Ausstellung - Tag der offenen Tür

Beim Tag der offenen Tür im Alten Amtshaus der Kreis- und Badestadt präsentierte das Biosphärenreservat Bayerische Rhön die Wanderausstellung „Ökologischer Landbau". Sie steht im Rahmen des Projektes zu bewussten, nachhaltigen Konsum, das von acht Bad Neustädter Schulen geprägt wurde.

Nachdem sich Schulklassen schon seit Mitte des Monats informieren konnten, die Ausstellung dauert noch bis einschließlich Mittwoch, war der samstägliche Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit vorbehalten. Den Besuchern standen die Organisatorinnen Eva Kalla und Jiska Troppenz unermüdlich zur Seite, denn die Vielfalt der beiden Ausstellungen war alleine kaum zu fassen.
Die Ausstellung zeigte sich durch die beiden Stockwerke zweigeteilt. Im Erdgeschoss zog die futuristisch anmutend gestaltete Wanderausstellung „Ökologischer Landbau" des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirts und Verbraucherschutz die Blicke auf sich.
Die Wanderausstellung informiert auf vielseitige und höchst interessante Weise über die Besonderheiten bei der Erzeugung und Verarbeitung ökologischer Produkte, vornehmlich als „Bio-Produkte" bekannt. Ökologischer Anbau hat längst nichts mehr von seinem „verstaubten" Image an sich, sondern bedient sich heutzutage modernster Produktionstechniken.
Dieses neue Bild einer zeitgemäßen ökologischen Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung spiegelt sich auch im Ambiente und in der Technik der Ausstellung wider. Es gibt eine Fülle an Elementen, die bewegt, bedient oder befühlt werden können und die die Besucher zum Ausprobieren, Mitmachen oder auch zum Raten anregen. Interessante Gestaltungselemente, Bild- und Tontechnik, verbinden sich so mit elementaren Sinneserfahrungen.
„Die Anforderungen, die ein ökologisches Produkt auf seinem Weg vom Saatgut bis zur Ladentheke, vom Stall bis ins Gourmet-Restaurant erfüllen, sind vielfältiger, als man gemeinhin denkt" unterstrich Eva Kalla.

Oben im zweiten Stock waren es die Stände der Schülerarbeiten, die zum Entdecken einer Unmenge an Fakten zum nachhaltigen Konsum aufmerksam machten.
Die Schüler von der 1. bis 13. Klasse Schulsystem übergreifend hatten sich im Laufe des Schuljahres seit Mai 2009 immer wieder gefragt: „Und was konsumierst du?" Zusammengekommen war eine schier unglaubliche Vielfalt unterschiedlichster Fragen und Problemstellungen in den Bereichen Bekleidung, Ernährung, Arbeit, Freizeit und Wohnen.

Auf Stellwänden präsentierten die Schulen ihre Ergebnisse. Ausgefeilte Powerpoint-Präsentationen der Werner-von-Siemens-Realschule galt es nachzuvollziehen. Mit einer Jeans aus Gips macht die Wirtschaftsschule Bad Neustadt auf deren Herstellung und ihre globalen Ansprüche aufmerksam.
So stammt die Baumwolle beispielsweise aus Kasachstan, in der Türkei wird die Baumwolle zu Garn verwoben, das Garn in Taiwan zu Stoff verarbeitet, das Indigo zum Färben stammt aus Bulgarien, in China wird die Hose zusammengenäht und der Stone-Wash-Effekt in Frankreich produziert. Veredelt wird die Jeans in Polen, um dann in Deutschland den Aufdruck „Made in Germany" zu erhalten.

Wenn das nicht mal nachdenklich macht! Die Reise eines T-Shirts suchten Schüler der Irena-Sendler-Schule in Hohenroth nachzuvollziehen: In den USA wird Baumwolle angebaut - nur ein einziges Kilo benötigt dazu bis zu 30.000 Liter Wasser. Verarbeitet wird der Stoff in der Türkei oder in Taiwan. In China wird dann genäht, was in deutschen Läden über die Theke geht.
Das Rhön-Gymnasium schließlich widmet sich akribisch der nachhaltigen Entwicklung, imposant zeigte sich der ökologische Rucksack. Dazwischen setzen sich kritische Tafeln mit Kinderarbeit in den Dritte-Welt-Ländern auseinander, machen aufmerksam auf Ökologie und Fair Trade, zeigen Stoffkreisläufe der Natur auf und mehr.

Sämtliche Arbeiten wurden zuvor von den beiden Projektleiterinnen Eva Kalla und Jiska Troppenz in den Schulen fachkundig begleitet und angeleitet. Das Projekt wurde bereits in Köln von der UNESCO ausgezeichnet für „nachhaltige Bildung". Bislang haben 20 Schulklassen die Ausstellung im Alten Amtshaus besucht.

Beim Tag der offenen Tür spazierten nun Erwachsene und geführte Gruppen durch die einladend weit geöffnete Tür des Alten Amtshauses, freuten sich die beiden Fachfrauen. Ausgesprochen interessant gestalteten sich die beiden angebotenen geführten konsumkritischen Stadtführungen durch Bad Neustadt, frei nach dem Motto, dass derjenige, der sich einmal mit dem nachhaltigen Konsum näherbeschäftigt hat, bei künftigen Einkäufen auch genauer hinschaut, was er da kauft.

Bad Neustadt

Text: Partl


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Foto: Partl

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