B1 Bevölkerung
Als ländlicher Raum in der Mitte Deutschlands gehört das Biosphärenreservat
Rhön zu den Gebieten, deren Entwicklung durch Überalterung und Abwanderung insbesondere
der jungen und erwerbsfähigen Bevölkerung gefährdet ist
[i].
Durch die Anerkennung als Biosphärenreservat werden Ziele gesteckt und Rahmenbedingungen
geschaffen, die dieser Entwicklung entgegen wirken können. Gemeinsam mit den hier
lebenden und wirtschaftenden Menschen sollen beispielhafte Konzepte zu Schutz,
Pflege und Entwicklung erarbeitet und umgesetzt werden. Es besteht die Chance,
einen attraktiven Lebens- und Kulturraum zu entwickeln, in dem die Nutzungsansprüche
des Menschen und der Schutz der Biosphäre gleichermaßen verwirklicht sind
[ii].
Foto: Stefan v. Andrian-Werburg (Bosch & Partner GmbH)
Die Bevölkerungsentwicklung verläuft in den Gemeinden
des Biosphärenreservats stark unterschiedlich. Es gibt Zuzugs- und Abwanderungsgemeinden.
Die üblichen Charakteristika ländlicher Räume wie höhere
Geburtenraten bei gleichzeitig stärkerer Abwanderung der jüngeren Bevölkerung
sind auch im Biosphärenreservat zu beobachten.
Die Entwicklungsimpulse, die in den letzten Jahren
von der Anerkennung des Biosphärenreservats ausgingen, sind offensichtlich nicht
stark genug, um in den Biosphärenreservatsgemeinden positive Bevölkerungstrends
auszulösen.
Hintergrund
Die Größe der Bevölkerung und die Bevölkerungsentwicklung
haben an sich keine unmittelbare Bedeutung für die Umwelt. Entscheidend ist allein,
welche Lebensformen und welches Konsumverhalten die Gesellschaft entwickelt und
wie sie darüber Einfluss auf die Umwelt nimmt.
Veränderte Lebensformen und Familienstrukturen und besonders
die Alterung der Bevölkerung führen zu einer deutlichen Zunahme kleinerer Haushalte,
d.h. von Haushalten, die nur aus einer oder zwei Personen bestehen. Dieser Trend
vollzieht sich bundesweit, wenn auch regional unterschiedlich ausgeprägt. Trotz
eines Bevölkerungsrückgangs erhöht sich in der Folge die Nachfrage nach Wohnraum,
und die Anforderungen an die Bereitstellung von Infrastruktur nehmen zu.
In Gemeinden, die von erheblicher Überalterung und starker Abwanderung
betroffen sind, werden bestehende infrastrukturelle Angebote nicht mehr ausreichend
genutzt. Schließungen oder Rückbau können erforderlich sein. Zum Beispiel im Hinblick
auf Kindergärten und Schulen kann dies ein sich selbst verstärkender Prozess werden,
da die Attraktivität dieser Gemeinden für junge Familien abnimmt.
Umgekehrt führt der bessere allgemeine Gesundheitszustand älterer
Menschen heute zu einer grundsätzlich aktiveren Lebens- und Freizeitgestaltung,
als dies in den früheren Generationen der Fall war. Ca. 40 % der Älteren
gehen inzwischen in ihrer Freizeit Aktivitäten nach, die ein hohes Maß an Mobilität
voraussetzen. Dabei nutzen gerade ältere Menschen öffentliche Verkehrsmittel weniger
häufig als jüngere Menschen.
[iii] Neue Dienstleistungen und angepasste Infrastrukturen (z.B.
bestimmte Tourismusangebote, wohnortnahe Versorgung) können insgesamt verstärkt
nachgefragt werden.
Demographische Entwicklung
kann Auswirkungen auf Umwelt haben.
