B8 Energiewirtschaft
Der Energiebedarf der Rhön wird überwiegend durch Energieimporte von außerhalb
des Biosphärenreservats gedeckt. Im Biosphärenreservat selbst bestehen bisher
wenige Anlagen zur Energieumwandlung. Diese generieren Strom und Wärme aus erneuerbaren
Energiequellen wie Wasser, Biomasse und Sonnenenergie. Zukünftig gilt es, die
dezentralen und umweltverträglichen regionalen Potenziale bestmöglich weiter zu
erschließen und zu nutzen.
Vor dem Hintergrund der weltweiten Ziele zur Einsparung fossiler Energieträger
und zur Reduzierung des CO
2-Ausstoßes muss auch die Rhön ihren Beitrag
leisten. Die energiebezogenen Umweltbelastungen lassen sich vor allem durch einen
geringeren Energieverbrauch senken, z. B. durch eine rationelle Energienutzung
mittels effizienter Techniken.
Foto: Hemmrich, © bayerische Biosphärenreservatsverwaltung
In fast allen Gemeinden im Biosphärenreservat
liegen die Verbrauchswerte von Strom und Erdgas unter dem Durchschnitt der jeweiligen
Bundesländer. In Übereinstimmung mit bundesweiten Trends nahm der Verbrauch in
den vergangenen Jahren in allen Landesteilen aber deutlich zu, vor allem wegen
eines höheren Verbrauchs der privaten Haushalte.
In allen Landesteilen des Biosphärenreservats
gibt es noch Potenziale, um Energie einzusparen. Verbesserungsbedarf wird vor
allem im Zusammenhang mit den Heizungsanlagen oder der Wärmedämmung gesehen.
Die Nutzung regenerativer Energiequellen ist
noch nicht ausgeschöpft. Ihr weiterer Ausbau muss aber zwingend unter Berücksichtigung
naturschutzfachlicher Erwägungen erfolgen, um den Zielen des Biosphärenreservats
gerecht werden zu können.
Hintergrund
Mit der Umwandlung und Endnutzung von Energie sind
vielfältige Umwelteinflüsse verbunden. Früher stand in diesem Zusammenhang vor
allem das Thema saurer Regen infolge der Emissionen von Schwefeldioxid (SO
2)
im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Durch Umstrukturierungsprozesse in der Energiewirtschaft
und infolge geänderter rechtlicher Rahmenbedingungen wurden erhebliche Verbesserungen
erreicht. Die energiebedingten Emissionen der Säurebildner SO
2 und
Stickstoffoxide (NO
x) sind um 90 % bzw. 47 % reduziert worden.
Heute beherrschen vor allem Treibhauseffekt und Klimawandel die umweltpolitische
Diskussion. Kohlendioxid (CO
2) ist das bei weitem bedeutendste anthropogene
Klimagas. Es entsteht vor allem bei der Verbrennung fossiler Energieträger in
Anlagen und Motoren
[i].
Die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen ist nahezu CO
2-neutral,
aber nicht grundsätzlich frei von negativen Umweltwirkungen. Windkraftanlagen
oder der großflächige Anbau von Mais für die Biomasseverwertung verändern das
Landschaftsbild. Die zunehmende Nutzung von pflanzlichen Rohstoffen zur Energieumwandlung
befördert den Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen. Die Veränderung der Durchgängigkeit
von Fließgewässern durch Wasserkraftanlagen beeinflusst die Strömungsbedingungen
und behindert wandernde Tierarten. Dennoch lassen sich Belastungen der Umwelt
durch die Umwandlung von Energie mit dem Einsatz langfristig verfügbarer erneuerbarer
Energieträger deutlich vermindern
[ii].
Nutzung von Energie
mit vielfältigen Umwelteinflüssen verbunden
Energie kann in naturwissen-
schaftlichem Sinn nicht "erzeugt" sondern lediglich in unterschiedliche
Erscheinungsformen gewandelt werden kann. Daher wird hier der Begriff Energieum-
wandlung
verwendet. Für die Umwandlung in das "Produkt" elektrische Energie
wird der Begriff Stromerzeugung benutzt. Auf die Unterscheidung zwischen primären
(z. B. Öl und Kohle, Biomasse, Kernbrennstoffe) und sekundären (z. B.
Strom) Energieträgern wird aus Gründen der Lesbarkeit verzichtet.
Datenlage und Informationen
Genaue Verbrauchszahlen sind für die leitungsgebundenen
Energieträger Strom und – soweit die Gemeinden damit beliefert werden
– Erdgas verfügbar. Diese können von den Energieversorgern in
der Regel auf Gemeindeebene und zeitlich differenziert zur Verfügung gestellt
werden. Teilgebiete einzelner Gemeinden können dabei von unterschiedlichen
Anbietern versorgt werden. Die strombezogenen Daten werden basierend auf den Vorschriften
der Konzessionsabgabenverordnung von den Versorgern erhoben
[iii].
Die Auswertungen beziehen nur die regionalen Energieversorger ein. Grundsätzlich
können einzelne Haushalte nach der Marktliberalisierung auch von überregionalen
Anbietern Strom beziehen. Diese konnten für den Umweltbericht aber nicht
berücksichtigt werden.
Angaben zum Energiemix sind seit der Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts
[iv] in 2005 verpflichtend. Die Versorgungsunternehmen
müssen ihren Kunden den Energiemix in ihrem Versorgungsgebiet offen legen. Die
Angaben zur Zusammensetzung des Stroms sind dabei nach § 42 EnWG grob in Kernenergie,
fossile und sonstige Energieträger sowie erneuerbare Energieträger zu unterscheiden.
Eine Aufschlüsselung nach Gemeinden ist aus Datenschutzgründen nicht zulässig.
Nach dem „Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien“ (Erneuerbare Energien
Gesetz – EEG
[v]) müssen die Energieversorger weiterhin jährlich
Angaben zu den in ihr Netz eingespeisten Leistungen aus erneuerbaren Energien
machen. Diese Angaben sind nach den einzelnen Primärenergieträgern zu differenzieren.
Auch diese Angaben müssen erst seit 2005 veröffentlicht werden, sodass sich nur
der Status quo abbilden lässt. Von der eon Thüringer Energie AG lagen die Zahlen
erst ab 2006 vor.
Eine Auswertung hinsichtlich des sektoralen Energieverbrauchs nach Verbrauchergruppen
(z. B. private Haushalte, Gewerbe / Unternehmen, sonstige Bereiche / öffentliche
Einrichtungen) wird von den wenigsten Versorgungsunternehmen erstellt. Unterschieden
wird üblicherweise in Tarif- und Sonderkunden. Konsistente Datenreihen zum sektoralen
Energieverbrauch liegen daher nicht vor.
Aufgrund der Vielzahl der Versorgungsunternehmen und fehlender Vorgaben für die
Datenhaltung ist die Datenlage insgesamt sehr heterogen. Zusätzliche Einschränkungen
ergeben sich aus dem Datenschutz und der Praxis der Datenhaltung. Z. B. werden
ältere Datenbestände nur über einen Zeitraum von 10 Jahren aufbewahrt oder diese
wurden bei Umstellungen von EDV-Systemen nicht aktualisiert.
