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C2.1 Emissionen und Immission von Problemstoffen

Hintergrund

Schwermetalle sind in biologischen Systemen fremd und können toxisch wirken.
Dioxine und Furane sind unerwünschte Nebenprodukte in Verbrennungsprozessen.
Emissionen konnten seit den 1990er Jahren deutlich verringert werden, neuerdings gewinnen aber Hausbrandfeuerstätten als Emittenten an Bedeutung.
Pflanzenschutzmittel: sinkende Aufwandsmengen, sich schnell ändernde Substanzspektren

Datenlage und Informationen

Datenhalter, Datenquelle und Datenlücken:
Querverweis auf Kap. C1.1 Kap. C1.1
Datenhalter, Datenquelle und Datenlücken:
Querverweis auf Kap. C1.1 Kap. C1.1
Datenhalter, Datenquelle und Datenlücken:
Querverweis auf Kap. C1.3 Kap. C1.3
Datenhalter:
UBA
Datenquelle:
bundesweites UBA-Moosmessnetz
räumlich: seit 2006 in geostatistisch abgeleitetem Messnetz mit 1028 Standorten bundesweit, davon 4 Standorte im Biosphärenreservat
zeitlich: seit 1990 / 1991,
5-jährige Beprobung
Datenlücken:
keine
Datenhalter:
BY: LfU
Datenquelle:
Epiphytisches Moosmessnetz
räumlich: 16 x 16 km-Raster
zeitlich: 2-jährige Beprobung
Datenlücken:
keine
Datenhalter:
BY: LfU
Datenquelle:
Standortfichtenmessnetz
räumlich: 16 x 32 km-Raster
zeitlich: Dioxin seit 1992,
2-jährige Beprobung
Datenlücken:
noch keine Zeitreihen wegen alternierender Probenahmestellen

Situation und Entwicklung

Schwermetalleinträge über die Luft

starker Rückgang der Emissionen von Metallen und der luftbürtigen Einträge
Rückgang der Metallbelastung von Moosen in Bayern
Fe           Eisen
Al            Aluminum
Mn          Mangan
Ni            Nickel
Cu          Kupfer
V             Vanadium
Cr           Chrom
Pb           Blei
Hg          Quecksilber
Zn           Zink
Sb           Antimon
As           Arsen
Cd          Cadmium
Anreicherungen in Moosen der bayerischen Rhön für bayerische Verhältnisse erhöht
im bundesweiten Vergleich Belastungen allerdings auf niedrigen Niveau
Abb. 62 zeigt zu jedem Jahr die relativen Einstufungen unter Betrachtung der jeweiligen gesamtbayerischen Daten. Die Einstufungen erfolgen also in jedem Jahr im relativen Vergleich mit den anderen bayerischen Standorten wieder neu. Eine Interpretation hinsichtlich zeitlicher Entwicklung von Absolutbelastungen ist damit nicht zulässig.
Abb. 62 : Relative Belastung des epiphytischen Mooses Hypnum cupressiforme mit 13 Metallen und Spurenstoffen
Während die Bleiemissionen aufgrund ordnungspolitischer Maßnahmen, insbesondere dem Verbot von bleihaltigem Benzin, stark rückläufig sind, verändern sich die Emissionen von Antimon bayernweit nicht signifikant. Antimon wird bei Kraftfahrzeugen überwiegend durch Abrieb an Brems- und Kupplungsscheiben freigesetzt. Diese Abriebe sind in der Regel sehr feinteilig und können daher auch über größere Entfernungen verfrachtet werden. Untersuchungen an anderen Bioindikatoren wie z. B. Graskulturen in verkehrsreichen Ballungszentren zeigen seit Jahren eine stetige Zunahme der Anreicherung. Das bayernweite Moosmessnetz zeigt keinen eindeutigen Trend bezüglich der Anreicherung von Antimon und anderen typischen Elementen der Kategorie „Kfz-Verkehr“ wie Zink und Kupfer. Da diese Elemente dem allgemeinen Trend einer Verminderung der Schwermetallanreichung nicht folgen, ist eine weitere Beobachtung der Entwicklung anzuraten.
Anreicherung von Antimon nicht abnehmend
Abb. 64 zeigt die bundesweite Cadmium-Anreicherung im Jahr 2000. Die Werte lagen auf einem niedrigen Niveau. Nur kleinräumig waren die Gehalte im hessischen Teil des Biosphärenreservats höher.
Im Vergleich der Werte aus den Messungen der Jahre 1990, 1995 und 2000 ergibt sich eine abnehmende Tendenz der Anreicherungen. Bezogen auf das Biosphärenreservat zeigt sich diese Abnahme besonders deutlich in weiten Teilen Bayerns.
 
