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B8 Energiewirtschaft

Der Energiebedarf der Rhön wird überwiegend durch Energieimporte von außerhalb des Biosphärenreservats gedeckt. Im Biosphärenreservat selbst bestehen bisher wenige Anlagen zur Energieumwandlung. Diese generieren Strom und Wärme aus erneuerbaren Energiequellen wie Wasser, Biomasse und Sonnenenergie. Zukünftig gilt es, die dezentralen und umweltverträglichen regionalen Potenziale bestmöglich weiter zu erschließen und zu nutzen.
Vor dem Hintergrund der weltweiten Ziele zur Einsparung fossiler Energieträger und zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes muss auch die Rhön ihren Beitrag leisten. Die energiebezogenen Umweltbelastungen lassen sich vor allem durch einen geringeren Energieverbrauch senken, z. B. durch eine rationelle Energienutzung mittels effizienter Techniken.
Foto B8 01
Foto: Hemmrich, © bayerische Biosphärenreservatsverwaltung
In fast allen Gemeinden im Biosphärenreservat liegen die Verbrauchswerte von Strom und Erdgas unter dem Durchschnitt der jeweiligen Bundesländer. In Übereinstimmung mit bundesweiten Trends nahm der Verbrauch in den vergangenen Jahren in allen Landesteilen aber deutlich zu, vor allem wegen eines höheren Verbrauchs der privaten Haushalte.
In allen Landesteilen des Biosphärenreservats gibt es noch Potenziale, um Energie einzusparen. Verbesserungsbedarf wird vor allem im Zusammenhang mit den Heizungsanlagen oder der Wärmedämmung gesehen.
Die Nutzung regenerativer Energiequellen ist noch nicht ausgeschöpft. Ihr weiterer Ausbau muss aber zwingend unter Berücksichtigung naturschutzfachlicher Erwägungen erfolgen, um den Zielen des Biosphärenreservats gerecht werden zu können.

Hintergrund

Nutzung von Energie mit vielfältigen Umwelteinflüssen verbunden
Energie kann in naturwissen-
schaftlichem Sinn nicht "erzeugt" sondern lediglich in unterschiedliche Erscheinungsformen gewandelt werden kann. Daher wird hier der Begriff Energieum-
wandlung verwendet. Für die Umwandlung in das "Produkt" elektrische Energie wird der Begriff Stromerzeugung benutzt. Auf die Unterscheidung zwischen primären (z. B. Öl und Kohle, Biomasse, Kernbrennstoffe) und sekundären (z. B. Strom) Energieträgern wird aus Gründen der Lesbarkeit verzichtet.

Datenlage und Informationen

Datenhalter:
Energieversorgungs-
unternehmen
Strom: eon Bayern, eon Mitte, eon Thüringer Energie AG, Überlandwerk Rhön, Überlandwerk Fulda, Stadtwerke Bad Brückenau und Hünfeld
Gas: werraGas, Gasversorgung Unterfranken, Rhöngas, Gas- und Wasserversorgung Fulda, Stadtwerke Bad Brückenau und Hünfeld
Datenquelle:
Absatzstatistik
räumlich: Gemeindeebene
zeitlich: 1993, 1997, 2001, 2005
Energiemix
räumlich: Versorgungsgebiete
zeitlich: 2005,
eon Thüringen 2006
Datenlücken:
Verbrauchsdaten nicht von allen Versorgern vorliegend, zeitliche Lücken wegen nicht normierter Datenhaltung, Differenzierung des Energiemix nur für Gesamtversorgungs-
gebiete
Datenhalter:
Landesämter für Statistik
Datenquelle:
Energiestatistik
räumlich: Land
zeitlich: (1997), 2001, 2005
Datenlücken:
HE: keine Daten für 1993, Gasverbrauch erst ab 1999
Datenhalter
BY: Landkreise Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen
HE: Landkreis Fulda
TH: Landkreise Schmalkalden-Meiningen, Wartburgkreis
Datenquelle:
Energiekonzepte[vi]
räumlich:
BY: Landkreise
HE: Gemeinden
zeitlich:
BY: 1997
HE: 1993
Datenlücken:
TH: keine quantitativen Daten
Kaminkehrerdaten konnten aufgrund der hohen Kosten nicht für den Umweltbericht verfügbar gemacht werden.
Datenhalter:
Energieagentur Bayerische Rhön
Datenquelle:
Rhöner Energie-Check
räumlich: Landkreise Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld
zeitlich: 2005
Datenlücken:
HE, TH: keine Daten

Situation und Entwicklung

Stromversorgung und -erzeugung

Sieben Unternehmen teilen sich die Stromversorgung. 
Foto B8 02
Foto: Karl-Friedrich Abe, © thüringische Biosphären-
reservatsverwaltung
Erneuerbare Energien tragen überdurch-
schnittlich zur Stromversorgung bei.
Einige Versorgungs-
unternehmen, die für Biosphärenreservat zuständig sind, gewinnen fast die Hälfte ihres Stroms aus Kernenergie.