Datenhalter:
Energieversorgungs-
unternehmen
Strom: eon Bayern, eon Mitte, eon Thüringer Energie AG, Überlandwerk Rhön, Überlandwerk
Fulda, Stadtwerke Bad Brückenau und Hünfeld
Gas: werraGas, Gasversorgung Unterfranken, Rhöngas, Gas- und Wasserversorgung
Fulda, Stadtwerke Bad Brückenau und Hünfeld
Datenquelle:
Absatzstatistik
räumlich: Gemeindeebene
zeitlich: 1993, 1997, 2001, 2005
Energiemix
räumlich: Versorgungsgebiete
zeitlich: 2005,
eon Thüringen 2006
Datenlücken:
Verbrauchsdaten nicht von allen Versorgern vorliegend, zeitliche Lücken wegen
nicht normierter Datenhaltung, Differenzierung des Energiemix nur für Gesamtversorgungs-
gebiete
Die statistischen Landesämter in Bayern, Thüringen
und Hessen halten Daten zur Energieerzeugung und zum Energieverbrauch. Im Falle
von Hessen werden die Daten auch per Internet vom Landesstatistikamt zur Verfügung
gestellt. Damit können die Entwicklungen in den Landesteilen des Biosphärenreservats
mit denen im jeweiligen Bundesland insgesamt verglichen werden.
Die Daten umfassen eine Differenzierung der Stromgewinnung nach Energieträgern,
z. B. fossile Energieträger, regenerative Energie, Kernenergie, sowie des
Verbrauchs elektrischer Energie nach Sektoren. Ebenso sind sektorale Daten für
den Verbrauch von Gas in den Statistiken enthalten.
Für Hessen fehlen allerdings die Daten für 1993. Daten zum Gasverbrauch liegen
erst ab dem Jahr 1999 vor.
Datenhalter:
Landesämter für Statistik
Datenquelle:
Energiestatistik
räumlich: Land
zeitlich: (1997), 2001, 2005
Datenlücken:
HE: keine Daten für 1993, Gasverbrauch erst ab 1999
In den drei Landesteilen des Biosphärenreservats
Rhön wurden Energiekonzepte erstellt. Darin wurden energiebezogene Ziele und Maßnahmen
u. a. für die Umwelt, für den Energiesektor und die Regionalwirtschaft formuliert.
Die Konzepte beinhalten ausführliche Untersuchungen zur Struktur des Stromverbrauchs.
Sie zeigen in verschiedenen Szenarien und Prognosen ausführlich Einsparpotenziale
und Möglichkeiten zur Nutzung regenerativer Energien auf.
Das Bezugsjahr für das Energiekonzept des hessischen Teils ist 1993, für das Energiekonzept
Bayerische Rhön 1997. Für diese Jahre wurden Daten zum Stromverbrauch der Gemeinden
(Hessen) bzw. der Landkreise (Bayern) im Umweltbericht verwendet. Quantitative
Daten aus dem Thüringer Energiekonzept lagen nicht vor.
Eine weitere Datenquelle für das Energiekonzept Bayerische Rhön sind die so genannten
Kaminkehrerdaten aus dem Jahres 1997. Sie sind wesentliche Grundlage für Aussagen
zum Energieverbrauch von Gebäuden. Kaminkehrerdaten können über die Anteile der
verschiedenen Brennstoffarten am Heizenergieverbrauch Auskunft geben. Auch Informationen
zum Abgasverlust, d. h. der Wärme, die beim Betrieb von Feuerstätten ungenutzt
durch den Schornstein verloren geht, werden erfasst.
Datenhalter
BY: Landkreise Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen
HE: Landkreis Fulda
TH: Landkreise Schmalkalden-Meiningen, Wartburgkreis
Datenquelle:
Energiekonzepte
[vi]
räumlich:
BY: Landkreise
HE: Gemeinden
zeitlich:
BY: 1997
HE: 1993
Datenlücken:
TH: keine quantitativen Daten
Nach Angaben des Energiekonzepts Bayerische Rhön
verwenden die Kaminkehrer für die Verwaltung der Daten eine bundesweit einheitliche
Software und aktualisieren die Daten regelmäßig. Tatsächlich wird bisher aber
keine harmonisierte Datenerfassung praktiziert. Die Kaminkehrer verwalten ihre
Daten selbst, eine EDV-gestützte Datenerfassung erfolgt erst seit wenigen Jahren.
Die Bereitstellung der Daten ist kostenpflichtig. Die Vergütung für den entstehenden
Aufwand wurde auf insgesamt über 1.000 € veranschlagt. Aus diesem Grunde
konnten für den Umweltbericht keine Daten bezogen werden, mit denen die Auswertungen
des Energiekonzepts hätten aktualisiert werden können.
Die Daten werden über die Kaminkehrerinnung zwar auch an das jeweilige Bundesland
und den Bund weitergeleitet. Dabei erfolgt aber eine räumliche Aggregation, die
eine Aufschlüsselung nach einzelnen Gemeinden nicht mehr zulässt.
Kaminkehrerdaten konnten
aufgrund der hohen Kosten nicht für den Umweltbericht verfügbar gemacht werden.
In den beiden bayerischen Landkreisen Bad Kissingen
und Rhön-Grabfeld wurde in den Jahren 2005 und 2006 der so genannte „Rhöner Energie-Check“
durchgeführt. Die Ergebnisse wurden in den Folgejahren evaluiert. Der Energie-Check
basierte auf einer Fragebogenaktion und war an Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern
gerichtet. Ziel war, auf der Grundlage einer kostenlosen Schwachstellenanalyse
zum Energieverbrauch den Hausbesitzern Tipps zur Senkung des Verbrauchs und ggf.
zur Inanspruchnahme von Förderprogrammen zu geben. In der Fragebogenaktion wurden
dazu u. a. Angaben zu Heizungstyp, Brennstoffart, Verbrauchsdaten, zu den
im Hausbau verwendeten Materialien sowie geplanten oder bereits umgesetzten Energiesparmaßnahmen
abgefragt.
Durch die Aktion konnten Informationen zu ca. 2.400 Gebäuden im Landkreis Bad
Kissingen und ca. 3.400 Gebäuden im Landkreis Rhön-Grabfeld gewonnen und ausgewertet
werden.
Die Datengrundlage lässt keine detaillierten Aussagen für das Gebiet des Biosphärenreservats
zu, da eine genaue Zuordnung der Daten zu den Gemeinden nicht in allen Fällen
möglich ist. Aus den Ergebnissen lassen sich für die beiden bayerischen Landkreise,
die Anteil am Biosphärenreservat haben, Hinweise auf aktuelle Entwicklungen zum
Thema Energieeinsparung ablesen.
Datenhalter:
Energieagentur Bayerische Rhön
Datenquelle:
Rhöner Energie-Check
räumlich: Landkreise Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld
zeitlich: 2005
Datenlücken:
HE, TH: keine Daten
Situation und Entwicklung
Stromversorgung und -erzeugung
Sieben Unternehmen teilen sich die Stromversorgung
im Biosphärenreservat Rhön (s. Tab. 33).
Die bedeutendsten Stromversorger sind die Überlandwerke Rhön und Fulda. Die Versorgungsgebiete
der kleineren Stadtwerke Hünfeld und Bad Brückenau sind ausschließlich im Biosphärenreservat
gelegen. Für die verschiedenen Unternehmen der eon-Gruppe ist die Biosphärenreservatsfläche
nur ein Bruchteil ihres Gesamtversorgungsgebiets.
