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C8.2 Pflanzen

C8.2.1 Entwicklung von Zielarten

Hintergrund

Vielfalt von Arten und Pflanzengesellschaften in der Rhöner Kulturlandschaft
nur im Bereich von Felsen, Mooren und Blockhalden noch Reste natürlicher Vegetation

Datenlage und Informationen

Datenhalter:
Biosphärenreservats-
verwaltung
Datenquelle:
Erfolgskontrolle Hohe Rhön /  Lange Rhön, Pflege- und Entwicklungsplan Lange Rhön
räumlich: Bereich Hohe Rhön / Lange Rhön
zeitlich: 1981 / 1986, 1996 / 1997
Datenlücken:
Umgriff der Erhebungen auf das Gebiet Lange Rhön / Hohe Rhön beschränkt, nur Erhebungen auf Teilflächen, räumliche Zuordnung der Probeflächen 1996 zu 1981 / 1986 z. T. unsicher, großer Zeitabstand zwischen den Erhebungen
Datenhalter:
HE: LLH
Datenquelle:
Landschaftspflege-
versuche,
räumlich: ausgewählte Flächen
zeitlich: 1981 bis 2005
Datenlücken:
keine systematischen Erhebungen zur floristischen Entwicklung der Zielarten
keine Daten zwischen 1992 und 1996
Datenhalter:
TH: TLL
Datenquelle:
landesweites Grünlandmonitoring
räumlich: repräsentativ ausgewählte Flächen
zeitlich: 1997, 2002
Datenlücken:
Zielarten der Rhön werden nicht separat betrachtet
 Querverweis auf Kap. C8.1.3 Kap. C8.1.3

Situation und Entwicklung

Zielarten in Kalkmagerrasen, Borstgrasrasen, Zwergstrauchheiden und Halbtrockenrasen

Die meisten der Ziel-Pflanzenarten für Kalkmagerrasen, Borstgrasrasen und Zwergstrauchheiden profitieren von nährstoffarmen Verhältnissen und sind bei Brachfallen in ihrem Bestand gefährdet.
 
Kritische Eintragsraten für Stickstoff:
Querverweis auf Kap. C1.2 Kap. C1.2
Entwicklung der Zielarten in den Naturschutzgebieten im Bereich Lange Rhön / Hohe Rhön unterschiedlich, insgesamt aber positive Entwicklung der meisten Arten
KULAP Thüringen:
Querverweis auf Kap. B3.2 Kap. B3.2

Thüringische Halbtrockenrasen im KULAP zeigen stabile Bestände wertgebender Arten; dennoch deutet sich gewisse Unternutzung an.
Einige Zielarten der Borstgrasrasen und Kalkmagerrasen verschwinden nach 20-jähriger Brache gänzlich aus den Beständen.
Arnika
Foto C8 15
Foto: Bayerische Biosphärenreservatsverwaltung

Zielarten in Goldhafer- und Glatthaferwiesen

In der thüringischen Rhön Entwicklung der vom KULAP geförderten Goldhafer- und Glatthaferwiesen spiegelt sich die zielführende extensive Bewirtschaftung bzw. gezielte Biotoppflege wieder.
hessische Goldhaferwiesen sehr artenreich
Extensivierung intensiv genutzter Mähweiden: Zielarten der Goldhaferwiesen etablieren sich nur sehr zögerlich.
 
Aushagerung von Grünland:
Querverweis auf Kap. C1.3 Kap. C1.3 

 

Art im Gebiet nicht mehr nachgewiesen (Ziel des Pflege- und Entwicklungsplans nicht erfüllt)

Zielarten in Feuchtgrünland, Quellsümpfen und Mooren

Auf den feuchten und nassen Standorten entwickeln sich die Zielarten insgesamt positiver als auf den mageren und trockenen.
 

Foto C8 16

Foto: Jürgen Holzhausen, ©bayerische Biosphärenreservatsverwaltung
kritische Eintragsraten von Stickstoff:
Querverweis auf Kap. C1.2 vgl. Kap. C1.2

 

Art im Gebiet nicht mehr nachgewiesen (Ziel des Pflege- und Entwicklungsplans nicht erfüllt) 

Thüringische KULAP-Feucht- und Nassflächen reagieren auf das Management mit steigenden Artenzahlen und zunehmender naturschutz-
fachlicher Wertigkeit

Bewertung

Gesamtbewertung zu den floristischen Zielarten aufgrund fehlender systematischer Beobachtungen nicht möglich
Naturschutzgebiete der Langen Rhön / Hohen Rhön aus floristischer und vegetations-
kundlicher Sicht überregional bzw. national bedeutsam, Zielarten können sich überwiegend halten

 
Vertragsnaturschutz-
programm:
Querverweis auf Kap. B3.2 Kap. B3.2
KULAP Thüringen unterstützt erfolgreich Erhaltung des extensiven Grünlands.

