquelle:
FIS-Natur (Version: 2.06.0013 Datenbestand 2005), Ortho-Luftbilder
räumlich: flächendeckend zeitlich: 2002
Datenlücken:
nur Daten für den bayerischen Teil

Situation und Entwicklung

Ausdehnung und Lage der Bestände

Über 1.000 ha Streuobstfläche und mehr als 180 km Obstbaumreihen
Gemeinden mit sehr unterschiedlicher Streuobstfläche
bedeutendste Streuobstgemeinden im Biosphärenreservat:
Markt Burkardroth (BY): 99 ha Streuobstfläche,
Stadt Tann (HE): 66 ha,
Sandberg (BY): 50 ha,
Rockenstuhl (TH): 53 ha
Einzelne Ortschaften sind von intaktem Streuobstgürteln umgeben.
Der Großteil der Streuobstbestände liegt in Höhenlagen zwischen 300 und 500 m ü. NN.

Sortenvielfalt

176 Apfel-, 38 Birnen- und 12 Pflaumensorten in der Rhön
Tab. 102: Gesamtergebnis der Obstsortenbestimmung

Obst

Gesamtzahl der Sorten

Anmerkung:

Apfel

176

davon 13
unsicher

Birne

38

davon 7 un-
sicher bzw.
sehr unsicher

Pflaume

12

 

Gesamt

226

 
 
Der Streuobstbau in der Rhön birgt ein genetisches Potenzial, das nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Entwicklung der Bestände

bayerischer Teil: Innerhalb von weniger als 10 Jahren 4 % der Streuobstfläche verloren, 3 % wurden nachgepflanzt
Hauptverluste von Streuobst durch Siedlungsausdehnung
weiterer Verlust und zunehmende Überalterung für den bayerischen Teil des Biosphärenreservats prognostiziert

Bewertung

umfangreiche Bemühungen zur Erhaltung der Streuobstbestände,
dennoch leichter Rückgang
Entwicklung der Siedlungs- und Verkehrsflächen:
Querverweis auf Kap. C3.2 Kap. C3.2

Aktivitäten und Handlungsbedarf

Förderung der Streuobstbestände ...
 
...in Bayern durch das KULAP sowie über die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinien

...in Hessen eingestellt (keine staatliche Förderung)
...in Thüringen durch das Vertragsnaturschutz-
programm
 
…länderübergreifend durch die Rhöner Apfelinitiative e.V.

 
 
Wie in Thüringen sollte auch in Hessen und Bayern zusätzlich zur Neupflanzung auch die Pflege der Streuobstbestände gefördert werden.  
 
Foto C9 04
Foto: Karl-Friedrich Abe (thüringische Biosphärenreservatsverwaltung)
Weitere Verluste existierender Bestände durch Bautätigkeit müssen verhindert werden.

Rhöner Apfelinitiative e.V.

Wichtigster Akteur zur Erhaltung der Streuobstbestände ist der Rhöner Apfelinitiative e.V.
Der über die Apfelinitiative vermarktete Rhöner Streuobstapfel wird kontrolliert biologisch angebaut.
 
Foto: Eugen Sauer

Rhöner Qualitätssiegel:
Querverweis auf Kap. B5.2 Kap. B5.2
Pflege und Neupflanzung
Projekt „1000 Apfelbäume“: zwischen 2003 und 2005 674 Neupflanzungen

Kelterei Ausbacher Roter

Ausbacher Rotapfel

Ausbacher Rotapfel - Rhöner Streuobstapfel des Jahres 2002

Im Überblick

leichter Rückgang des Streuobstbestands im Biosphärenreservat Rhön vor allem durch Bautätigkeit; verstärkte Neupflanzung und Pflege erforderlich
noch immer große Sortenvielfalt in der Rhön
Mehrung der Bestände nicht in Sicht
[i] Degenbeck M. 2003: Zur Situation der Streuobstbestände in Bayern In: Tagungsbericht "Streuobst in der Kulturlandschaft",  Fachtagung des Institutes für Agrarökologie, Ökologischen Landbau und Bodenschutz und Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau am 09./10.07.2003 in Kirchehrenbach, Landkreis Forchheim.
[ii] Heusinger 1997: Die Rhöner Apfelinitiative. Ein Vorbildprojekt zur Realisierung des Biosphärenreservats Rhön als "Modellregion für eine umweltschonende Landnutzung"? Diplomarbeit TU-München. Lehrstuhl für Geographie der Sozialwissenschaftlichen Fakultät.
[iii] nach Heusinger 1997 a.a.O.
[iv] Schweinberger K. 1997: Information des Arbeitskreises für Obstbauförderungsmaßnahmen Keltereibetriebe Weihenstephan in Bayern. In: Zöll W. 1997 (Hrsg.): Dokumentation Fachtagung „Rhöner Streuobst", 05. April 1997, unveröff.
[v] GIS-Zentrale BR Rhön (1):Digitale länderübergreifende Karte zur Flächendeckenden Ökosystemtypenkartierung Biosphärenreservat Rhön auf der Basis von Color-Infrarot-Luftbildern 1993/1994, M=1:10000.
[vi] FIS (Fachinformationssystem)-Natur
[vii] GIS-Zentrale BR Rhön (1) a.a.O.
[viii] GIS-Zentrale BR Rhön (2) Digitales Geländemodell, Meereshöhe
[ix] GIS-Zentrale BR Rhön (1) a.a.O. und GIS-Zentrale BR Rhön (2): a.a.O.
[x] Zöll W. 1997a: Rhöner Streuobstprojekt. Abschlussbericht April 1997, unveröffentlicht.
[xi] Zöll 1997a: a.a.O.
[xii] Zöll 1997b: Dokumentation Fachtagung "Rhöner Streuobst", 05. April 1997, unveröffentlicht.
[xiii] Zöll 1997a: a.a.O.
[xiv] http://www.spezialitaeten-baden-wuerttemberg.de/spezialitaeten/spezialitaet.php?sp=72 (Abruf: 20.11.2006)
[xv] Vergleich CIR-Daten 1993/94 und Ortho-Luftbilder 2002
[xvi] Vergleich CIR-Daten 1993/94 und Ortho-Luftbilder 2002
[xvii] Hessische Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön, Sauer E., mdl.
[xviii] http://www.rhoenapfel.de
[xix] Hessische Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön, Sauer E., mdl.
[xx] eigene Zusammenstellung nach Auskunft der Unteren Naturschutzbehörden Bayerns,. des Landschaftspflegeverband Rhön-Grabfeld sowie der hessischen und thüringischen Verwaltung des Biosphärenreservats
[xxi] Krenzer J. H.: Die Rhöner-Apfelinitiative: Drei-Länder-Kooperation zwischen Bayern, Hessen und Thüringen in: http://www.rhoenerlebnis.de/rhoenapfel/info/vortrag_euregia2002.doc (Abruf: 20.11.2006)
[xxii] Rhöner Apfelinitiative e.V. 2005: Streuobstrundbrief 2. und mdl. Informationen.
[xxiii] Stand Juli 2006
[xxiv] Stand Juli 2006
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