Tab. 33:
Stromversorgungsunternehmen
| |
Im Biosphärenreservat
|
Versorgungs-
gebiet
|
|
versorgte Gemeinden
|
versorgte
Fläche*
|
|
ganz
|
teilweise
|
km²
|
Anteil
|
km²
|
BR-Anteil*
|
|
eon Bayern
|
7
|
1
|
290
|
14 %
|
41.449
|
1 %
|
|
eon Mitte
|
1
|
3
|
134
|
7 %
|
12.000
|
1 %
|
|
eon Thüringer Energie AG
|
9
|
0
|
192
|
10 %
|
15.169
|
1 %
|
|
ÜW Rhön
|
37
|
3
|
736
|
37 %
|
1.120
|
66 %
|
|
ÜW Fulda AG
|
7
|
5
|
520
|
26 %
|
1.633
|
32 %
|
|
Stadtwerke
Bad Brückenau
|
1
|
0
|
24
|
1 %
|
24
|
100 %
|
|
Stadtwerke Hünfeld
|
1
|
0
|
120
|
6 %
|
120
|
100 %
|
* Basierend auf der vollständigen
Flächengröße der Gemeinden mit Anteil am Biosphärenreservat. Wenn eine Gemeinde
von zwei Versorgungsunternehmen bedient wird, wurde die Fläche diesen jeweils
zur Hälfte angerechnet.
Sieben Unternehmen teilen sich die Stromversorgung.
Foto: Karl-Friedrich Abe, © thüringische Biosphären-
reservatsverwaltung
Elektrische Energie wird aus verschiedenen Primärenergieträgern
erzeugt. Deutschlandweit wird der überwiegende Anteil von ca. 60 % des Stroms
aus fossilen Quellen gewonnen, 29 % des Stroms stammen aus der Kernenergie.
Die erneuerbaren Energiequellen tragen mit einem Anteil von 11 % zur Stromerzeugung
bei (s. Abb. 30 ).
Im Vergleich dazu setzen vor allem die Energieversorger, die u.a. für die Versorgung
des bayerischen und hessischen Teils des Biosphärenreservats verantwortlich sind,
in überdurchschnittlichem Umfang auf die Kernenergie. Mit bis zu 20 % liegen
die erneuerbaren Energien ebenfalls über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Fossile
Energie spielt mit Ausnahme von eon Thüringen, die aber nur ca. 1% der Biosphärenreservatsfläche
versorgt, eine unterdurchschnittliche Rolle.
* Für die Stadtwerke Bad Brückenau gelten die Werte des Vorlieferanten
eon Bayern.
Abb. 30: Energiemix der
Versorgungsunternehmen
Erneuerbare
Energien tragen überdurch-
schnittlich zur Stromversorgung bei.
Einige Versorgungs-
unternehmen, die für Biosphärenreservat
zuständig sind, gewinnen fast die Hälfte ihres Stroms aus Kernenergie.
Stromverbrauch
In den drei Landesteilen des Biosphärenreservats
liegt der Stromverbrauch je Einwohner unter den jeweiligen Landeswerten, im bayerischen
und hessischen Teil sogar sehr deutlich (s.
Tab. 34). Der Grund hierfür liegt vor allem in der ländlichen Prägung des Biosphärenreservats.
Größere energieintensive Gewerbe- und Industriebetriebe gibt es hier nicht oder
kaum. Die Struktur des Energieverbrauchs spiegelt daher sehr viel stärker als
die Landeswerte den Verbrauch der privaten Haushalte wieder.
Stromverbrauch in den Landesteilen des Biosphärenreservats unter dem
jeweiligen Landesdurchschnitt
Mit über 6.000 Kilowattstunden (kWh) je Einwohner
wird in der VG Vacha am meisten Strom verbraucht. Der Wert liegt hier sogar deutlich
über dem Durchschnitt des Lands Thüringen und ist vermutlich auf den Verbrauch
der örtlichen Kabelindustrie zurückzuführen.
In Bayern hat Wildflecken mit ca. 5.850 kWh den höchsten Stromverbrauch pro Kopf.
Grund hierfür ist der Truppenübungsplatz in Wildflecken, der sich zwar stark im
Stromverbrauch, aber nicht in der Einwohnerstatistik niederschlägt.
In Hessen weist Poppenhausen (5.325 kWh je Einwohner) die höchsten Verbrauchswerte
auf.
Gemeinden mit einem höheren Stromverbrauch finden sich vor allem am westlichen
Rand der Rhön (s.
Abb. 31). Ebenso
weisen die Gemeinden Ehrenberg, Hausen und Oberelsbach im Bereich und östlich
der Hohen Rhön höhere Verbrauchswerte auf. Vergleichsweise wenig Strom je Einwohner
verbrauchen die Gemeinden im östlichen und südlichen Teil.
Bundesweite Untersuchungen zur Entwicklung des Stromverbrauchs
zeigen, dass trotz des zunehmenden Einsatzes energieeffizienterer Geräte in den
Haushalten der Stromverbrauch der Haushalte nicht zurückgeht. Zwei Einflüsse kompensieren
den Effizienzeffekt. Zum einen wächst die Zahl der Ein- und Zwei-Personen-Haushalte
merklich an. Das heißt, es gibt mehr Haushalte, in denen im Schnitt weniger Personen
leben. Da in allen Haushalten eine gewisse Ausstattung mit Strom verbrauchenden
Geräten besteht, nimmt der Stromverbrauch insgesamt zu. Zum zweiten veränderte
sich die durchschnittliche Ausstattung mit Haushaltsgeräten. Bundesweit hat sich
die Zahl der in privaten Haushalten genutzten Computer zwischen 1993 und 2003
verdreifacht, die Zahl der Wäschetrockner, Geschirrspülmaschinen und Mikrowellengeräte
verdoppelte sich nahezu
[vii].
Bundesweiter Trend
zu höherem Stromverbrauch ...
Auch in den drei Landesteilen des Biosphärenreservats
hat der Stromverbrauch zwischen 1997 und 2005 kontinuierlich zugenommen und zwischen
2001 und 2005 deutlich stärker als im jeweiligen Landesdurchschnitt (s. Tab. 34).
... spiegelt sich
auch im Biosphärenreservat wieder.
Tab. 34: Entwicklung des einwohnerbezogenen Stromverbrauchs 1997-2005
| |
1997
|
2001
|
2005
|
|
[kWh / EW]
|
[kWh / EW]
|
Veränderung 1997-2001 [%]
|
[kWh / EW]
|
Veränderung 2001-2005 [%]
|
|
BR - Gesamt
|
2.773
|
3.040
|
+9,7
|
3.454 kWh
|
+13,6
|
|
BR - bayerischer Teil
|
2.712
|
2.930
|
+8,0
|
3.236 kWh
(3.200 kWh inkl. Versorgungs- gebiet eon)
|
+10,4
|
|
Land Bayern
|
5.594
|
6.202
|
+10,9
|
6.073 kWh
|
-2,1
|
|
BR - hessischer Teil
|
2.974
|
3.382
|
+13,7
|
3.775 kWh
|
+11,6
|
|
Land Hessen*
|
5.650
|
5.691
|
+0,7
|
5.763** kWh
|
+1,3**
|
|
BR - thüringischer Teil
|
2.603
|
2.673
|
+2,7
|
3.225 kWh
|
+20,7
|
|
Land Thüringen
|
3.923
|
4.460
|
+13,7
|
3.895 kWh
|
-12,7
|
* Hohenroda und Schenklengsfeld sind nicht berücksichtigt,
da Daten nur für Teilbereiche der Gemeinden vorlagen.
** Stromverbrauch 2004
Abb. 31: Stromverbrauch je Einwohner 2005
Einzelne Gemeinden prägen die Gesamtentwicklung teilweise
sehr stark.