Aktivitäten und Handlungsbedarf

differenzierte Management-
empfehlungen
Fortsetzung der pfleglichen Nutzung von der künftigen Ausgestaltung der Kulturlandschafts-
programme abhängig


Zukunft des bayerischen KULAP:
Querverweis auf Kap. B3.2 Kap. B3.2
 
Zukunft des thüringischen KULAP:
Querverweis auf Kap. B3.2 Kap. B3.2
luftbürtige Stickstoffeinträge und Überschreitungen kritischer Eintragsraten:
Querverweis auf Kap. C1.2 Kap. C1.2
 
Klimaveränderungen:
Querverweis auf Kap. C10.2 Kap. C10.2

Im Überblick

weitgehend stabile Situation bei den Kalkmagerrasen, Borstgrasrasen, Zwergstrauchheiden und Halbtrockenrasen
positive Entwicklung des von den Kulturlandschafts-
programmen geförderten extensiven Wirtschaftsgrünlands
stabile Situation der Vegetationsbestände auf feuchten und nassen Standorten
Erhaltung der schützenswerten Vegetationsbestände von der Fortführung der Agrarumwelt- und Vertragsnaturschutz-
programme abhängig

 
C8.2.2        Invasive Arten

Hintergrund

Neophyten: gebietsfremde Arten, die mit heimischen Arten um Lebensräume konkurrieren
Foto C8 17
Foto: H. Volz
Staudenlupine ist die problematischste invasive Art im Biosphärenreservat.

Datenlage und Informationen

Datenhalter:
Bayerische Biosphärenreservats-
verwaltung
Datenquelle:
Forschungsvorhaben zur Staudenlupine
räumlich: NSG Lange Rhön, Transektuntersuchungen
zeitlich: 1997 bis 2002
Datenlücken:
keine systematischen Beobachtungen zum Auftreten und zur Ausbreitung von invasiven Arten

Situation und Entwicklung

Indisches Springkraut und Orientalisches Zackenschötchen: sukzessive Ausbreitung, aber keine Regulierung möglich
Riesenbärenklau wird punktuell bekämpft.
Lupine wurde 1942 in der Rhön zur Bodenverbesserung ausgesät.
artenreiche nährstoffarme Grünlandbereiche gefährdet
1998 fast 6 % des gesamten Naturschutzgebiets „Lange Rhön“ in nennenswertem Umfang von der Lupine bewachsen
Aktuelle Bewirtschaftung gemäß den Bewirtschaftungs-
auflagen der Förderprogramme schafft günstige Voraussetzungen für die Ausbreitung der Lupine.

Aktivitäten und Handlungsbedarf

Maßnahmen zur Bestandsregulierung der Lupine vor der Samenreifung ca. Ende Juli notwendig
Einzelne Regulierungsmaßnahmen wurden durchgeführt.
Nutzungsverträge mit den Landwirten im Naturschutzgebiet Lange Rhön wurden z.T. zur Eindämmung der Lupine umgestellt.
Mahdtermine an den Mähwiesen am Stirnberg werden zeitlich vorverlegt.

Im Überblick

Ausbreitung der Lupine insbesondere im bayerischen und hessischen Teil des Biosphärenreservats
Zielkonflikte mit dem Wiesenbrüterschutz müssen systematisch gelöst werden.
[xxxvii] IVL 1992 in Grebe et al. 1988: Pflege- und Entwicklungsplan Lange Rhön. Schlußbericht. Im Auftrag des Landkreises Rhön-Grabfeld. Text und Pläne. Unveröff: 53.
[xxxviii] Bornholdt G., Braun H., Kress J.Chr. 2000: Erfolgskontrollen im abgeschlossenen Naturschutzgroßprojekt "Hohe Rhön/ Lange Rhön". Angewandte Landschaftsökologie, H. 30, Bad Godesberg.
[xxxix] Grebe R. et al. 1988: a.a.O.
[xl] Barth U. 2004: Botanisches Artenschutzkonzept der Botanischen Vereinigung für Naturschutz in Hessen für das Biosphärenreservat Rhön –Bericht und Dokumentation der Ergebnisse. Konzept im Auftrag der Hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates Rhön.
[xli] Arens R. & Neff R. 1997: Versuche zur Erhaltung von Extensivgrünland. Angewandte Landschaftsökologie Heft 13, Bundesamt f. Naturschutz, Bonn.
[xlii] Barth U. 2004: a.a.O.
[xliii] Die Ermittlung des naturschutzfachlichen Grünlandwertes (G-Wert) und der Anzahl wertgebender Arten basiert auf den methodischen Grundlagen von Brackel & Liepelt (1998, unveröffentlicht). Dieser wurde von Jäger (2003) modifiziert.
Jäger in Hochberg H., Finke C., Schwabe M., Zopf D., Matthes I. 2003: Halbzeitbewertung – Entwicklungsplan für den ländlichen Raum 2000-2006 – EAGFL – Abteilung Garantie. Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, Jena.
[xliv] Bornholdt et al. 2000: a.a.O. Der Schnitt sollte nicht vor dem 01.07. stattfinden.
[xlv] Bornholdt et al. 2000: a.a.O.
[xlvi] http://www.floraweb.de/neoflora/handbuch/lupinuspolyphyllus.html (Abruf: 20.11.2006)
[xlvii] http://www.floraweb.de/neoflora/auswirkung.html (Abruf: 20.11.2006)
[xlviii] Otte A. & Volz H. 2000: Biotopspezifische Untersuchungen zu Ausbreitungsmechanismen und Regulierungsmöglichkeiten von Hochstauden in der Rhön - bearbeitet am Beispiel der Stauden-Lupine (Lupinus polyphyllus Lindl.). Forschungsbericht im Auftrag der Regierung von Unterfranken. Unveröff.
[xlix] Volz H. 2002: Vegetationskundlichens Monitorung maschinell gepflegter Flächen im NSG Lange Rhön. Abschlussbericht. Unveröff.
[l] Untersuchungen der Lehr- und Forschungsanstalt Eichenhof haben ergeben, dass rechtzeitiges Mähen oder Mulchen in vier aufeinander folgenden Jahren zum Verschwinden der Lupine führen kann.
[li] Otte & Volz 2000: a.a.O.
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