Zunahme der Wohnfläche pro Einwohner:
Kap. B6.2, Tab. 29
Zunahme der Verkehrs- und Siedlungsfläche:
Kap. C3.2
Veränderte familiäre Lebensformen oder Lebensstile
müssen jedoch nicht zwangsläufig mit höheren Umweltbelastungen verbunden sein.
Dennoch sind die veränderten demographischen Rahmenbedingungen ein wichtiger Faktor,
der bei der künftigen Entwicklung des Biosphärenreservats in Betracht zu ziehen
ist.
Datenlage und Informationen
Daten zur demographischen Entwicklung werden von den statistischen
Landesämtern jährlich ermittelt und zur Verfügung gestellt.
Für Bayern und Hessen stehen lückenlose Zeitreihen zur Verfügung.
Aufgrund von Verwaltungsgebietsreformen nach der Wiedervereinigung der beiden
deutschen Staaten gibt es in Thüringen bis 1994 keine vergleichbaren Daten zur
Bevölkerungsentwicklung. Es wurden für die Erstellung des Umweltberichts allerdings
auch für Bayern und Hessen keine vollständigen Datenreihen zur Verfügung gestellt.
Den Auswertungen sind die Daten von 18 bayerischen und 15 hessischen
Gemeinden sowie 4 Verwaltungsgemeinschaften, 1 erfüllenden Gemeinde und 2 Gemeinden
in Thüringen zugrunde gelegt.
Datenhalter:
Statistische Landesämter
Datenquelle:
amtliche Bevölkerungsstatistik
räumlich: Gemeinde
zeitlich: jährlich
Datenlücken:
unvollständige Daten für die Jahre 1992 bis 1999 und 2002
Situation und Entwicklung
Bevölkerungsstand
Das Biosphärenreservat Rhön hatte Ende 2004 rund
162.000 Einwohner. Hiervon leben ca. 48.000 im bayerischen, ca. 75.000 im hessischen
und ca. 39.000 im thüringischen Teil. Das bayerische Bad Brückenau ist mit ca.
300 Einwohnern / km² die am dichtesten besiedelte, das ebenfalls bayerische Hausen
mit etwas mehr als 30 Einwohnern / km² die am dünnsten besiedelte Gemeinde. Am
einwohnerstärksten ist mit gut 16.000 Einwohnern die Stadt Hünfeld in Hessen.
Die dichter besiedelten Gemeinden liegen jeweils an der südlichen, westlichen
und nördlichen Grenze des Biosphärenreservats. Die Gemeinden im zentralen Bereich
des Biosphärenreservats sind mit weniger als 100 Einwohnern / km², teilweise
sogar weniger als 50 Einwohnern / km² dünn besiedelt.
Rhön überwiegend dünn besiedelt
Abb. 3: Bevölkerungsentwicklung 1991 bis 2004
Bevölkerungsentwicklung
In den 1970er und 1980er Jahren ging die Bevölkerung trotz hoher
Geburtenraten infolge von Abwanderungsprozessen zurück. Im hessischen Teil der
Rhön nahm die Bevölkerung um 3,5 %, im bayerischen und thüringischen Teil
sogar jeweils um fast 5 % ab. Im gleichen Zeitraum war die gesamtbayerische
und -hessische Bevölkerung angestiegen.
Anfang der 1990er Jahre kam es zu einer Trendumkehr und die
Bevölkerung stieg im Gebiet des Biosphärenreservats bis zur Jahrtausendwende wieder
an. Der Anstieg um 2,1 % war allerdings auf den bayerischen und hessischen
Teil begrenzt. In Thüringen hat sich der Bevölkerungsschwund dagegen fortgesetzt.
Seit dem Jahr 2000 nimmt die Bevölkerung im gesamten Biosphärenreservat wieder
ab.