Im bayerischen Teil nahm der Verbrauch zwischen 1997 und 2005 z. B. in Oberelsbach
um 1.600 kWh je Einwohner (62 %) zu. Dies ist u. a. auf die umfangreiche
Erweiterung eines holzverarbeitenden Betriebs zurückzuführen. Außerdem hat die
Einrichtung der Verwaltungsstelle sowie des Informationszentrums des Biosphärenreservats
mit insgesamt ca. Arbeitsplätzen zu diesem Anstieg beigetragen.
In Thüringen stieg der Stromverbrauch in Unterbreizbach zwischen 1997 und 2005
um 70 % auf 10,5 Gigawattstunden
[viii]
(GWh), in der VG Vacha um über 7.000 MWh (26 %) auf 35,0 GWh. Die Verbrauchsentwicklung
steht wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Entwicklung von Industrie und Gewerbe
in den beiden Gemeinden.
Starke Zunahmen in einzelnen Gemeinden gibt es auch im hessischen Teil. In Eiterfeld
stieg der einwohnerbezogene Verbrauch um 1.500 kWh (55 %), in Hünfeld um
1.400 kWh (45 %). Diese Zuwächse sind nicht durch veränderte Verbrauchsstrukturen
in privaten Haushalten zu erklären. Hier muss eine Ansiedlung von energieintensiveren
Betrieben stattgefunden haben.
Die starke Zunahme
in einzelnen Gemeinden lässt sich durch veränderte Verbrauchsstrukturen in privaten
Haushalten nicht erklären.
Ein Rückgang des Stromverbrauchs konnte nur in zwei
Gemeinden im Biosphärenreservat, nämlich im bayerischen Hausen (-38 %) und
in der thüringischen VG Oberes Feldatal (-6 %), festgestellt werden. Der
Rückgang in Hausen beruht auf der Installation einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage
bei einem ortsansässigen Großverbraucher, der sich dadurch von externen Stromlieferungen
unabhängig gemacht hat.
Verbrauchsrückgang in zwei
Gemeinden
Verbrauch von Heizenergie
In den bayerischen Landkreisen des Biosphärenreservats
werden überwiegend fossile Energieträger für die Gebäudeheizung verwendet. Nach
den Angaben des Energiekonzepts liegt der Anteil von Ölheizungen bei ca. 60 %.
Mit Erd- oder Flüssiggas werden ca. 25 bis 30 % der Heizungen befeuert. Die
Befragung der Ein- und Zweifamilienhausbesitzer im Energie-Check in den bayerischen
Landkreisen hat einen sogar noch etwas höheren Anteil an Ölheizungen ergeben.
Gebäudeheizungen werden überwiegend
mit Heizöl betrieben.
Für Erdgas ist ein schwacher Anstieg des einwohnerbezogenen
Verbrauchs im Biosphärenreservat Rhön festzustellen. Die Verbrauchswerte liegen
aber insgesamt – vermutlich aus ähnlichen Gründen wie beim Stromverbrauch – unter
dem Durchschnitt des jeweiligen Lands.
Ein weiterer Ausbau der Infrastrukturen für die Versorgung der Rhöner Gemeinden
mit Erdgas erfolgt nur langsam. In 1997 waren sieben Gemeinden an die Erdgasversorgung
angeschlossen, die mit Erdgas mit einem Energiewert von insgesamt 260 GWh beliefert
wurden. Bis 2005 sind drei weitere Gemeinden hinzugekommen, die Liefermenge stieg
auf insgesamt 326 GWh.
zunehmender Verbrauch von
Erdgas
Tab. 35: Entwicklung des einwohnerbezogenen Erdgasverbrauchs 1997-2005
| |
1997
|
2001
|
2005
|
|
[kWh /
EW]
|
[kWh /
EW]
|
Verände- rung 1997-2001 [%]
|
[kWh /
EW]
|
Verände- rung 2001-2005 [%]
|
|
BR – bayerischer
Teil (Bad Brückenau,
Oberleichtersbach,
Ostheim)
|
5.371
|
6.329
|
+17,8
|
6.439
|
+1,7
|
|
Land Bayern
|
7.803
|
8.647
|
+10,8
|
8.978
|
+3,8
|
|
BR – hessischer
Teil (Hünfeld)
|
8.565
|
8.666
|
+1,2
|
8.594
|
-0,8
|
|
Land Hessen
|
11.101*
|
11.386
|
+2,6*
|
11.938
|
+4,8
|
|
BR – thüringischer
Teil** (Teile der
VG Vacha und der
VG Dermbach,
Unterbreizbach)
|
2.416
|
2.405
|
-0,5
|
2.611
|
+8,6
|
|
Land Thüringen
|
10.315
|
10.998
|
+6,6
|
11.415
|
+3,8
|
* Daten aus 1999
** Die Zahlen sind tendenziell zu niedrig, da teilweise nur einzelne Gemeinden
innerhalb der Verwaltungsgemeinschaften (VG) bzw. Erfüllungsgemeinden (EG) mit
Erdgas beliefert werden, die Einwohnerzahlen aber nur für das gesamte Gebiete
der VG bzw. EG vorliegen.
Regenerative Energieträger – Potenziale und derzeitige
Nutzung
Im Bereich des Biosphärenreservats gibt es keine
verwertbaren Vorkommen fossiler Brennstoffe. Anlagen zur Energieerzeugung auf
Basis fossiler Energien wären mit den Zielen des Biosphärenreservats nicht vereinbar.
Der Schwerpunkt liegt daher im Folgenden auf dezentralen, erneuerbaren Energiequellen.
Deren Einsatz ermöglicht die Nutzung regionaler Potenziale z. B. von Energieholz,
Landschaftspflegeabfällen, Biogas oder auch Sonnenenergie. Mit der Installation
dezentraler Versorgungsstrukturen sind somit auch eine Stärkung der regionalen
Wertschöpfung und eine stärkere Unabhängigkeit vom nationalen oder internationalen
Strommarkt verbunden.
Nutzung erneuerbarer Energien
bringt stärkere Unabhängigkeit vom nationalen und internationalen Strommarkt.
Im Energiekonzept Bayerische Rhön wurden für die
Landkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld Potenziale für die Nutzung regenerativer
Energien ermittelt. Danach besteht für die Wärmeerzeugung ein Potenzial von ca.
1.840 GWh pro Jahr. Das entspricht bei einem derzeitigen Durchschnittsbedarf von
150 kWh / m² dem Wärmebedarf von ca. 120.000 Wohnungen in der Größenordnung von
100 m². Am wenigsten sind bisher die Möglichkeiten der thermischen Verwertung
von Restholz aus Industrie und Forstwirtschaft ausgeschöpft. Nach der auf Durchschnittswerten
für Energiegehalt und Restholzanfall beruhenden Berechnung beträgt ihr Anteil
am gesamten Wärmepotenzial aus regenerativen Energiequellen allein 82,7 %.
Solarthermie (10 %) und Biogas (7,3 %) haben daran einen deutlich geringeren
Anteil.
Das Strompotenzial erneuerbarer Energien wird mit ca. 560 GWh pro Jahr beziffert.
Bei Ausschöpfung dieses Potenzials ließen sich ca. 125.000 Vierpersonen-Haushalte
mit Strom versorgen. Das größte Potenzial liegt in der Photovoltaik (48,9 %),
ausgehend von einer Nutzung von knapp 35 % der gesamten Dachfläche in den
Landkreisen zur photovoltaischen Stromerzeugung. Der Anteil der Windenergie am
Potenzial wird mit 37,8 % angegeben. Biogas mit 11,3 % und Kleinwasserkraft
mit 1,9 % spielen eine geringere Rolle.
