Die Kulturlandschaft Rhön

Unsere Landschaft verändert sich längst nicht mehr nur durch natürliche Prozesse wie Wetter und Verwitterung. Naturlandschaften, Landschaften völlig frei von menschlichem Einfluss, gibt es in Deutschland nicht mehr. Der Mensch hat über Jahrtausende durch Nutzung seine Umwelt gestaltet. Diese durch Nutzung geformte Landschaft wird Kulturlandschaft genannt.

                                            

In der Rhön hat sich eine besonders vielfältige, schöne und einzigartige Kulturlandschaft entwickelt.

Die Entwicklung, die der Rhön zu dem weit verbreiteten Namen „Land der offenen Fernen“ verholfen hat, hat ihren Ursprung bereits in der Fränkischen Landnahme des siebten und achten Jahrhunderts. In den folgenden Jahrhunderten wurde zunächst im Vorland der Rhön Wald gerodet, um Bau- und Brennholz zu gewinnen und Platz für Ackerbau zu schaffen. Der Buchenwald der Langen Rhön musste erst im Spätmittelalter (ca.1250 – 1500) Heufeldern weichen, und diente unter anderem dazu, Köhlereien, Glashütten und Eisenschmelzen mit Brennholz zu versorgen.

 

Heute ist diese Landschaft besonders schützenswert, weil sich auf den großen nährstoffarmen Grünlandflächen seltene Pflanzengesellschaften entwickelt haben, die wiederum Lebensgrundlage für eine Vielzahl an Insekten und Vögeln bilden. Eine der Kernaufgaben des Biosphärenreservats Rhön ist es, die einzigartige Kulturlandschaft mit ihrer wertvollen Natur zu bewahren und zu entwickeln. Dafür werden beispielsweise gezielte Wiesenpflegeprojekte unterstützt oder bedrohte Arten geschützt. Ebenso gehört dazu aber auch eine Bestandsaufnahme der Kulturlandschaftselemente und das Festhalten der historisch gewachsenen Landschaft, wie sie in der Projektreihe „Historische Kulturlandschaft Rhön“ vorgenommen wurde. Denn nur wenn man weiß, was da ist, kann man auch bei Entwicklungsplänen auf den Schutz und die Erhaltung Acht geben.

 

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