Einwohnerzahl seit 2000 wieder rückläufig
In den hessischen Gemeinden können stark gegenläufige
Entwicklungen beobachtet werden. Die insgesamt im Landesvergleich geringfügig
höhere Bevölkerungszunahme lässt sich auf einige wenige überdurchschnittlich stark
wachsende Gemeinden am Westrand des Biosphärenreservats zurückführen. Hierzu gehören
insbesondere die Stadt Hünfeld mit ihrer Nachbargemeinde Nüsttal. Außerdem konnte
die Gemeinde Hofbieber offensichtlich ihre Wohnfunktion für das nahe gelegene
Fulda weiter ausbauen. Die eher ländlich geprägten Gemeinden im Zentrum des Biosphärenreservats
und im Landkreis Hersfeld-Rotenburg müssen dagegen z. T. deutliche Rückgänge
verzeichnen.
starker Zuwachs in hessischen
Randgemeinden überdeckt Rückgang in der Zentralrhön
Im thüringischen Teil unterschied sich die Bevölkerungsdynamik
in den letzten ca. 15 Jahren nicht wesentlich von der Entwicklung im Land bzw.
den Landkreisen, zu denen die Biosphärenreservatsgemeinden gehören (s. Tab. 3). Mit Ausnahme der Gemeinde Rhönblick konnte keine Gemeinde Bevölkerung
hinzugewinnen.
Thüringer Teil entwickelt
sich im regionalen Durchschnitt.
Im bayerischen Teil bleibt die Bevölkerungsentwicklung deutlich
sowohl hinter dem Landesschnitt als auch hinter dem Durchschnitt der Rhönlandkreise
zurück.
Tab. 3: Bevölkerungsveränderung
im Biosphärenreservat zwischen 1991 und 2004
| |
Gesamt
|
Bayern
|
Hessen
|
Thüringen
|
|
Biosphärenreservat
|
1,0 %
|
-0,5 %
|
5,9 %
|
-7,7 %
|
|
Rhön-Landkreise
|
0,0 %
|
2,7 %
|
5,1 %
|
-7,3 %
|
|
Land
|
|
8,0 %
|
5,2 %
|
-8,0 %
|
Die z. T. erheblichen Unterschiede in der Bevölkerungsentwicklung der Gemeinden
innerhalb des Biosphärenreservats lassen sich aus Abb. 3
entnehmen.
Bayerischer Teil entwickelt
sich im regionalen Vergleich unterdurchschnittlich.
Altersaufbau
Der demographische Wandel ist eine der größten Herausforderungen
der industrialisierten Staaten für die Zukunft. Als Problem erweist sich dabei
weniger der langfristige Bevölkerungsrückgang – nach den neuesten Bevölkerungsvorausberechnungen
von derzeit 82 Mio. auf 75 Mio. Menschen im Jahre 2050 in ganz Deutschland –,
sondern vielmehr die zunehmende Alterung der Bevölkerung, welche insbesondere
die sozialen Sicherungssysteme in Schwierigkeiten bringt und nach langfristigen
Anpassungsstrategien verlangt.
Herausforderung demographischer
Wandel
Altern der Bevölkerung bedeutet, dass sich die Zusammensetzung
der Bevölkerung immer mehr in Richtung älterer Menschen verschiebt. Entscheidend
ist also nicht eine wachsende Zahl älterer Menschen, sondern der wachsende Anteil
älterer Menschen an der Bevölkerung. Wie neueste Modellrechnungen zur Bevölkerungsentwicklung
in Deutschland zeigen, wird der Anteil der 65-Jährigen und älteren von heute 17,1 %
auf 29,6 % im Jahre 2050 steigen; zugleich wird sich der Anteil der Hochbetagten
(80 Jahre und älter) auf etwa 12 % erhöhen und damit mehr als verdreifachen.