[ix]
Das Potenzial zur Nutzung der Wasserkraft über Kleinkraftwerke
an Fließgewässern ist im Biosphärenreservat weitestgehend ausgeschöpft. Effizienzsteigerungen
der bestehenden Anlagen sind jedoch möglich.
Die Wasserkraftnutzung liefert in den bayerischen Landkreisen bereits ca. 8.000
MWh Strom jährlich. Liegen die Kleinkraftwerke im Zusammenhang der geschlossenen
Bebauung, wo die Fließgewässer in aller Regel bereits hochwasserverbaut sind,
kollidieren die Interessen der Wasserkraftnutzung nahezu nicht mit den Zielen
einer naturnahen Gewässerstruktur. Die Errichtung neuer Anlagen außerhalb der
geschlossenen Bebauung stünde allerdings im massiven Konflikt mit Naturschutzbelangen.
Das Förderprojekt der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) „Rhön im Fluss“ zur
Revitalisierung von Fließgewässern in der Rhön hat in Bayern u.a. Maßnahmen zur
Minderung der nachteiligen Folgen der Wasserkraftnutzung umgesetzt. Dazu gehören
die Anlage von Umgehungsgerinnen für wandernde Fischarten und die Erhöhung des
Mindestabflusses.
Potenzial zur Nutzung von Wasserkraft im Biosphärenreservat
nahezu ausgeschöpft
Strukturelle Qualität der Fließgewässer:
Kap. C5.2
„Rhön im Fluss“:
Kap. C5.2
Die Windenergienutzung in der Rhön ist seit der Ausarbeitung
des Rahmenkonzepts
[x] ein kontroverses Thema. Es wurde im Rahmenkonzept
wegen seiner hohen Aktualität intensiv und bis hin zu konkreten Standortprüfungen
abgearbeitet. Denn es gab in den 1990er Jahren mehrere Anläufe eines regionalen
Betreiberkonsortiums, eine größere Windkraftanlage zu errichten. Mehrere potenziell
geeignete Standorte wurden von den verantwortlichen Behörden geprüft und mussten
aus unterschiedlichen Gründen verworfen werden.
Das naturgegebene Potenzial (Höhenlage, Exposition) wäre zweifelsohne groß, steht
aber in direktem Konflikt mit der landschaftlichen Eigenart und Bedeutung der
Rhön als „Land der offenen Fernen“. Aus diesem Grund ist der Einsatz von Windenergieanlagen
z. B. im thüringischen Teil des Biosphärenreservats prinzipiell
nicht gestattet.
Windenergienutzung steht
im Konflikt mit der Erhaltung der landschaftlichen Eigenarten der Rhön.
In Folge des gestiegenen Heizöl- und Erdgaspreises
ist in den letzten Jahren die Nutzung von (Rest-)Holz als Energieträger in hohem
Maße wirtschaftlich attraktiv geworden. Nach den Ergebnissen des Energie-Checks
in den bayerischen Landkreisen werden zwar weniger als 5 % der Ein- und Zweifamilienhäuser
ausschließlich mit Holz beheizt. Etwa 40 % der Befragten gaben aber an, zusätzlich
zu ihrer normalen Raumheizung noch eine Holzheizung einzusetzen.
Energieholznutzung spielt
große Rolle im Biosphärenreservat.
Energieholznutzung:
Kap. B4.2
Die Wärmegewinnung aus Hackschnitzelheizungen wird
in der Rhön schon seit Jahren auch in größeren Betrieben praktiziert. Derzeit
erfreuen sich Hackschnitzelheizungen aber insbesondere wegen der vergleichsweise
leichten Verfügbarkeit des Rohstoffs in der Rhön zunehmender Beliebtheit. In ihnen
werden naturbelassenes Gebrauchtholz, Waldhackgut und Landschaftspflegematerial
verbrannt.
Insgesamt sind die Bedingungen zur Nutzung von Energieholz in der Rhön vergleichsweise
günstig. Die Rhöner Gemeinden verfügen i.d.R. über einen flächenmäßig konzentrierten
Waldbesitz, der die wirtschaftliche Nutzbarmachung der Reserven erleichtert. Für
die private Nutzung von Brennholz erweisen sich die vielerorts kleinräumigen Strukturen
von Wald, Feld und Siedlung als vorteilhaft, da unter diesen Bedingungen die Entfernungen
zwischen dem Wald und dem Einsatzort des Brennholzes gering sind. Für den Landkreis
Schmalkalden-Meiningen wird geschätzt, dass zurzeit nur 12,3% des Energieholzpotenzials
genutzt werden. Setzt man das gesamte Holzwärmepotenzial des Landkreises ins Verhältnis
zum Heizenergiebedarf eines Einfamilienhauses, dann ließen sich ungefähr 7.000
Einfamilienhäusern, und das sind immerhin 34,5% der Einfamilienhäuser des Landkreises,
vollständig beheizen.
Allerdings bezeugen die gerade in den letzten Jahren deutlich gestiegenen Holzpreise,
dass sich das vorhandene Potenzial nicht immer problemlos nutzbar machen lässt.
Vielfach kann das lokale Angebot die Nachfrage schon nicht mehr decken. Hinzu
kommt, dass der uneingeschränkten Ausschöpfung der ermittelten Potenziale gerade
mit Blick auf die naturschutzfachlichen Zielsetzungen des Biosphärenreservats
insbesondere in Kern- und Pflegezone Grenzen gesetzt sind. Vor diesem Hintergrund
sind auch die in den Energiekonzepten für die Rhönlandkreise vorgenommenen Potenzialberechnungen
kritisch zu reflektieren.
Mit kurzumtriebigen Energieholzarten und Energiegrasarten (Miscanthus) laufen
derzeit erste Versuche. Zur künftigen Bedeutung dieser Nutzungen lassen sich zum
jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussagen treffen.
Foto: Karl-Friedrich Abe, © thüringische Biosphärenreservatsverwaltung
Steigerung der Holzpreise:
Kap. B4.2
ökologische Probleme zunehmender Brennholznutzung:
Kap. B4.2
Rapsölpressen sind im Gebiet sowohl zu energetischen
Verwertung wie auch zur Nahrungsmittelproduktion in Betrieb. Es existiert ein
weit überdurchschnittlich dichtes Netz an Biodieseltankstellen. Der potenzielle
Anbauumfang dürfte bezogen auf eine der „guten fachlichen landwirtschaftlichen
Praxis“ entsprechende Fruchtfolge jedoch ziemlich ausgereizt sein. Viele
Lagen innerhalb des Biosphärenreservats sind für den Rapsanbau nicht
oder nur sehr eingeschränkt geeignet.
Die Erzeugung von Biogas aus
Energiepflanzen oder aus der Gülleverwertung und dessen energetische Nutzung
in Biogasanlagen sind auf Grund der wirtschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen
zunehmend interessant.
