Seilspringen und Gummtwist - Grundschüler probieren nachhaltigen Konsum beim Spielen

Eigentlich braucht es zum Spielen gar nicht viel. Ein Seil, ein alter Sack, ein paar Murmeln oder dergleichen Einfaches mehr. Auch so lässt sich nachhaltiger Konsum für Schüler greifbar machen, wie die Grundschüler eifrig ausprobierten. Es muss ja schließlich nicht immer ein Computerspiel sein.

Der Schalter ist so schnell gedrückt. Die Spielekonsole läuft mit dem neuesten Spiel, der Gameboy ist auch brandaktuell bestückt und am Fernseher lässt es sich gar körperlich mit einer Wii mitmachen. Die neueste Spielegeneration ist in so vielen Haushalten und vor allem Kinderzimmern immer auf dem neuesten Stand. Da werden Rennen gefahren und die Geschicklichkeit erprobt und natürlich wird bei vielen Spielen auch auf Dinge, Tiere oder gar Menschen geschossen. Über den Sinn und Unsinn moderner (Computer-)Spielzeuge ist schon viel geschrieben und diskutiert worden.

Doch macht sich auch mal jemand darüber Gedanken, wo dieses Spielzeug überhaupt herkommt? Welche Energie und Rohstoffe für Produktion und Transport benötigt werden? Die Schüler der Grundschule haben sich darüber Gedanken gemacht und festgestellt, dass dieses Spielzeug erstens zumeist aus Fernost kommt und zweitens jede Menge Energie bei der Produktion wie im Spielbetrieb verbraucht. Dass dies nicht sein muss, das wurde den Mädchen und Jungen von der ersten bis zur vierten Klasse schnell klar. Das Projekt „Nachhaltiger Konsum" des Biosphärenreservats schlug gemeinsam mit den Lehrern Maria Knauff, Hannelore Mühl, Sonja Stier und Reinhold Schlachter-Reinwand in Zusammenarbeit mit den Umweltbildnerinnen Eva Kalla und Jiska Troppenz sowie Sport-Schülern der elften Klasse des Rhön-Gymnasiums einfach mal altes Spielzeug und alte Spiele vor. Naja, alt ist nicht der richtige Ausdruck hierfür. Sprechen wir lieber von Klassikern. Seilspringen zum Beispiel. Alle in eine Reihe hintereinander, zwei schwingen ein langes Seil, und die ganze Gruppe hat jede Menge Spaß. Wie intensiv man auch ohne Computergepiepse spielen kann, das probierten die Kinder im Schulhof ausgiebig und ausdauernd. Wer weiß denn heute noch, wie viel Spannung in einer Partie Murmeln steckt, wie anstrengend eine Runde Sackhüpfen oder Gummitwist sein kann? Die Schüler genossen jedenfalls die etwas andere Schul(spiel-)stunde. Und machen sich vielleicht vor der nächsten Gameboy-Partie ein paar Gedanken, ob das denn nun wirklich schon wieder sein muss.

Bad Neustadt

Text: Stefan Kritzer

 

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Foto: Stefan Kritzer

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