B3 Landwirtschaft
Bei der Entwicklung der Kulturlandschaft Rhön war die landwirtschaftliche Nutzung
von herausragender Bedeutung. Die heutige Landschaft der Rhön ist maßgeblich durch
die landwirtschaftliche Nutzung geprägt. Technische Neuerungen und sich verändernde
Strategien in der landwirtschaftlichen Betriebsführung haben die Landwirtschaft
in den letzten ca. hundert Jahren stark verändert. Auch die Rhön blieb von diesen
Entwicklungen nicht ausgeschlossen. Allerdings haben die standörtlichen und klimatischen
Gegebenheiten sowie die jahrelange Situation an der deutsch-deutschen Grenze dazu
geführt, dass insgesamt eine weniger intensive Landwirtschaft aufrecht erhalten
wurde. Heute unterliegt die Landwirtschaft in der Rhön wie in ganz Deutschland
starken wirtschaftlichen Zwängen und wird maßgeblich über die EU-Agrarpolitik
gesteuert.
Foto: Doris Pokorny ©
Die Landwirtschaft ist in der Rhön noch immer
ein wichtiger Arbeitgeber. Auch wenn Betriebe aufgegeben werden, bleiben die Flächen
weiterhin unter landwirtschaftlicher Nutzung. Die Agrarreform fördert diese
Entwicklung.
In der Rhön vollzieht sich wie in ganz Deutschland
ein Konzentrationsprozess in der Landwirtschaft. Die Nebenerwerbslandwirtschaft
verliert an Boden und die Betriebe werden immer größer. Mit welchen Folgen diese
Entwicklung für Landschaft und Bevölkerung verbunden sind, ist heute noch nicht
absehbar.
Die Agrar-Umweltprogramme werden im Biosphärenreservat
in überdurchschnittlichem Maß in Anspruch genommen. Auch der Ökolandbau ist deutlich
stärker vertreten als im Durchschnitt der jeweiligen Länder. Dies bedeutet aber
zugleich, dass die Fortsetzung der Landwirtschaft in der derzeit praktizierten
Form sehr stark von der Fortführung dieser Beihilfen abhängig ist.