Außerhalb des Biosphärenreservats sind im Landkreis Bad Kissingen zwei kleine
Anlagen mit ca. 200 kW in Betrieb, zwei Großanlagen mit ca. 700 kW auf Maisbasis
werden gerade gebaut. Im Landkreis Rhön-Grabfeld ist – ebenfalls außerhalb des
Biosphärenreservats – vor kurzem eine Biogasanlage auf Maisbasis mit optimaler
Kraft-Wärme-Kopplung durch Wärmelieferung an die Frankentherme Bad Königshofen
in Betrieb gegangen. Jede der drei Großanlagen in den beiden bayerischen Landkreisen
kann jährlich ca. 5.000 MWh Strom erzeugen.
weitere Biogasanlagen im
Bau
Die drei im hessischen Teil des Biosphärenreservats
gelegenen Biogasanlagen (eine Anlage in Poppenhausen und zwei in Eiterfeld) haben
gemeinsam eine elektrische Leistung von 960 kW. Insgesamt werden jährlich ca.
7.5 Mio. kWh ins Netz eingespeist. Eine weitere Anlage in Hünfeld, die noch im
Jahre 2007 ans Netz gehen wird, wird mit einer Gesamtleistung von 1.700 kW ca.
5.5 Mio. kWh Strom ins Netz abgeben. Bei allen Anlagen wird die entstehende Prozesswärme
bisher nur in sehr geringem Umfang genutzt. Der Betreiber einer Anlage in Eiterfeld
wird zukünftig ein Blockheizkraftwerk, das in unmittelbarer Nähe zu einem Schulkomplex
errichtet wird, über eine mehrere Kilometer lange Gasleitung versorgen.
leistungsfähige Anlagen im
hessischen Teil
Biogasanlagen auf Güllebasis lassen sich wegen zu
geringer Konzentration von Großvieheinheiten im bayerischen und hessischen Teil
bisher nur ausnahmsweise wirtschaftlich betreiben. Zurzeit werden hier dennoch
mehrere Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung projektiert.
vorbildliche Anlagen im thüringischen Teil
Im Thüringer Teil dagegen sind Biogasanlagen auf
Güllebasis in den landwirtschaftlichen Großbetrieben ein wichtiges wirtschaftliches
Standbein. Die Biogasanlage in den Landschaftspflege-Agrarhöfen Kaltensundheim
wurde im Jahr 2000 in Betrieb genommen. Sie verarbeitet den hohen Gülleanfall
aus der Rinderproduktion und die bei der Landschaftspflege anfallenden Grünschnitte.
Dadurch wird nicht nur elektrische Energie erzeugt, sondern auch die Ammoniakemission
gesenkt. Die Agrargenossenschaft „Rhönland“ in Dermbach verfügt ebenfalls über
eine Biogasanlage und ein Blockheizkraftwerk, das 1.700 Haushalte mit Strom versorgt.
Darüber hinaus werden jährlich 1.400 MWh ins
öffentliche Netz
eingespeist.
Landschaftspflege-
Agrarhöfe Kaltensundheim:
Kap. B3.2
Der in den bayerischen Landkreisen des Biosphärenreservats
durchgeführte Energie-Check hat ergeben, dass im Landkreis Rhön-Grabfeld ca. 600
Haushalte Solarthermie zur Warmwasseraufbereitung nutzen. Davon unterstützen 190
zusätzlich ihre Zentralheizung. Im Landkreis Bad Kissingen sind nach dieser Erhebung
370 solarthermische Anlagen zur Warmwasseraufbereitung realisiert, von denen 98
auch zur Heizungsunterstützung dienen. Die Daten sind ein Hinweis darauf, dass
die Nutzung der Solarthermie noch stärker ausgebaut werden kann.
Solarthermie bislang nur
von wenigen Haushalten genutzt
Durch die relativ hohe Sonnenscheindauer (Leeeffekt
der Hochrhön) herrschen gerade in der bayerischen und thüringischen Rhön günstige
Bedingungen für die Solarstromgewinnung.
Im Rahmen der Aktion „Im Strom mit der Landwirtschaft“ wurden im Landkreis Rhön-Grabfeld
mit dem Kreisverband des Bayerischen Bauernverbands und dem Maschinenring Rhön-Grabfeld
auf landwirtschaftlichen Gebäuden Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von
ca. 1.150 kWp (Kilowattpeak) auf Dächern und 1.000 kWp auf Freiflächen installiert
(Stand Oktober 2006). Eine Erweiterung um weitere 850 kWp ist geplant. Insgesamt
waren zum Jahresende 2005 in Landkreis Rhön-Grabfeld ca. 2.500 kWp Photovoltaikleistung
installiert. Im Landkreis Bad Kissingen waren es ca. 3.700 kWp. Aus der genannten
Leistung wurden in den beiden Landkreisen im Jahr 2006 annähernd 5.000 MWh Strom
erzeugt. Damit kann der Bedarf von ca. 1.100 Vierpersonen-Haushalten gedeckt werden.
Prognosen zum Potenzial der Photovoltaik wurden im Energiekonzept des Landkreises
Schmalkalden-Meiningen erstellt. Sie beziffern das jährliche Potenzial der Stromerzeugung
aus Photovoltaik in diesem Landkreis auf über 1.000 MWh, wenn ca. 5 %
der Haushalte entsprechende Anlagen mit einer Leistung von insgesamt knapp 1.300
kWp installierten
.
Abb. 32: Einspeisung von Strom aus erneuerbaren
Primärenergieträgern
viel Sonne in der Rhön -
günstige Bedingungen für Photovoltaik
Entwicklung der täglichen Sonnenscheindauer:
Kap. C10.1, Abb. 124
Foto: Georg Vogel, © bayerische Biosphärenreservatsverwaltung
Geothermie ist wegen der ungünstigen geologischen
Verhältnisse nur in Sonderfällen, z. B. in stillgelegten Kalischächten im Landkreis
Schmalkalden-Meiningen nutzbar. Keines der in der Rhön wirtschaftenden Energieversorgungsunternehmen
nutzt diesen Primärenergieträger bisher für die Stromerzeugung.
ungünstige geologische Verhältnisse
für Geothermie
Die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen
gibt einen groben Hinweis auf die Nutzung bestimmter Energieträger in den Versorgungsgebieten.
Bei den regional tätigen Stromunternehmen ist neben der Wasserkraft die solare
Strahlungsenergie von größerer Bedeutung. Nahezu die Hälfte des eingespeisten
Stroms im Netz des Überlandwerks Rhön wird aus Biomasse gewonnen (s. Abb.
32). Das Überlandwerk Fulda ist in größerem Umfang auch außerhalb der
Rhön tätig. Der große Anteil an Windenergie wird nicht in der Rhön
erzeugt.
Wasser und Wind liefern den
Großteil erneuerbarer Energie.
Energieeinsparung
Im Energiekonzept Bayerische Rhön werden perspektivische
Einsparpotenziale für die einzelnen Energieträger angegeben. Ausgehend
vom Verbrauch 1997 könnten bis 2015 in den Landkreisen Rhön-Grabfeld
und Bad Kissingen 61,6 % Heizöl, 22,1 % Erdgas, 11,1 % Strom, 4,4 % Holz
und 0,8 % Flüssiggas eingespart werden. Die größten Potenziale
für Energieeinsparung und damit auch zur Senkung von CO2-Emissionen
liegen im bau- und heizungstechnischen Bereich. Stromverbrauchende Geräte
sind dagegen oft schon auf einen möglichst geringen Bedarf hin optimiert.
große Einsparpotenziale
in allen Landesteilen
Energiewende:
Kap. C10.1
Das Energiekonzept des Landkreises Schmalkalden-Meiningen
gibt ein Einsparpotenzial von jährlich ca. 6.500 MWh an Kernenergie und fossilen
Brennstoffen an. Dafür wäre eine thermische Nutzung der Sonnenenergie an 5 % der
Wohngebäude im Landkreis notwendig. Dadurch ließen sich Emission in Höhe von ca.