Stromverbrauch

Stromverbrauch in den Landesteilen des Biosphärenreservats unter dem jeweiligen Landesdurchschnitt
Bundesweiter Trend zu höherem Stromverbrauch ...
... spiegelt sich auch im Biosphärenreservat wieder.
Abb. 31: Stromverbrauch je Einwohner 2005 - zum Vergrößern bitte anklicken
Abb. 31: Stromverbrauch je Einwohner 2005
Die starke Zunahme in einzelnen Gemeinden lässt sich durch veränderte Verbrauchsstrukturen in privaten Haushalten nicht erklären.
Verbrauchsrückgang in zwei Gemeinden

Verbrauch von Heizenergie

Gebäudeheizungen werden überwiegend mit Heizöl betrieben.
zunehmender Verbrauch von Erdgas

Regenerative Energieträger – Potenziale und derzeitige Nutzung

Nutzung erneuerbarer Energien bringt stärkere Unabhängigkeit vom nationalen und internationalen Strommarkt.
Potenzial zur Nutzung von Wasserkraft im Biosphärenreservat nahezu ausgeschöpft
Strukturelle Qualität der Fließgewässer:
Querverweis auf Kap. C5.2 Kap. C5.2
 
„Rhön im Fluss“:
Querverweis Kap. C5.2 Kap. C5.2
Windenergienutzung steht im Konflikt mit der Erhaltung der landschaftlichen Eigenarten der Rhön.
Energieholznutzung spielt große Rolle im Biosphärenreservat.
Energieholznutzung:
Querverweis auf Kap. B4.2 Kap. B4.2
Foto B8 03
Foto: Karl-Friedrich Abe, © thüringische Biosphärenreservatsverwaltung
 
Steigerung der Holzpreise:
Querverweis auf Kap. B4.2 Kap. B4.2
 
ökologische Probleme zunehmender Brennholznutzung:
Querverweis auf Kap. B4.2 Kap. B4.2
potenzieller Anbauumfang für Raps annähernd ausgeschöpft
Verteilung der Landnutzung:
Querverweis auf Kap. C7.1 Kap. C7.1, Tab. 75
und Abb. 90
weitere Biogasanlagen im Bau
leistungsfähige Anlagen im hessischen Teil
vorbildliche Anlagen im thüringischen Teil
Landschaftspflege-
Agrarhöfe Kaltensundheim:
Querverweis auf Kap. B3.2 Kap. B3.2
Solarthermie bislang nur von wenigen Haushalten genutzt
viel Sonne in der Rhön - günstige Bedingungen für Photovoltaik
Entwicklung der täglichen Sonnenscheindauer:
Querverweis auf Kap. C10.1, Abb. 124 Kap. C10.1, Abb. 124
 
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Foto: Georg Vogel, © bayerische Biosphärenreservatsverwaltung
ungünstige geologische Verhältnisse für Geothermie
Wasser und Wind liefern den Großteil erneuerbarer Energie.

Energieeinsparung

große Einsparpotenziale in allen Landesteilen

Energiewende:
Querverweis auf Kap. C10.1 Kap. C10.1
Landkreis Schmalkalden-Meiningen: Durch konsequente Energiesparmaßnahmen könnten CO2-Emissionen um 50 % gesenkt werden.
nach wie vor starker Verbesserungsbedarf

Bewertung

Ziele der Energiekonzepte bislang nur unzureichend erreicht
Auch die Nutzung erneuerbarer Energiequellen ist nicht frei von Risiken, aber bisher sind keine größeren Konflikte zwischen nachhaltiger Landnutzung und Energieerzeugung bekannt.
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Foto: Karl-Friedrich Abe, ©thüringische Biosphärenreservatsverwaltung

Aktivitäten und Handlungsbedarf

Verwaltungsstellen können vor allem zur Bewusstseinsbildung beitragen.

Im Überblick

Zunahme des Stromverbrauchs
zögerlich zunehmende Nutzung von Erdgas
Einsparpotenziale sollten stärker ausgeschöpft werden.
größere Ausschöpfung der regionalen Potenziale regenerativer Energieträger nötig
[i] UBA - Umweltbundesamt 2007b: Umweltdaten Deutschland online.
http://www.env-it.de/umweltdaten/public/theme.do?nodeIdent=2842 (Abruf: 04.09.2007)
[ii] UBA - Umweltbundesamt 2007b: Umweltdaten Deutschland online.
http://www.env-it.de/umweltdaten/public/theme.do?nodeIdent=2322 (Abruf: 04.09.2007)
[iii]Konzessionsabgabenverordnung vom 9. Januar 1992 (BGBl. I S. 12, 407), zuletzt geändert durch Artikel 3 Abs. 4 der Verordnung vom 1. November 2006 (BGBl. I S. 2477)
[iv] Zweites Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts vom 7. Juli 2005 (BGBl. I S. 1970) – Art. 1 Gesetz über die Elektrizitäts- und Gasversorgung (Energiewirtschaftsgesetz – EnWG).
[v] Erneuerbare-Energien-Gesetz vom 21. Juli 2004 (BGBl. I S. 1918), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 7. November 2006 (BGBl. I S. 2550)
[vi]Bayern: Endrich H & Markert H. 2000: Energiekonzept Bayerische Rhön – Handlungs- und umsetzungsorientiertes Energiekonzept Bayerische Rhön der Landkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld. Unveröffentlichtes Gutachten im Auftrag der Landkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld.
Hessen: Petry L. 1996: Energiekonzept für das Biosphärenreservat Rhön – Hessischer Teil. Fulda.
[vii] Umweltbundesamt 2006: Wie private Haushalte die Umwelt nutzen – höherer Energieverbrauch trotz Effizienzsteigerungen. Hintergrundpapier.
www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/hintergrund/private-haushalte.pdf (Abruf: 04.09.2007)
[viii] 1 GW = 1.000 MW = 1.000.000 kW
[ix] Endrich & Markert 2000: a.a.O.
[x] Grebe R. & Bauernschmitt G. 1995: a.a.O.
[xi] Ingenieurbüro Wieczorek 2007: Auswertung Rhöner EnergieCheck 2006. Unveröffentlicht.
[xii] Schlussbericht Rhöner EnergieCheck vom 12.12.2006
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