[iv]
Der Altersaufbau der Bevölkerung in der Rhön insgesamt
unterscheidet sich nicht markant von dem in ganz Deutschland bzw. den Ländern
Bayern, Hessen und Thüringen. Die über 60-Jährigen stellen fast ein Viertel der
Gesamtbevölkerung, die unter 20-Jährigen ebenfalls (s. Abb. 4). 1960 betrug dieses
Verhältnis bundesweit noch 17,4 % (über 60-Jährige) zu 30,2 % (unter
20-Jährige)
[v]
Abb. 4: Altersaufbau der Bevölkerung im Biosphärenreservat (2001)
Anteil älterer Menschen nimmt
zu.
In den einzelnen Gemeinden des Biosphärenreservats
bestehen geringfügige Abweichungen des Altersaufbaus im Vergleich zu den jeweiligen
Landkreisen bzw. zum jeweiligen Bundesland. Diese zeigen sich in allen drei Teilen
des Biosphärenreservats in einem etwas höheren Anteil der bis 20-Jährigen, d. h.
der nach 1981 Geborenen (s. Tab. 4). Entsprechend sind die Altersgruppen der 20-
bis 60-Jährigen (geboren zwischen 1940 und 1980) im Vergleich zum jeweiligen Landesdurchschnitt
leicht unterrepräsentiert.
Tab. 4: Altersaufbau des Biosphärenreservats im Vergleich zu den Rhön-Landkreisen (LK)
und den jeweiligen Ländern
|
Anteil der Altersgruppen
in %
|
bis 20 Jahre
|
20-40
Jahre
|
40-60
Jahre
|
über 60 Jahre
|
|
BR – bayerischer Teil
|
23,9
|
26,1
|
25,6
|
24,4
|
|
LK Bayern
|
23,3
|
26,3
|
25,6
|
24,8
|
|
Land Bayern
|
21,6
|
28,7
|
26,5
|
23,3
|
|
BR – hessischer Teil
|
24,2
|
27,3
|
24,6
|
23,9
|
|
LK Hessen
|
22,6
|
27,0
|
25,3
|
25,2
|
|
Land Hessen
|
20,5
|
28,7
|
27,1
|
23,7
|
|
BR – thüringischer Teil
|
21,7
|
27,2
|
27,6
|
23,5
|
|
LK Thüringen
|
19,6
|
26,7
|
28,4
|
25,2
|
Altersaufbau charakteristisch für ländlichen Raum
Die stärkere Vertretung jüngerer Menschen ist vor
allem eine Folge vergleichsweise hoher Geburtenraten, die den jeweiligen Landesdurchschnitt
übertreffen
[vi]. Die geringe Zahl
der erwerbstätigen Bevölkerung lässt sich auf Abwanderung zurückführen. Insbesondere
die 18- bis 30-jährigen wandern auf der Suche nach Ausbildungs- oder Arbeitsplätzen
aus den bayerischen und thüringischen Landkreisen des Biosphärenreservats ab.
Die Zuzüge der anderen Altersgruppen können diese Abwanderung schon allein mengenmäßig
nicht kompensieren. Lediglich für den Landkreis Fulda wurden auch für die jüngeren
Bevölkerungsgruppen Zuzüge festgestellt (s. Abb. 5).
Abb. 5: Saldo aus Zu- und Abwanderung
nach Altersgruppen – Landkreise
[vii]
Sowohl die eher hohen Geburtenraten als auch die
Abwanderung der jüngeren Bevölkerungsgruppen sind für ländliche Räume durchaus charakteristisch.
Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt:
Kap. B2
Nur in einzelnen Gemeinden unterscheidet sich die Situation
geringfügig von diesem Gesamtbild. Eine Gemeinde mit einem höheren Anteil an älteren
Menschen ist das bayerische Bad Brückenau. Ein Grund dafür könnte sein, dass eine
Kurstadt als Alterswohnsitz besonders attraktiv ist. Ferner wird durch Alten-/
und Pflegeeinrichtungen der Altersdurchschnitt angehoben. Etwas weniger ausgeprägt
ist der höhere Anteil an älteren Menschen in der thüringischen Verwaltungsgemeinschaft
Vacha.
