Konsumkritische Stadtführung

Nach Schätzungen lagern in deutschen Schubladen rund 60 Millionen nicht mehr benutzter Handys. Würde man diese einem geregelten Recycling zuführen, könnte man rund drei Tonnen Gold und 30 Tonnen Silber an Rohstoffen zurückgewinnen. Es lohnt sich eben, Produkte zu recyclen. Aber es lohnt sich noch mehr, gleich beim Einkauf darauf zu achten, ob man denn nur wirklich das ein oder andere neue Produkt, vielleicht das topaktuellste Handy überhaupt braucht.

Die beiden Leiterinnen des Projektes „Nachhaltiger Konsum", Jiska Troppenz und Eva Kalla, die in diesem Schuljahr vor allem mit Schülern und in Zusammenarbeit mit dem Biosphärenreservat Rhön gearbeitet haben, hatten zum Ende der erfolgreichen Ausstellung „Ökologischer Landbau" im Alten Amtshaus zu einer konsumkritischen Stadtführung eingeladen. Schließlich produziert nicht nur ein Auto das klimaschädliche Kohlendioxid, sondern viele weitere lebenswichtige Produkte und Prozesse mehr. Allein auf die Produktion der Ernährung fallen rund ein Fünftel des ausgestossenen Kohlendioxids. Grund, zum Beispiel mal den persönlichen Fleischkonsum kritisch zu hinterfragen. Schließlich bedeutet die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch rund 13 Kilogramm klimaschädliche Gase. Zum Vergleich: Bei Gemüse sind es gerade einmal 330 Gramm CO2. Und die 18 Kilogramm, die jeder deutsche Bürger im Durchschnitt jährlich an Kleidung einkauft. Muss es denn so viel sein? Noch extremer werden die Zahlen beim Papier. 233 Kilogramm verbraucht jeder Deutsche im Schnitt im Jahr. Im Fußball zwar nicht, aber im Papierverbrauch sind wir Weltmeister. „Der Verbraucher hat eine starke Lobby, eine Macht", sagen Jiska Troppenz und Eva Kalla und fordern zum Nachdenken auf. „Wir müssen diese Macht nur einsetzen, dann verändert sich auch langsam etwas".

Text: Stefan Kritzer


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Foto: Stefan Kritzer

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