1.600 t CO2 oder 0,975 t Stickstoffoxide vermeiden.
Unter Zuhilfenahme von Annahmen zu Preisentwicklungen,
Steuersparanreizprogrammen sowie unter Berücksichtigung der Umsetzung von Energiesparmaßnahmen
wurden im hessischen Energiekonzept ebenfalls Szenarien zur Energieverbrauchsentwicklung
der unterschiedlichen Energieformen entwickelt und auf das Jahr 2005 projiziert.
Bei Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen ließen sich demnach der Einsatz fossiler
Energieträger und damit auch die Emissionen von CO2 um 50 % und
mehr senken, und dies ohne Komfortverlust und unter der Annahme steigender Wohnflächen-
und Bevölkerungszahlen. Auch werden positive Effekte für die regionale Wirtschaft
erwartet.
Landkreis Schmalkalden-Meiningen: Durch konsequente
Energiesparmaßnahmen könnten CO2-Emissionen um 50 % gesenkt werden.
Bis zum heutigen Zeitpunkt hat keine Folgeuntersuchung
zum Energiekonzept des Landkreises Schmalkalden-Meiningen stattgefunden. Aussagen
zur Zielerreichung sind daher nicht möglich. Das Ergebnis dürfte vermutlich nahe
am so genannten Ist-Szenario liegen, bei dem davon ausgegangen wird, dass sich
die Entwicklungen der letzten Jahre weitgehend unverändert fortsetzen. Allerdings
wirken die seit einigen Jahren propagierten Energiepolitikmaßnahmen der Bundesregierung
und der hessischen Landesregierung auch im Gebiet der Rhön positiv.
Auch die Ergebnisse aus dem Energie-Check der bayerischen
Landkreise lassen vermuten, dass die aufgezeigten Einsparpotenziale bei weitem
nicht ausgeschöpft sind. In den beiden Landkreisen werden 16% der Gebäude als
energetisch verbesserungs- bzw. sanierungsbedürftig eingestuft. Weitere 6 %
der Gebäude weisen sogar einen starken Verbesserungs- bzw. Sanierungsbedarf auf
[xi].
nach wie vor starker Verbesserungsbedarf
Aber die Bedeutung des Themas ist der Bevölkerung
in den Landkreisen durchaus bewusst. In einer Umfrage unter den Teilnehmern am
Energie-Check im Landkreis Bad Kissingen im Jahr 2006 wurden die bis dato durchgeführten
und geplanten bauliche Verbesserungen des energetischen Zustands der Gebäude erfasst.
Für fast alle Befragten sind bauliche energetische Verbesserungen ein wichtiges
Thema. Mehr als 50 % der Befragten haben bereits Verbesserungen durchgeführt.
Ebenfalls über 50 % planten damals konkrete Maßnahmen
[xii].
Die durchgeführten oder geplanten Maßnahmen betreffen vor allem:
- die Verbesserung der Wärmedämmung (44,5 %),
- die Modernisierung der Heizung (25,8 %),
- die Nutzung erneuerbarer Energie (44,6 %).
Bewertung
Im Rahmenkonzept aus 1995 sind keine konkreten Ziele
zur Energiewirtschaft formuliert. Aus den verschiedenen Energiekonzepten für die
Rhön lassen sich jedoch zusammenfassend die folgenden Ziele ableiten:
- bestmögliche Mobilisierung der regionalen
Potenziale,
- verstärkte Nutzung regenerativer Energien und
- möglichst hohe Energieeinsparung.
Bezogen auf das Ziel der Energieeinsparung zeigt
sich bisher kein Rückgang, zumindest nicht des Stromverbrauchs. Zwar liegen die
Verbrauchswerte im Biosphärenreservat in der Regel unter dem Durchschnitt der
jeweiligen Bundesländer. Grund hierfür ist aber vor allem, dass größere gewerbliche
oder industrielle Verbraucher fehlen. Der Verbrauch von Strom stieg seit 1997
aber stark und kontinuierlich an. In Übereinstimmung mit bundesweiten Entwicklungen
liegt eine wesentliche Ursache – und damit verbunden auch ein Einsparungspotenzial
– im Bereich der privaten Haushalte.
Hinsichtlich der beiden weiteren oben genannten Zielstellungen lassen der große
Handlungsbedarf, den der Energie-Check formuliert, und die Einschätzung zur Entwicklung
in Hessen vermuten, dass es zumindest in der bayerischen und hessischen Rhön weiterhin
umfangreiche ungenutzte Potenziale zur Nutzung erneuerbarer Energien gibt und
weitere Anstrengungen
notwendig sind.
Ziele der Energiekonzepte
bislang nur unzureichend erreicht
Die Nutzung erneuerbarer Energien birgt neben Chancen
auch Gefährdungspotenziale bzw. mögliche negative Auswirkungen. Ausschlaggebend
hierfür sind die Wahl des Standorts, die Art und vor allem der Umfang der jeweiligen
Nutzung.
Größere Konflikte zwischen nachhaltiger Landnutzung zur Erhaltung von Natur und
Landschaft auf der einen und der Erzeugung regenerativer Energien auf der anderen
Seite gibt es bislang im Biosphärenreservat nicht. So scheint sich beispielsweise
die Brennholznutzung im Biosphärenreservat derzeit noch in einem Maß zu bewegen,
das keine gravierenden Konflikte mit dem Schutz der Biodiversität und der vielfältigen
Struktur der Wälder hervorruft. Kleine Wasserkraftwerke liegen fast immer im Zusammenhang
mit der geschlossenen Bebauung, wo die Fließgewässer in aller Regel bereits hochwasserverbaut
sind. Daher gibt es – sofern die Längsdurchlässigkeit der Gewässer gewährleistet
ist – bisher nahezu keine Konflikte zwischen den Interessen der Wasserkraftnutzung
und den Zielen einer naturnahen Gewässerstruktur.
Mit Blick in die Zukunft und eine durchaus gewünschte intensivere Nutzung erneuerbarer
Energien sind solche Zielkonflikte jedoch nicht ausgeschlossen.
Die Installation von großen Freiflächen-Photovoltaikanlagen oder Windkraftanlagen
würde beispielsweise das Landschaftsbild und den Charakter der Rhön negativ beeinflussen.
Aus diesem Grund gibt es auch bisher keine derartigen Anlagen im Gebiet des Biosphärenreservats.
Die Biomasseerzeugung für Energiezwecke auf Äckern ist fruchtspezifisch zu betrachten.
Raps hat einen hohen Fruchtfolgewert, Mais muss auf Grund der Erosionsgefahr in
hängiger Lage und möglicher Nitratbelastung in aller Regel kritisch gesehen werden.
Ein Risiko für den Umbruch von naturschutzfachlich wertvollen Grünländern besteht
z. B. im Rahmen des Anbaus von Energiepflanzen auf Stilllegungsflächen. Die
landschaftliche Vielfalt der Rhön könnte durch einen großflächigen Anbau von Energiepflanzenmonokulturen
Schaden nehmen.
Grundsätzlich befördert die zunehmende Nutzung von pflanzlichen Rohstoffen zur
Energieumwandlung auch den Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen. Die Rhön
ist bis Ende 2007 von den Bauernverbänden zur gentechnikfreien Zone erklärt. Sollte
diese Selbstverpflichtung jedoch nicht verlängert werden, könnte auch dieses Thema
in Zukunft eine Rolle
spielen.