„Jünger“ sind das hessische Dipperz sowie die bayerischen Gemeinden
Oberleichtersbach und Riedenberg. Hier lag der Anteil der über 60-Jährigen 2001
noch bei unter 20 %.
Einzelne Gemeinden zeigen
geringfügig anderes Bild.
Bewertung
Der bayerische und insbesondere der thüringische Teil haben
seit 1991 Bevölkerung verloren. Nur im hessischen Teil verzeichnet die Einwohnerzahl
seit 1991 eine positive Entwicklung. Dabei kaschiert die positive Entwicklung
in den Gemeinden im Einzugsbereich der Städte Fulda und Hünfeld den Rückgang in
den ländlich geprägten Gemeinden. Auch im hessischen Teil ist die Entwicklung
seit 2001 aber insgesamt rückläufig.
Die Entwicklungen im Biosphärenreservat Rhön müssen vor dem
Hintergrund bundesweiter Trends bewertet werden. Nach der Studie „Deutschland
2020“
[viii] wird ein Bevölkerungswachstum zukünftig vor allem in den Umlandgebieten
von Städten stattfinden. Die Mitte Deutschlands, und hierzu gehört auch das Biosphärenreservat
Rhön, verliert Einwohner. Am geringsten wird der Landkreis Fulda mit einem Bevölkerungsrückgang
von 0 bis 4,9 % betroffen sein. Schlechter sieht es im Landkreis Bad Kissingen
mit einem Bevölkerungsrückgang zwischen 5 und 9,9 % aus. Der Wartburgkreis,
und die Landkreise Schmalkalden-Meiningen und Rhön-Grabfeld müssen sich auf Verluste
von bis zu 15 % einstellen.
Bevölkerungsrückgang in der
Mitte Deutschlands betrifft auch die Rhön
Mit einem Bevölkerungsrückgang können generell Entlastungen
für die Umwelt erwartet werden, da infolge weniger Ressourcen in Anspruch genommen
werden. Allerdings ist der Umfang einer solchen Entlastung entscheidend vom Lebensstil
der Bevölkerung abhängig. Die Problematik einer zunehmenden Inanspruch-
nahme von
Fläche für Siedlung und Infrastruktur im Biosphärenreservat trotz rückläufiger
Bevölkerungsentwicklung ist hierfür nur ein Beispiel.
Zunahme der Verkehrs- und Siedlungsfläche:
Kap. C3.2
Aktivitäten und Handlungsbedarf
Im Biosphärenreservat Rhön muss es darum gehen, die demographische
Entwicklung dahingehend zu beeinflussen, dass möglichst wenige Menschen abwandern.
Dies gilt umso mehr, als es vor allem junge, z. T. gut ausgebildete Menschen
sind, welche die Region auf der Suche nach Arbeitsplätzen verlassen. Über eine
nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung müssen daher in den gesamten Rhönlandkreisen
bzw. in Pendelentfernung jungen Menschen Zukunftschancen in Form qualifizierter
Arbeitsplätze, über Existenzgründungen oder sonstige Erwerbsmöglichkeiten eröffnet
werden.
Allerdings sollten die sich aus dem demographischen Wandel ergebenden Veränderungen
auch als Chancen für neue Service- und Dienstleistungen genutzt werden. Dies
gilt in besonderer Weise für den Gesundheitsbereich und das Wohnen im Alter
etc.
Als generelle Strategien zur Anpassung an den demographischen
Wandel und zur Minimierung von Wanderungsverlusten bieten sich an:
- weitere Orientierung der Region am Leitbild einer “Nachhaltigen Entwicklung” mit Partizipation und
Selbstverpflichtung der regionalen Akteure,
- Innovation und Experimentierfreude zur Nutzung endogener Potenziale und Stärken
der Region,
- länderübergreifende Zusammenarbeit mit intensiver Kooperation und Vernetzung der
regionalen Akteure,
- Stärkung der regionalen Identität und Heimatverbundenheit sowie
- Stärkung „regionsbewusster“ Verbraucher und bürgerschaftlichen Engagements.