Cadmium-
Anreichungen im Biosphärenreservat auf niedrigem Niveau
besonders starke Abnahme im bayerischen Teil des Biosphärenreservats
Die Antimon-Gehalte lagen im Jahr 2000 in weiten Teilen Bayerns und Thüringens deutlich unter den Ergebnissen der Messungen 1995. 1990 wurde das Element nicht gemessen. In Hessen ist dagegen eine leichte Zunahme der Antimon-Anrei­cherung zu beobachten.
Auch im Biosphärenreservat war in allen drei Teilgebieten zwischen 1995 und 2000 eine geringe Antimon-Zunahme zu verzeichnen.
 
Antimon-Anreicherungen im Biosphärenreservat zwischen 1995 und 2000 steigend
Antimon-
Anreicherungen in Bayern geringfügig niedriger, in Hessen geringfügig über, in Thüringen deutlicher über dem bundesweiten Schnitt

Schwermetalleinträge durch Düngemittel

Schwermetalleintrag durch Düngemittel war in den letzten Jahren rückläufig.
Düngung und P-Versorgung der Böden:
Querverweis auf Kap. C1.3 Kap. C1.3
Bundes-Bodenschutz-
verordnung: Es ist Vorsorge zu treffen, damit die Gehalte unerwünschter Stoffe in Böden langfristig nicht steigen.
Cr           Chrom
Ni            Nickel
Cu          Kupfer
Zn           Zink
As           Arsen
Pb           Blei
Cd          Cadmium
Co          Kobalt
Th           Thallium
insbesondere Ausbringung von Thomasmehl widerspricht der Regel „Gleiches zu Gleichem“
Maximal zulässige Zusatzbelastung von Böden mit Schwermetallen wird in einigen Betrieben überschritten ...
 
... dennoch ist von einer schädlichen Anreicherung im Boden nicht auszugehen.
Klärschlammaus-
bringung: im thüringischen Teil vernachlässigbar, im hessischen Teil auf Ackergebiete der Vorder-
bzw. Kuppenrhön beschränkt

Einträge von organischen Fremdstoffen: Dioxine

Hausbrand mit Holz ist relevante Emissionsquelle  für Dioxine.
 
Energieholznutzung:
Querverweis auf Kap. B4.2 Kap. B4.2
in Bayern abnehmender Trend der Dioxingehalte zwischen 1992 und 2000, Wiederanstieg 2001 / 2002

Anwendung von Pflanzenschutzmittel

geringer Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Biosphärenreservat
Der integrierte Pflanzenschutz gilt als Leitbild des praktischen Pflanzenschutzes. Er beinhaltet zahlreiche Maßnahmen, beginnend mit gesundem Pflanz- oder Saatgut bis hin zur Vermeidung von Monokulturen und Biologischen Pflanzenschutz-
Maßnahmen (Einsatz von Nützlingen und Pflanzenstärkungsmitteln) und verfolgt das Ziel, die Kulturpflanzen vor Schäden zu bewahren und dabei den Einsatz von Pflanzenschutz-
mitteln möglichst zu minimieren. Nach dem Pflanzenschutzgesetz sind die Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes zu berücksichtigen.

Bewertung

Trotz ländlicher Struktur und extensiver landwirtschaftlicher Nutzung spielen Schadstoffeinträge auch in der Rhön eine Rolle.

Aktivitäten und Handlungsbedarf

„Gefahrenquelle“ Verkehr für Schwermetallemissionen trotz Einführung bleifreien Benzins nicht beseitigt
Holzverbrennung für Wärmegewinnung birgt Risiken der Emission von Dioxinen – vertiefende Untersuchungen zur Beschreibung von Belastungsrisiken erforderlich

Im Überblick

Trotz ländlicher Struktur und extensiver landwirtschaftlicher Nutzung ist das Biosphärenreservat nicht frei von Risiken der Schadstoffbelastung.
Verkehr ist auch in der Rhön relevante Quelle für Schwermetall-
emissionen.
Anreicherungen von Schwermetallen allerdings auf einem niedrigen Niveau
nur wenige Informationen zum Umfang der Dünge- und Pflanzenschutzmittel­
einträge

 

[i] Die Gehalte weiterer Elemente sowie die Vergleichsergebnisse früherer können dem Immissionsökologischen Bericht 2000-2001 entnommen werden: www.bayern.de/lfu/umwelt_qual/index.html (Abruf: 15.11.2006).
[ii] Bannick et al. 2001 „Grundsätze und Maßnahmen für eine vorsorgeorientierte Begrenzung von Schadstoffeinträgen in land-baulich genutzte Böden. UBA-Texte 59/01. Berlin.
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