Auch die Nutzung erneuerbarer
Energiequellen ist nicht frei von Risiken, aber bisher sind keine größeren Konflikte
zwischen nachhaltiger Landnutzung und Energieerzeugung bekannt.
Foto: Karl-Friedrich Abe, ©thüringische Biosphärenreservatsverwaltung
Aktivitäten und Handlungsbedarf
Die Verwaltungsstellen für das Biosphärenreservat
Rhön haben weder die Zuständigkeit noch die Möglichkeit, auf dem Wege der Projektförderung
den Einsatz erneuerbarer Energien finanziell zu unterstützen. Positive Projekte
wie die Aktion „Im Strom mit der Landwirtschaft“ des Bayerischen Bauernverbands
e.V. in Zusammenarbeit mit dem Maschinenring oder die Ausrichtung der Messe zu
erneuerbaren Energien R.E.N. 2007 in Bad Neustadt werden vor allem durch ideelle
Unterstützung und Arbeitsleistung im Hintergrund gefördert.
Verwaltungsstellen können
vor allem zur Bewusstseinsbildung beitragen.
Um dem steigenden Energieverbrauch entgegen zu wirken,
sind vor allem Maßnahmen der Bewusstseinsbildung notwendig. Im Bereich Bauen und
Wohnen und in den privaten Haushalten werden große energetische und damit ökonomische
Einsparpotenziale gesehen. Im Rahmen der regionalen Entwicklungsprogramme LEADER+
haben sich die beiden bayerischen Landkreise Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen entschlossen,
eine Energieagentur Bayerische Rhön einzurichten und konkrete Umsetzungsmaßnahmen
in die Wege zu leiten. Der bayerische Energie-Check war ein erster Schritt in
diese Richtung.
Im Überblick
Die Verbrauchswerte liegen in fast allen Gemeinden
im Biosphärenreservat unter dem Durchschnitt der jeweiligen Bundesländer. Pro
Kopf wurden 2005 im Biosphärenreservat etwa 3.500 kWh Strom pro Jahr verbraucht,
im Vergleich zu etwa 3.800 kWh in Thüringen, 5.800 in Hessen und 6.100 kWh in
Bayern. Zwischen 2001 und 2005 lagen die Zuwächse in allen Landesteilen des Biosphärenreservats
im zweistelligen Bereich. In Übereinstimmung mit bundesweiten Trends ist dieser
Anstieg in vielen Gemeinden auf einen höheren Verbrauch der privaten Haushalte
zurückzuführen.
Zunahme des Stromverbrauchs
Eine Versorgung mit Erdgas erfolgt nur in kleinen
Bereichen des Biosphärenreservats, die Infrastrukturen werden eher langsam erweitert.
Tendenziell ist zwischen 1997 und 2005 der Verbrauch insgesamt und pro Kopf angestiegen.
zögerlich zunehmende Nutzung
von Erdgas
In allen Landesteilen des Biosphärenreservats sind
die Potenziale zur Energieeinsparung nicht ausgeschöpft. Verbesserungsbedarf wird
vor allem im Zusammenhang mit den Heizungsanlagen und der Wärmedämmung gesehen.
Aber auch eine verstärkte thermische Nutzung der Sonnenenergie in den privaten
Haushalten könnte helfen, den Energiebedarf deutlich zu senken.
Einsparpotenziale sollten
stärker ausgeschöpft werden.
Auch im Bereich der Energiebereitstellung gilt es,
die vorhandenen regionalen Potenziale stärker zu nutzen. Dies trifft insbesondere
für die Erzeugung von Strom und Wärme aus Biomasse zu. Für die energetische Verwertung
von Holz gibt es noch ungenutzte Potenziale. Die in den Energiekonzepten für die
Rhöner Landkreise geschätzten Potenziale sind allerdings durchaus kritisch zu
reflektieren, denn bereits heute kann das lokale Angebot die Nachfrage mancherorts
nicht mehr decken. Das deutet auf Schwierigkeiten bei der Ausschöpfung der Potenziale
hin. Neben wirtschaftlichen Kriterien spielen im Biosphärenreservat zwingend auch
naturschutzfachliche Erwägungen u. a. bei der Energieholznutzung eine Rolle.
Große Möglichkeiten werden für einen Ausbau der Photovoltaik gesehen. Die Strom-
und Wärmegewinnung aus Biogas auf Güllebasis wird vor allem im Thüringer Teil
schon intensiv betrieben. In den anderen Landesteilen sind die Potenziale hierzu
aufgrund der geringeren Betriebsgrößen stärker eingeschränkt. Auch die Potenziale
für die Nutzung von Anbaubiomasse wie z. B. Raps sind im Biosphärenreservat begrenzt
und bereits heute annähernd ausgeschöpft, denn viele Lagen innerhalb des Biosphärenreservats
sind für die ackerbauliche Nutzung nicht oder nur eingeschränkt geeignet. Ein
weiterer Ausbau der Wasserkraft ist nur in geringem Umfang möglich. Hingegen wäre
das naturgegebene Potenzial für die Nutzung der Windkraft groß. Es steht allerdings
in direktem Konflikt zur Bewahrung der landschaftlichen Eigenart der Rhön.
größere Ausschöpfung der
regionalen Potenziale regenerativer Energieträger nötig
[i] UBA -
Umweltbundesamt 2007b: Umweltdaten Deutschland online.
http://www.env-it.de/umweltdaten/public/theme.do?nodeIdent=2842 (Abruf: 04.09.2007)
[ii] UBA -
Umweltbundesamt 2007b: Umweltdaten Deutschland online.
http://www.env-it.de/umweltdaten/public/theme.do?nodeIdent=2322
(Abruf: 04.09.2007)
[iii]Konzessionsabgabenverordnung
vom 9. Januar 1992 (BGBl. I S. 12, 407), zuletzt geändert durch Artikel 3 Abs.
4 der Verordnung vom 1.
November 2006 (BGBl. I S. 2477)
[iv] Zweites
Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts vom 7. Juli 2005 (BGBl. I
S. 1970) – Art. 1 Gesetz über die Elektrizitäts- und Gasversorgung (Energiewirtschaftsgesetz
– EnWG).
[v] Erneuerbare-Energien-Gesetz
vom 21. Juli 2004 (BGBl. I S. 1918), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes
vom 7.
November 2006 (BGBl. I S. 2550)
[vi]Bayern:
Endrich H & Markert H. 2000: Energiekonzept Bayerische Rhön – Handlungs- und
umsetzungsorientiertes Energiekonzept Bayerische Rhön der Landkreise Bad Kissingen
und Rhön-Grabfeld. Unveröffentlichtes Gutachten im Auftrag der Landkreise Bad
Kissingen und Rhön-Grabfeld.
Hessen: Petry L. 1996: Energiekonzept für das Biosphärenreservat Rhön – Hessischer
Teil. Fulda.
[vii] Umweltbundesamt
2006: Wie private Haushalte die Umwelt nutzen – höherer Energieverbrauch trotz
Effizienzsteigerungen. Hintergrundpapier.
www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/hintergrund/private-haushalte.pdf
(Abruf: 04.09.2007)
[viii] 1
GW = 1.000 MW = 1.000.000 kW
[ix] Endrich
& Markert 2000: a.a.O.
[x] Grebe
R. & Bauernschmitt G. 1995: a.a.O.
[xi] Ingenieurbüro
Wieczorek 2007: Auswertung Rhöner EnergieCheck 2006. Unveröffentlicht.
[xii] Schlussbericht
Rhöner EnergieCheck vom 12.12.2006