Im Überblick
Die Bevölkerungsentwicklung verläuft in den Gemeinden des Biosphärenreservats
stark unterschiedlich. Im thüringischen Teil verlieren die Gemeinden entsprechend
den Trends der jeweiligen Landkreise und des Landes stark an Einwohnern. Auch
im bayerischen Teil verlieren die Gemeinden an Einwohnern, wenn auch in geringerem
Umfang. Allerdings verläuft die Entwicklung im bayerischen Teil insgesamt negativ,
während die Bevölkerung im Landesdurchschnitt und in den bayerischen Rhön-Landkreisen
wächst. ist hier unterdurchschnittlich.
In Hessen sind zwei gegenläufige Trends zu beobachten: Die Gemeinden
im Umlandbereich der Stadt Fulda und entlang der überregionalen Entwicklungsachse
entlang der A7 nehmen stark an Bevölkerung zu, während die eher ländlich geprägten
Gemeinden Einwohner verlieren.
Der Altersaufbau der Bevölkerung unterscheidet sich nicht signifikant von
den Rhön-Landkreisen bzw. der Situation im jeweiligen Bundesland. Die üblichen
Charakteristika ländlicher Räume wie höhere Geburtenraten bei gleichzeitig
stärkerer Abwanderung insbesondere der jüngeren Bevölkerung sind
auch im Biosphärenreservat zu beobachten.
Gemeinden im Stadt-Umland-Bereich
und mit Anbindung an überregionale Entwicklungsachsen wachsen, ländliche geprägte
Gemeinden schrumpfen.
Offensichtlich waren die Entwicklungsimpulse, die
in den letzten Jahren von der Anerkennung des Biosphärenreservats ausgingen, nicht
stark genug, um zumindest in den Biosphärenreservatsgemeinden positive Bevölkerungstrends
auszulösen.
Entwicklungsimpulse durch
Anerkennung des Biosphärenreservats bisher nicht stark genug
[i] Kröhnert S.,
van Olst N., Klingholz R. 2000: Deutschland 2020 - Die demographische Zukunft
der Nation. Berlin. http://www.berlin-institut.org/kompl.pdf (Abruf:
14.11.2006)
[ii] Grebe R.
& Bauernschmitt G. 1995: Biosphärenreservat Rhön - Rahmenkonzept für
Schutz, Pflege und Entwicklung. Radebeul.
[iii]
www.freizeitverkehr.de/pdf/freizeit_a4.pdf (Abruf: 07.09.2006)
[iv] BMI –
Bundesministerium des Inneren: Der demographische Wandel in Deutschland – ein
Überblick
http://www.bmi.bund.de/nn_121560/Internet/Navigation/DE/Themen/
Bevoelkerungsentwicklung/bevoelkerungsentwicklung__node.html__nnn=true
(Abruf: 07.09.2006)
[v] bpb –
Bundeszentrale für politische Bildung 2005:
http://www.bpb.de/wissen/1KNBKW,0,Bev%F6lkerungsentwicklung_und_Altersstruktur.html
(Abruf: 07.09.2006)
[vi] UNIJENA - Institut für Geographie -
Geoinformatik der Friedrich-Schiller-Universität Jena 2004: The Iron Curtain Project–
Deliverable 4.1 – Integrated multilayer data base for the reference areas and
interpreted maps and time series. Reference Area 2 - Germany - Biosphere Reserve
Rhön.
[vii] UNIJENA - Institut für Geographie -
Geoinformatik der Friedrich-Schiller-Universität Jena 2004: The Iron Curtain Project–
Deliverable 4.2 – Report on the SWOT analysis of the six reference areas.
[viii] Kröhnert
S., van Olst N., Klingholz R. 2000: a.a.O.